Das Creglinger
Kunststofftechnikunternehmen Wirthwein AG weiht ihr neues Werk
im polnischen Lodz ein. Damit
wird die Anzahl der Mitarbeiter insgesamt erhöht und der Standort
im heimischen Main-Tauber-Kreis gesichert.
Die Wirthwein AG mit
Stammsitz in Creglingen errichtete in den vergangenen Monaten ein
eigenes Produktionsgebäude mit Lagerfläche und Verwaltungstrakt
in Lódz, Polen. Damit weitet Wirthwein seine Produktion
nach Osteuropa aus und erweitert nach eigenen Angaben die Mitarbeiteranzahl
der Wirthwein Polska bis Ende 2006 auf rund 110 Arbeitnehmer. In
einer Feierstunde mit über 150 geladenen Gästen aus Politik
und Wirtschaft wurde die neue Fertigungsstätte eingeweiht.
Mit
der Einweihung der eigenen Produktionsstätte in Lódz,
der zweitgrößten Stadt Polens mit rund einer Millionen
Einwohner, hat Wirthwein das Ziel des bereits seit 1997 bestehenden
Expansionsplans in Richtung Osteuropa erreicht. Der Vorstandsvorsitzende
der Wirthwein AG, Udo Wirthwein begrüßte über 150
Gäste in der neuen Werkhalle von Wirthwein Polska. Vertreten
waren unter anderen Landrat Georg Denzer, der Creglinger Bürgermeister
Hartmut Holzwarth sowie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende
der Wirthwein AG, Edmund Brenner.
Udo Wirthwein gab einen Einblick
in die Entstehungsgeschichte des polnischen Standortes. Blickt
man auf die Firmenhistorie der gesamten Gruppe zurück, wurde
mit der Einweihung der eigenen Fertigungsstätte in Lódz
ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Nachdem Wirthwein
1996 die ersten Laugenbehälter für Waschmaschinen für
die Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) am Standort Nauen
(in der Nähe von Berlin) erfolgreich produziert hatte, erweiterte
BSH die partnerschaftliche Beziehung durch Vergabe der Produktion
von Laugenbehältern in Polen an Wirthwein.
Wie auch an anderen
Standorten investierte die Firmen-Gruppe in technisch neueste Maschinen
und Anlagen, um qualitativ hochwertige Bauteile aus Kunststoff
produzieren zu können.
Die gute Geschäftsbeziehung von
Wirthwein und BSH intensivierte sich in den folgenden Jahren an
mehreren Standorten, wie zum Beispiel in New Bern, NC, USA. Dort
errichtete Wirthwein 2003 eine eigene Fertigungsstätte, um
zunächst als Zulieferer für BSH direkt vor Ort zu sein.
Diese enge Zusammenarbeit an mehreren Standorten führte dazu,
dass sich BSH Ende des Jahres 2003 für Wirthwein als Lieferant
für verschiedene Bauteile der neuen Trocknerbaureihe in Polen
entschieden hat.
Aufgrund des hohen Lieferumfangs und der großen
Fertigungstiefe plante Wirthwein den Bau einer eigenen Produktionsstätte
auf grüner Wiese. Anfang des Jahres 2004 konnte ein rund zwei
Hektar großes Grundstück in der Lódzer Sonderwirtschaftszone
erworben werden. Udo Wirthwein würdigte den Einsatz der beteiligten
polnischen Stellen für die Unterstützung bei dem Bauvorhaben.
Geplant war auf dem Grundstück, welches äußerst
günstig Zaun-an-Zaun zur neuen Trocknerfabrik der BSH liegt,
die Errichtung eines Produktionsgebäudes mit insgesamt rund
10 000 Quadratmeter Nutzfläche sowie eines Verwaltungstraktes.
Der enge Zeitplan erforderte, dass die ersten Maschinen bereits
im Dezember 2004 in der neuen Produktionshalle betriebsbereit sein
mussten. So konnten in den ersten drei Monaten des Jahres 2005
die ersten Vorserienteile problemlos produziert werden und auch
dem Serienstart Anfang Mai steht nichts entgegen. Zur erfolgreichen
Realisierung des gesamten Trocknerprojektes in Polen hat neben
anderen der Technische Leiter der Wirthwein AG Otto Kaulbersch
(Archshofen) sehr viel beigetragen.
Udo Wirthwein lobte ferner die
Mitarbeiter der BSH-Standorte in Berlin und Lódz und freute
sich über das Vertrauen, das der Großkunde BSH Wirthwein
entgegenbringe.
Wirthwein wird den bisherigen Stamm an Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern in Polen erweitern und in 2006 voraussichtlich
rund 110 Arbeitnehmer beschäftigen. Udo Wirthwein lobte die
gute Arbeit der motivierten polnischen Mitarbeiter unter der Führung
von Gregor Popielinski (Werkleiter) und Krysztof Majchrzycki (Technischer
Leiter) und das gute Teamwork der Mitarbeiter aller Wirthwein-Standorte,
die am Produktionsaufbau in Lódz beteiligt sind.
Qualität
und Liefertreue sind in der Firmenphilosophie von Wirthwein fest
verankert, heißt es in einer Pressemitteilung der Firma weiter.
Alle Unternehmen der Firmengruppe seien nach DIN EN ISO 9001:2000
und VDA 6.1 bzw. VDA 6.4 zertifiziert. Udo Wirthwein sieht in dieser "ausgezeichneten
Produktqualität" und in den Standortvorteilen, die eine
eigene Fertigungsstätte in Lódz vor Ort bietet, eine
gute Basis für die weitere strategische Ausrichtung von Wirthwein.
Als
Vertreter des Großkundens BSH sprach Geschäftsführer
Dr. Carsten Stelzer von einer hervorragenden Zusammenarbeit beider
Firmen und hofft auf eine "steile Anlaufkurve" sowie
auf weiterhin viel Verbundenheit. Als Gastgeschenk überreichte
er Udo Wirthwein ein modernes Ölgemälde.
Stadtpräsident
Jerzy Kropiwnicki bot der Unternehmens-Gruppe jegliche Unterstützung
seitens der Stadt an. Landrat Georg Denzer überbrachte die
Grüße des Main-Tauber-Kreises und auch für die
Stadt Creglingen und lobte das hohe Engagement des erfolgreichen
Unternehmers Udo Wirthwein.
Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende
Edmund Brenner betonte die Wichtigkeit dieser Standortentscheidung
für die gesamte Unternehmens-Gruppe, die zwischenzeitlich
acht Betriebe mit über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
umfasst und insgesamt sehr erfolgreich am Markt tätig sei.
Trotz der Expansionspläne bleibt der Stammsitz der Wirthwein-Gruppe
in Creglingen beheimatet. Die vielfältigen Aufgaben des Großprojektes
in Lódz und anderer Projekte tragen zur Weiterentwicklung
und zum Wachstum der gesamten Firmen-Gruppe bei, hieß es.
Aufgrund der kontinuierlichen Erhöhung der Mitarbeiteranzahl
durch steigende Anforderungen der Kunden und eine größere
Produkt- sowie Kundendiversifikation hat Wirthwein die Verwaltungsräume
im Stammhaus in Creglingen im letzten Jahr erweitert.
©
Fränkische Nachrichten - 09.04.2005
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