In der Region
Heilbronn-Franken sind auch die Dichter und Denker zu Hause. Ob
Möricke, Hölderlin, Heuss, Schiller oder Goethe.
Alle waren sie in der Region zwischen Main und Neckar. Justinus Kerner,
einer der bedeutendsten Lyriker der schwäbischen Romantik, lebte
lange Zeit in Weinsberg.
Kunststaatssekretär Sieber lobt das Kernerhaus in Weinsberg
als Vorbild für viele literarische Museen im Land. „Dem
Justinus-Kerner-Verein ist es zu verdanken, dass das Wohnhaus dieses
wichtigen Exponenten der schwäbischen Romantik als Dichtermuseum
und Gedenkstätte mit Leben erfüllt ist. Mit dem vielfältigen
Angebot an regelmäßigen Vorträgen, Autorenlesungen,
musikalischen Darbietungen und Theateraufführungen ist es ein
wichtiger Ort der kulturellen Begegnung und damit Vorbild für
viele der literarischen Museen im Land geworden.“ Mit diesen
Worten würdigte der Staatssekretär im Ministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst, Michael Sieber (MdL), am 19. März
in Weinsberg die Arbeit des Justinus-Kerner-Vereins zu dessen 100-jährigem
Bestehen. Der Verein wurde 1905 von 50 Weinsberger Bürgern mit
dem erklärten Ziel gegründet, das Wohnhaus des berühmten
Bürgers der Stadt zu erwerben, in dessen Sinne zu erhalten und
der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
„Das Kernerhaus ist eines jener seltenen alten Dichterhäuser,
in denen bis heute die geistige Atmosphäre und das authentische
Lebensumfeld seiner früheren Bewohner spürbar ist“,
hob der Staatssekretär hervor. Bereits 1908 konnte das Gebäude,
das einst Zentrum der Romantik in Schwaben war und in dem Dichter
wie Ludwig Uhland, Nikolaus Lenau, Gustav Schwab, Eduard Mörike,
Wilhelm Müller und Ludwig Tieck verkehrten, als Dichtermuseum
und Gedenkstätte eröffnet werden. Heute lassen das Haus
und die Exponate die Besucherinnen und Besucher Justinus Kerner
sowohl in seiner Eigenschaft als Arzt, Dichter, Kunstsammler und
Denkmalpfleger, aber auch als Retter der Burgruine Weibertreu und
Gründer des Weinsberger Frauenvereins eindrucksvoll erleben.
Zur Betreuung der mittlerweile rund 90 literarischen Museen in
Baden-Württemberg hat das Land 1980 die Arbeitsstelle für
literarische Museen, Archive, Gedenkstätten eingerichtet,
die der Pflege des Andenkens wichtiger Autoren des Landes dient. „Diese
Einrichtung ist in Deutschland einmalig und hat Vorbildcharakter
für die regionale Pflege des literarischen Erbes“, betonte
der Staatssekretär. Für das Kernerhaus seien im Zeitraum
von 1981 bis 1997 insgesamt über 180.000 Euro zur Verfügung
gestellt worden, die insbesondere der Renovierung und Neugestaltung
des Museums, der Restaurierung von Kunstwerken und Möbeln,
der Herstellung von Bücherschränken für die Kerner-Handbibliothek
sowie der Einrichtung eines Archivraums gedient hätten.
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