Woran erkannt
man Ostereier? An der Farbe natürlich. Das
weiß jedes Kind. Aber wer produziert diese Farben? Der Unterheinrieter
Lackhersteller Haering. Das wissen die wenigsten. Haering ist eine
von zwei Firmen in ganz Deutschland, die Ostereierfarben für
die industrielle Färbung herstellen.
"
Für uns sind die Ostereierfarben ein Nischenprodukt",
erklärt Michael Zeitler. Er leitet bei Haering in Untergruppenbach-Unterheinriet
den Verkauf an die Industrie. 50 Tonnen Farbe verlassen jährlich
das Werk. Damit können viele Eier zu Symbolen des Osterfestes
verwandelt werden. Wie viele genau, kann Zeitler nicht sagen. Nur
soviel: Zu den Kunden Haerings gehört ein Unternehmen, das
laut Zeitler täglich 1,1 Millionen Eiern ein buntes Kleid
verpasst. Die Abnehmer der Unterheinrieter Ostereierfarben sitzen
in ganz Deutschland.
Nach Angaben Zeitlers gibt es nur ein weiteres deutsches Unternehmen,
das ebenfalls solche Farben herstellt. Diese Firma war der Vorreiter,
Haering sicherte sich nach und nach einige Stücke des Kuchens.
Ein Drittel davon liegt inzwischen auf den Tellern Haerings. Und
welche Farben sind besonders beliebt? Zeitler betont, dass die
Kunden aus einem Farbfächer mit 20 unterschiedlichen Tönen
wählen können. "Wir gehen aber auch auf spezielle
Kundenwünsche ein."
Weil Ostereier nicht nur schmücken, sondern auch schmecken
sollen, dürfen sie nur mit Lebensmittelfarben behandelt werden. "Deshalb
kommt auch der Wirtschaftskontrolldienst von Zeit zu Zeit und überprüft
die Produktion", erläutert Zeitler. Sämtliche Inhaltsstoffe
der Farben seien Naturprodukte. "Aber die genaue Zusammensetzung
geben wir natürlich nicht preis." So viel verrät
Zeitler: Das Bindemittel entsteht aus asiatischen Wurzeln. Diese
lagern in Jutesäcke verpackt bei Haering. In einem 10 000-Liter-Tank
werden sie mit Alkohol versetzt. "Der Schmutz setzt sich ab,
am Ende bleibt eine klare Brühe übrig." Eine Rührmaschine
vermischt diese Flüssigkeit - je nach Kundenwunsch - mit den
entsprechenden Farbpigmenten. In blauen Fässern oder 1000-Liter-Containern
treten die Ostereierfarben dann den Weg zu den Kunden an. Bei Haering
ist nur ein Mitarbeiter mit der Herstellung dieser Farben betraut.
Insgesamt arbeiten 100 Menschen im Unternehmen. Und wie verarbeiten
die Ostereierproduzenten die Farben? Laut Zeitler gibt es im Wesentlichen
zwei Verfahren. Entweder bemalen rotierende Schaumstoffwalzen die
auf einem Förderband dahinrollenden Eier. Oder Spritzpistolen
- oft mehrere gleichzeitig - verwandeln Eier in Ostereier. Nebeneffekt:
Die Farbe versiegelt das Ei und macht es haltbarer. Zeitler mit
Blick auf die geringen Preise für Ostereier: "Der Markt
ist heiß umkämpft." Besonders begehrt seien weiße
Eier. Braune sind schließlich aufwändiger zu färben.
Aber das weiß ja jedes Kind.
Quelle Heilbronner Stimme vom 23. März 2005 von
Reto Bosch
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