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Zahnräder aus der Region bringen „Tiger“ in die Luft

     
 
 

23.3.05


 

Das Familienunternehmen Durst hat sich mit Präzisionszahnrädern und Spezialbiegemaschinen in einer Marktnische fest etabliert. Ohne diese wäre der neue Kampfhubschrauber Tiger ein zahmes Kätzchen.

Ohne sie wäre der neue Kampfhubschrauber Tiger ein zahmes Kätzchen: Die Zahnräder der Firma Durst aus Pfaffenhofen bringen den Helikopter erst in die Luft. Das Familienunternehmen hat sich in einer Marktnische mit Präzisionszahnrädern und Spezialbiegemaschinen fest etabliert.
Von außen sieht die rot-weiße Halle am Rande des Pfaffenhofener Industriegebietes unscheinbar aus. Im Inneren geht es dafür rund. Grüne Maschinen surren, tackern und fräsen um die Wette. Es riecht nach Maschinenöl. Gerade mal 70 Sekunden brauchen die Apparate, dann ist ein Zahnrad fertig. Dutzendware läuft hier trotzdem nicht vom Band.

" Bei unserer Arbeit kommt es auf den Tausendstel Millimeter an, manchmal auch auf den Zehntausendstel", sagt Geschäftsführer Oliver Durst. Eine kleine Abweichung, und das Zahnrad im Getriebe hakt. Das kann dann teuer werden.

Die Qualität der Pfaffenhofener Produkte scheint zu stimmen: 2004 erwirtschaftete das 1946 gegründete Unternehmen ein Umsatzplus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 110 Angestellte und acht Azubis kümmern sich in drei Schichten von montags fünf Uhr bis samstags 16 Uhr um Zahnräder für die Mercedes A-Klasse. Oder um Biegemaschinen, auf denen dann unter anderem Dachprofile für den VW Passat gebogen werden. Auch Zusatztanks für den Tornado-Jäger entstehen auf Maschinen aus Pfaffenhofen - und Trichter für die Großsilos der Friedrichshafener Firma Zeppelin.

Zu den Kunden der Firma Durst gehören aber nicht nur Konzerne wie Daimler-Chrysler oder Volkswagen. Sie produziert auch kleine Serien oder Einzelstücke, beispielsweise für Oldtimer im Auto- und Technik-Museum Sinsheim. "Und wenn's schnell gehen muss, machen wir auch Handstandüberschläge", verspricht Oliver Durst augenzwinkernd, der das Unternehmen in dritter Generation führt.

Seit einigen Jahren handelt das Familienunternehmen auch mit italienischen Maschinen. Die Zukunft seiner Maschinenbau Durst GmbH & Co. KG sieht Oliver Durst aber in der Luftfahrtindustrie. Dort ist man 2001 eingestiegen. "In zwei Jahren werden wir hier im Gewinnbereich sein," ist sich Durst sicher. Abgehoben hat die Geschäftsführung deshalb aber noch lange nicht. Weitere Produktionsstandorte, beispielsweise in Osteuropa, sind nicht geplant. "Natürlich wissen wir nicht, wie das ist, wenn irgendwo eine Firma zum Verkauf steht. Aber unsere Wurzeln sind in Pfaffenhofen."

Quelle: Heilbronner Stimme vom 15. März 2005, Beitrag von Manfred Stockburger

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