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Die Schwaben verdienen am meisten

     
 
 

26.3.05


 

Die baden-württembergischen Haushalte verfügen mit durchschnittlich knapp 4000 Euro pro Monat über das höchste Bruttomonatseinkommen im Ländervergleich. Das belegen erste Ergebnisse der nur alle fünf Jahre durchgeführten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2003.

Im Bundesschnitt beträgt das Bruttomonatseinkommen eines Haushalts 3454 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern sogar nur 2685 Euro, zwischen Konstanz und Mannheim dagegen 3984 Euro. Gegenüber der letzten EVS aus dem Jahr 1998 erhöhte sich das Einkommen in Baden-Württemberg damit um elf Prozent, hat das Statistische Landesamt in einer aktuellen Studie errechnet.

Gestiegen sind demnach aber auch die Ausgaben: Sie summieren sich im Schnitt auf 4882 Euro im Monat. Die Gesamteinnahmen - dazu zählen die Statistiker neben dem Einkommen Einkünfte aus Warenverkäufen und aus Vermögen - fallen dagegen mit 4851 Euro etwas geringer aus. Die baden-württembergischen Haushalte leben demnach über ihre Verhältnisse.

Knapp die Hälfte ihrer Gesamtausgaben wenden die Haushalte für ihren Konsum auf, die andere Hälfte für Steuern wie die Kfz-Steuer, freiwillige Versicherungsbeiträge und Vermögensbildung. Beim Konsum belastet der Posten "Miete, Energie, Wohnungsinstandhaltung" die Budgets mit durchschnittlich 742 Euro am stärksten. Mit deutlichem Abstand folgt der Bereich Verkehr mit 339 Euro. Während die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren gegenüber 1998 um sieben Prozent auf nunmehr 310 Euro deutlich gestiegen sind, halten sich die Konsumenten bei Investitionen in Wohnungseinrichtungen merklich zurück: gegenüber 1998 registrieren die Statistiker hier ein Minus von 14 Prozent auf nunmehr 127 Euro pro Monat.

Gleich an mehreren Stellen belasten die gestiegenen Energiekosten die Budgets. So entfallen 127 Euro oder 17 Prozent der Ausgaben rund ums Wohnen auf Elektrizität, Heizung und Warmwasser - ein Viertel mehr als 1998. "Gerade Haushalte mit einem niedrigen Nettoeinkommen werden durch höhere Energiekosten am meisten belastet", analysiert Michaela Voß vom Statistischen Landesamt.

Auch die Ausgaben für den Bereich Verkehr hängen stark von den Energiepreisen ab. Mit monatlich 339 Euro geben die Haushalte knapp vier Prozent mehr für die Teilnahme am Straßenverkehr aus als noch 1998. Die Steigerung liegt zwar im Rahmen, aber innerhalb des Verkehrsbudgets haben sich die Gewichte rapide verschoben: Nur noch ein Drittel beansprucht der Autokauf - fünf Jahre zuvor lag der Anteil noch bei knapp der Hälfte. Dagegen sind die Ausgaben für den Unterhalt privater Fahrzeuge seit 1998 in die Höhe geschnellt: für Kraftstoffe und Schmiermittel etwa um knapp 40 Prozent auf monatlich 89 Euro. Auch die Ausgaben für Reparaturen und Wartung schlagen sich mit einem satten Plus im privaten Verkehrsbudget nieder.

Die steigenden Ausgaben für Benzin machen sich bei allein stehenden Frauen übrigens weniger bemerkbar als bei ihren männlichen Pendants: Die durchschnittliche Single-Frau gibt 2,7 Prozent ihres Budgets für Benzin und Öl aus, der offenbar fahrverliebtere Single-Mann immerhin vier Prozent.

Zur Info: An der freiwilligen Erhebung haben sich im Jahr 2003 in Baden-Württemberg 7500 Haushalte der unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen beteiligt, deren Angaben auf die etwa 4,7 Millionen Haushalte im Land hochgerechnet wurden. Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe fand bereits zum neunten Mal statt.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 23. März 2005 von Roland Muschel

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