Die baden-württembergischen Haushalte verfügen mit durchschnittlich
knapp 4000 Euro pro Monat über das höchste Bruttomonatseinkommen
im Ländervergleich. Das belegen erste Ergebnisse der nur alle
fünf Jahre durchgeführten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe
(EVS) 2003.
Im Bundesschnitt beträgt das Bruttomonatseinkommen eines Haushalts
3454 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern sogar nur 2685 Euro, zwischen
Konstanz und Mannheim dagegen 3984 Euro. Gegenüber der letzten
EVS aus dem Jahr 1998 erhöhte sich das Einkommen in Baden-Württemberg
damit um elf Prozent, hat das Statistische Landesamt in einer aktuellen
Studie errechnet.
Gestiegen sind demnach aber auch die Ausgaben: Sie summieren sich
im Schnitt auf 4882 Euro im Monat. Die Gesamteinnahmen - dazu zählen
die Statistiker neben dem Einkommen Einkünfte aus Warenverkäufen
und aus Vermögen - fallen dagegen mit 4851 Euro etwas geringer
aus. Die baden-württembergischen Haushalte leben demnach über
ihre Verhältnisse.
Knapp die Hälfte ihrer Gesamtausgaben wenden die Haushalte
für ihren Konsum auf, die andere Hälfte für Steuern
wie die Kfz-Steuer, freiwillige Versicherungsbeiträge und
Vermögensbildung. Beim Konsum belastet der Posten "Miete,
Energie, Wohnungsinstandhaltung" die Budgets mit durchschnittlich
742 Euro am stärksten. Mit deutlichem Abstand folgt der Bereich
Verkehr mit 339 Euro. Während die Ausgaben für Nahrungsmittel,
Getränke und Tabakwaren gegenüber 1998 um sieben Prozent
auf nunmehr 310 Euro deutlich gestiegen sind, halten sich die Konsumenten
bei Investitionen in Wohnungseinrichtungen merklich zurück:
gegenüber 1998 registrieren die Statistiker hier ein Minus
von 14 Prozent auf nunmehr 127 Euro pro Monat.
Gleich an mehreren Stellen belasten die gestiegenen Energiekosten
die Budgets. So entfallen 127 Euro oder 17 Prozent der Ausgaben
rund ums Wohnen auf Elektrizität, Heizung und Warmwasser -
ein Viertel mehr als 1998. "Gerade Haushalte mit einem niedrigen
Nettoeinkommen werden durch höhere Energiekosten am meisten
belastet", analysiert Michaela Voß vom Statistischen
Landesamt.
Auch die Ausgaben für den Bereich Verkehr hängen stark
von den Energiepreisen ab. Mit monatlich 339 Euro geben die Haushalte
knapp vier Prozent mehr für die Teilnahme am Straßenverkehr
aus als noch 1998. Die Steigerung liegt zwar im Rahmen, aber innerhalb
des Verkehrsbudgets haben sich die Gewichte rapide verschoben:
Nur noch ein Drittel beansprucht der Autokauf - fünf Jahre
zuvor lag der Anteil noch bei knapp der Hälfte. Dagegen sind
die Ausgaben für den Unterhalt privater Fahrzeuge seit 1998
in die Höhe geschnellt: für Kraftstoffe und Schmiermittel
etwa um knapp 40 Prozent auf monatlich 89 Euro. Auch die Ausgaben
für Reparaturen und Wartung schlagen sich mit einem satten
Plus im privaten Verkehrsbudget nieder.
Die steigenden Ausgaben für Benzin machen sich bei allein
stehenden Frauen übrigens weniger bemerkbar als bei ihren
männlichen Pendants: Die durchschnittliche Single-Frau gibt
2,7 Prozent ihres Budgets für Benzin und Öl aus, der
offenbar fahrverliebtere Single-Mann immerhin vier Prozent.
Zur Info: An der freiwilligen Erhebung haben sich im Jahr 2003
in Baden-Württemberg 7500 Haushalte der unterschiedlichsten
Bevölkerungsgruppen beteiligt, deren Angaben auf die etwa
4,7 Millionen Haushalte im Land hochgerechnet wurden. Die Einkommens-
und Verbrauchsstichprobe fand bereits zum neunten Mal statt.
Quelle: Heilbronner Stimme vom 23. März 2005 von Roland Muschel
|