Das Kopf-an-Kopf-Rennen
zwischen Bayern und Baden-Württemberg
bei den Patentanmeldungen hält an. Mit 122 Patentanmeldungen
pro 100.000 Einwohner liegt das „Ländle“ an der
Spitze. Die Robert Bosch GmbH ist mit 2.271 Anmeldungen Spitzenreiter.
Mit 13.449 Patentanmeldungen liegt Bayern in absoluten Zahlen auf
Platz Eins - vor Baden-Württemberg mit 12.856 und Nordrhein-Westfalen
mit 7.830. Bei den Anmeldungen je 100.000 Einwohner rangiert dagegen
Baden-Württemberg (122) noch vor Bayern (116). Die meisten deutschen
Patente (2.271) hat nach Angaben des Deutschen Patentamtes in München
die Robert Bosch GmbH im vergangenen Jahr angemeldet, gefolgt von
der Siemens AG mit 2.228 Anmeldungen. Auf Platz drei liegt die DaimlerChrysler
AG mit 1.319 Anmeldungen, gefolgt vom Chip-Hersteller Infineon mit
1.319 Anmeldungen.
Erstmals seit fünf Jahren sind beim Deutschen Patent- und
Markenamt (DPMA) in München die Anmeldungen aus der Bundesrepublik
wieder angestiegen, teilte Behördenpräsident Jürgen
Schade am Freitag in München weiter mit. Deutsche Unternehmen,
Hochschulen und Einzelerfinder haben 2004 demnach 48.329 Patente
angemeldet - rund 1.000 mehr als im Vorjahr. Bayern, Baden-Württemberg
und Nordrhein- Westfalen haben dabei die Nase vorn. «Aus
diesen Ländern kommen gut zwei Drittel aller Patentanmeldungen.»
«Die deutschen Erfinder und die deutsche Industrie sind
also durchaus innovativ, auch wenn manchmal das Gegenteil behauptet
wird», betonte Schade. «Mit rund 6.000 Anmeldungen
ist der Fahrzeugbau seit Jahren der innovativste Bereich.»
Zu den deutschen Patentanmeldungen kommen noch 9.445 Anmeldungen
dazu, die aus dem Ausland bei der Münchner Behörde eingingen.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr somit 57.784 (plus 1,5 Prozent)
Patente angemeldet. Ende 2004 seien bei der Behörde fast 400.000
gültige Patente registriert gewesen, sagte Schade. «Wir
können im Übrigen auch nicht feststellen, dass Firmen
in Scharen ihre Entwicklungsabteilungen ins Ausland verlegen würden.»
Ein bisschen Sorge bereite dem Patentamt, dass der Löwenanteil
der Anmeldungen sich bei den großen Unternehmen konzentriere,
sagte Schade. Der Anteil der Einzelerfinder liege nur bei ungefähr
zehn Prozent. Deshalb liege die Frage nahe, ob das Patentrecht
zu wenig Rücksicht auf die besonderen Interessen kleiner und
mittelständischer Industriebetriebe nehme.
«Noch erfreulicher als im Patentbereich ist die Entwicklung
bei den Marken», sagte Schade. «Knapp 66.000 Markenanmeldungen
im vergangenen Jahr bedeuten eine Steigerung von gut sechs Prozent
gegenüber 2003.» Schade wertete dies als ein hoffnungsvolles
Zeichen für die Konjunktur, «da die Markenanmeldungen
sehr schnell auf das Wirtschaftsgeschehen reagieren».
Quelle: dpa/lsw
Lust auf Neues - Baden-Württemberg hat stärkste
Innovationskraft
Lust auf Neues - dieses Motto gilt vor allem für den Süden
der Republik. Auch nach einer im Herbst 2004 veröffentlichten
Studie ist Baden-Württemberg das Bundesland mit der stärksten
Innovationskraft. Auf Platz zwei liegt zwar Berlin, es folgen Bayern
und Hessen. Relativ gut schneiden beim innerdeutschen Innovationsvergleich
auch zwei ostdeutsche Bundesländer ab, nämlich Sachsen
und Thüringen; sie belegen die Plätze zehn und elf noch
vor Schleswig-Holstein und dem Saarland. Auch wenn man die gesamte
EU in den Vergleich einbezieht, bleiben Baden-Württemberg
auf dem ersten und Berlin auf dem zweiten Platz. Der dritte Rang
geht an Schweden, der vierte an den Großraum Paris. Am Ende
der Skala liegen mit Litauen, Lettland, Portugal und den Kanarischen
Inseln ausschließlich ost- und südeuropäische Regionen.
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