„Nur Innovationen bringen ein Unternehmen voran“ – diese
Philosophie des Firmengründers Friedrich Schunk wird bis heute
konsequent umgesetzt. Das Unternehmen SCHUNK ist auf dem Weg zum
internationalen Technologieführer, es erzielte in 2004 mit
1.200 Mitarbeitern mehr als 120 Millionen Euro Umsatz.
Das Wachstum beim Lauffener Spann- und Greiftechnik-Hersteller
Schunk geht weiter. 2004 wurden nach ersten Berechnungen mehr als
120 Millionen Euro Umsatz erzielt. Die Zahl der Mitarbeiter stieg
unterdessen auf 1200, davon 900 in der Region.
Unter einfachsten Verhältnissen gründete Friedrich Schunk
seine "mechanische Werkstatt" in einer Garage in Lauffen
am Neckar.
Sein Ruf als "Tüftler" und seine Fähigkeit,
für Problemstellungen jeglicher Art eine Lösung zu finden,
waren sein Kapital. Mit zahlreichen innovativen Entwicklungen,
wie z. B. einer Lampenschirm-Lochmaschine, sowie dem eigenen hohen
Qualitätsanspruch machte sich der Kleinbetrieb von Anfang
an einen Namen.
Die ersten größeren Aufträge sprechen für
sich: Die Herstellung von Bremstrommeln und Schwungscheiben für
den NSU Prinz 4 und Präzisionsteile für das Porsche-Modell
365. Immer mehr verlagerte das Unternehmen seine Kernkompetenz
auf die Entwicklung, Fertigung und Verbesserung von Produktionsmethoden.
Die Kontinuität in den darauf folgenden Jahren wird auch durch
die Personalentwicklung verdeutlicht. Bereits 1964 beschäftigte
Friedrich Schunk 8 Mitarbeiter.
Schlechte Nachrichten? Die gibt's anscheinend nicht bei Schunk.
Das Lauffener Familienunternehmen ist auch im abgelaufenen Jahr
kräftig gewachsen. Und die Tendenz hat auch in den ersten
zwei Monaten des neuen Jahres angehalten. Grund genug für
Inhaber Heinz-Dieter Schunk, erneut eine Erweiterung der Produktionsstätten
in Angriff zu nehmen: Im Dezember wurde das Werk in Mengen bei
Sigmaringen auf doppelte Größe ausgebaut, die Mitarbeiterzahl
stieg dort auf 120. In Lauffen entsteht derzeit ein 500 Quadratmeter
großer Anbau, außerdem wurden vergangenes Jahr Gebäude
mit 9000 Quadratmeter Gesamtfläche erworben. "Dadurch
haben wir jetzt erst einmal ausreichend Platz für weiteres
Wachstum", sagt Schunk. "Wir platzen hier wieder aus
allen Nähten." Das gelte selbst für das Schulungszentrum
Zeus, so dass über ein Vorführzentrum für Kunden
im neuen Gebäude nachgedacht wird.
Eine Erweiterung ist auch für das erst 2001 eingeweihte Werk
in Brackenheim-Hausen geplant. Derzeit arbeiten dort auf knapp
8000 Quadratmetern bereits 200 Mitarbeiter. 2006 soll ein großer
Anbau hinzukommen, kündigt der geschäftsführende
Gesellschafter an.
Gebaut wird aber auch im Ausland: Im April ist Spatenstich für
eine Produktionsstätte in China. Die Fertigung soll im nächsten
Jahr anlaufen. "Wir werden aber nur den dortigen Markt bedienen",
kündigt Schunk an. "Viele wichtige Kunden sind ja schon
dort."
Schunk will dadurch auch den Exportanteil steigern. Derzeit liegt
dieser noch bei gerade mal 33 Prozent. 2004 kamen Vertriebsgesellschaften
in Polen, Ungarn und Dänemark hinzu. "In Osteuropa und
Südostasien besteht derzeit das größte Potential",
sagt Markus Berger, Leiter Vertrieb und Marketing Spannsysteme
und Werkzeughalter. Aber auch auf anderen Kontinenten soll der
Vertrieb ausgebaut werden. In diesem Jahr sollen Niederlassungen
in Kanada und Japan starten. Auch Australien und Südafrika
sind ein Thema. Beschlossen ist jedenfalls schon, die Vertriebsmannschaft
im Ausland um bis zu 60 Mitarbeiter aufzustocken.
Wachstum gab es 2004 in allen Bereichen: in der Spann- und Greiftechnik
ebenso wie in der Automation, im Inland mit mehr als zehn Prozent
ebenso wie im Ausland mit mehr als 25 Prozent. 171 Mitarbeiter
wurden neu eingestellt, davon 130 im Inland - und davon 110 in
Lauffen und Hausen, darunter 45 Auszubildende.
Gründe für das anhaltende Wachstum gibt es mehrere, erläutert
der Geschäftsführer: Zum einen sei seit Oktober ein Anziehen
der Konjunktur bei vielen Maschinenbauern erkennbar. Daneben habe
sich das neue Produkt Sino-T derart gut bewährt, dass nun
ein zweites preisgünstiges Werkzeughalter-System folgt. Und
schließlich profitiert Schunk vom anhaltenden Trend hin zu
mehr Automation, wodurch auch das Werk Hausen ausgelastet ist.
Am Standort Deutschland will Schunk jedenfalls festhalten: "Wir
haben vor, hier wieder acht bis zehn Prozent unseres Umsatzes zu
investieren. Denn dieser Standort ist für unsere hochwertigen
Produkte einfach ideal."
Quelle: Heilbronner Stimme vom 22. März 2005 von Heiko Fritze
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