Das Familienunternehmen
Durst hat sich mit Präzisionszahnrädern
und Spezialbiegemaschinen in einer Marktnische fest etabliert.
Ohne diese wäre der neue Kampfhubschrauber Tiger ein zahmes
Kätzchen.
Ohne sie wäre der neue Kampfhubschrauber Tiger ein zahmes
Kätzchen: Die Zahnräder der Firma Durst aus Pfaffenhofen
bringen den Helikopter erst in die Luft. Das Familienunternehmen
hat sich in einer Marktnische mit Präzisionszahnrädern
und Spezialbiegemaschinen fest etabliert.
Von außen sieht die rot-weiße Halle am Rande des Pfaffenhofener
Industriegebietes unscheinbar aus. Im Inneren geht es dafür
rund. Grüne Maschinen surren, tackern und fräsen um die
Wette. Es riecht nach Maschinenöl. Gerade mal 70 Sekunden
brauchen die Apparate, dann ist ein Zahnrad fertig. Dutzendware
läuft hier trotzdem nicht vom Band.
"
Bei unserer Arbeit kommt es auf den Tausendstel Millimeter an,
manchmal auch auf den Zehntausendstel", sagt Geschäftsführer
Oliver Durst. Eine kleine Abweichung, und das Zahnrad im Getriebe
hakt. Das kann dann teuer werden.
Die Qualität der Pfaffenhofener Produkte scheint zu stimmen:
2004 erwirtschaftete das 1946 gegründete Unternehmen ein Umsatzplus
von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 110 Angestellte und acht
Azubis kümmern sich in drei Schichten von montags fünf
Uhr bis samstags 16 Uhr um Zahnräder für die Mercedes
A-Klasse. Oder um Biegemaschinen, auf denen dann unter anderem
Dachprofile für den VW Passat gebogen werden. Auch Zusatztanks
für den Tornado-Jäger entstehen auf Maschinen aus Pfaffenhofen
- und Trichter für die Großsilos der Friedrichshafener
Firma Zeppelin.
Zu den Kunden der Firma Durst gehören aber nicht nur Konzerne
wie Daimler-Chrysler oder Volkswagen. Sie produziert auch kleine
Serien oder Einzelstücke, beispielsweise für Oldtimer
im Auto- und Technik-Museum Sinsheim. "Und wenn's schnell
gehen muss, machen wir auch Handstandüberschläge",
verspricht Oliver Durst augenzwinkernd, der das Unternehmen in
dritter Generation führt.
Seit einigen Jahren handelt das Familienunternehmen auch mit italienischen
Maschinen. Die Zukunft seiner Maschinenbau Durst GmbH & Co.
KG sieht Oliver Durst aber in der Luftfahrtindustrie. Dort ist
man 2001 eingestiegen. "In zwei Jahren werden wir hier im
Gewinnbereich sein," ist sich Durst sicher. Abgehoben hat
die Geschäftsführung deshalb aber noch lange nicht. Weitere
Produktionsstandorte, beispielsweise in Osteuropa, sind nicht geplant. "Natürlich
wissen wir nicht, wie das ist, wenn irgendwo eine Firma zum Verkauf
steht. Aber unsere Wurzeln sind in Pfaffenhofen."
Quelle: Heilbronner Stimme vom 15. März 2005, Beitrag von
Manfred Stockburger
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