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Haering-Farben zieren Millionen Eier

     
 
 

26.3.05


 

Woran erkannt man Ostereier? An der Farbe natürlich. Das weiß jedes Kind. Aber wer produziert diese Farben? Der Unterheinrieter Lackhersteller Haering. Das wissen die wenigsten. Haering ist eine von zwei Firmen in ganz Deutschland, die Ostereierfarben für die industrielle Färbung herstellen.

" Für uns sind die Ostereierfarben ein Nischenprodukt", erklärt Michael Zeitler. Er leitet bei Haering in Untergruppenbach-Unterheinriet den Verkauf an die Industrie. 50 Tonnen Farbe verlassen jährlich das Werk. Damit können viele Eier zu Symbolen des Osterfestes verwandelt werden. Wie viele genau, kann Zeitler nicht sagen. Nur soviel: Zu den Kunden Haerings gehört ein Unternehmen, das laut Zeitler täglich 1,1 Millionen Eiern ein buntes Kleid verpasst. Die Abnehmer der Unterheinrieter Ostereierfarben sitzen in ganz Deutschland.

Nach Angaben Zeitlers gibt es nur ein weiteres deutsches Unternehmen, das ebenfalls solche Farben herstellt. Diese Firma war der Vorreiter, Haering sicherte sich nach und nach einige Stücke des Kuchens. Ein Drittel davon liegt inzwischen auf den Tellern Haerings. Und welche Farben sind besonders beliebt? Zeitler betont, dass die Kunden aus einem Farbfächer mit 20 unterschiedlichen Tönen wählen können. "Wir gehen aber auch auf spezielle Kundenwünsche ein."

Weil Ostereier nicht nur schmücken, sondern auch schmecken sollen, dürfen sie nur mit Lebensmittelfarben behandelt werden. "Deshalb kommt auch der Wirtschaftskontrolldienst von Zeit zu Zeit und überprüft die Produktion", erläutert Zeitler. Sämtliche Inhaltsstoffe der Farben seien Naturprodukte. "Aber die genaue Zusammensetzung geben wir natürlich nicht preis." So viel verrät Zeitler: Das Bindemittel entsteht aus asiatischen Wurzeln. Diese lagern in Jutesäcke verpackt bei Haering. In einem 10 000-Liter-Tank werden sie mit Alkohol versetzt. "Der Schmutz setzt sich ab, am Ende bleibt eine klare Brühe übrig." Eine Rührmaschine vermischt diese Flüssigkeit - je nach Kundenwunsch - mit den entsprechenden Farbpigmenten. In blauen Fässern oder 1000-Liter-Containern treten die Ostereierfarben dann den Weg zu den Kunden an. Bei Haering ist nur ein Mitarbeiter mit der Herstellung dieser Farben betraut. Insgesamt arbeiten 100 Menschen im Unternehmen. Und wie verarbeiten die Ostereierproduzenten die Farben? Laut Zeitler gibt es im Wesentlichen zwei Verfahren. Entweder bemalen rotierende Schaumstoffwalzen die auf einem Förderband dahinrollenden Eier. Oder Spritzpistolen - oft mehrere gleichzeitig - verwandeln Eier in Ostereier. Nebeneffekt: Die Farbe versiegelt das Ei und macht es haltbarer. Zeitler mit Blick auf die geringen Preise für Ostereier: "Der Markt ist heiß umkämpft." Besonders begehrt seien weiße Eier. Braune sind schließlich aufwändiger zu färben. Aber das weiß ja jedes Kind.

Unternehmen in der Region Heilbronn Franken

HAERING

Quelle Heilbronner Stimme vom 23. März 2005 von Reto Bosch

Heilbronner Stimme
 
         
 
 

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