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Gartenkunst im Schloss Weikersheim

     
 
 

3.5.05


 

Als Stammsitz des Hauses Hohenlohe stellt Weikersheim ein Musterstück einer ländlichen Residenz dar. Schloss, Park und Stadt bilden eine harmonische Einheit. Sehenswürdigkeiten wurden jetzt um den neuen Informationsraum „Gartenkunst in Weikersheim“ erweitert.

Das ohnehin schon reiche Weikersheimer Angebot an Sehenswürdigkeiten im Schloss, Garten und in der Stadt wird mit dem neuen Informationsraum „Gartenkunst in Weikersheim“ erweitert. Die Ausstellung widmet sich nicht nur der Gartenkunst im Allgemeinen, sondern stellt auch deren Entwicklung im Lauf der Jahrhunderte, berühmte europäische Gärten und Gartenbaumeister dar. Ein thematischer Schwerpunkt liegt beim Weikersheimer Schlossgarten selbst. Der Besucher erhält aber auch einen Eindruck von den übrigen staatlichen Gärten in Baden-Württemberg. Neben der Ausstellung werden den Besuchern Audioguide-Geräte zur Verfügung gestellt, mit denen sie sich individuell durch den Garten bewegen können. 36 Hörstationen im Garten laden ein, weitere ausführliche kunsthistorische und botanische Informationen zu erhalten. Für ausländische Gäste wurde die Thematik englischsprachig, für Kinder altersgerecht bearbeitet.

Der Garten in Weikersheim ist als Kleinod Barocker Gartenkunst in den letzten 15 Jahren Zug um Zug auf der Grundlage von Originalplänen restauriert worden. Er gibt heute in seiner Vielfalt und Geschlossenheit Zeugnis davon, welch künstlerisches Potenzial und Originalität sich im fränkischen Raum im 17. und 18. Jahrhundert entwickelt hat. Graf Carl Ludwig von Hohenlohe baute ab 1708 den Weikersheimer Schlossgarten zu einem kleinen Versaille aus. Diese barocke Gartenschöpfung soll dem Besucher die Wiederkehr des goldenen Zeitalters der Antike vermitteln. Die Originalstatuen der alten Götterwelt, die Blütenpracht des barocken Blumenschmucks und die Wasserspiele vermitteln zugleich den Kontakt zur Natur und sind das Abbild der Macht und Naturbeherrschung der einstigen Schlossherren.

Für viele Städte Baden-Württembergs haben sich die historischen Gebäude und Gärten als unschätzbarer städtebaulicher Gewinn erwiesen. Die Parkanlagen sind für die Besucher Anziehungspunkte, für die Bürger wichtige Bestandteile der ökologischen Ausstattung ihrer Stadt und der stadtnahen Erholung. Landesweit hat der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg rund 15 Millionen Quadratmeter Grünflächen zu pflegen. Dies entspricht in etwa der Fläche von 400 Fußballstadien. Das Land Baden-Württemberg ist sich des hohen Werts dieser historischen Schätze für unsere Städte bewusst und pflegt sie mit hohem Aufwand. Rund fünf Millionen Euro pro Jahr wendet das Land dafür auf, dabei sind die Personalkosten noch nicht berücksichtigt. Besonderes Gewicht legen die Fachleute dabei auf eine ökologisch einwandfreie, umweltverträgliche Pflege. Bei einem sehr schmalen Bestand an eigenem Personal ist das Land zudem ein wichtiger Auftraggeber für viele Gartenbaubetriebe in Baden-Württemberg.

Seit 1967 hat das Land umfangreiche Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen im Schloss und Garten Weikersheim durchgeführt bis die Anlage ihr heutiges Erscheinungsbild gefunden hat. Dabei wurden bisher über 20 Millionen Euro investiert. Der Park mit den beiden Orangerie-Gebäuden beanspruchte davon knapp 4 Millionen Euro. Das Gärtnerhaus wurde 1996 fertiggestellt und das Gewehrhaus konnte im März diesen Jahres eingeweiht werden. Die Sanierungskosten allein dieser beiden Gebäude beliefen sich auf 3,3 Millionen Euro. Mehr als 12 Millionen Euro erfordern die noch laufenden Sanierungsmaßnahmen am Schloss.

Zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen ist 2006 eine Graf Carl Ludwig von Hohenlohe gewidmete Ausstellung vorgesehen. Die Sonderausstellung soll die glanzvolle Hofkunst des Hauses Hohenlohe mit Leihgaben aus Privatbesitz und Museen in noch nie gezeigtem Umfang darstellen und den Besuchern als weiteres Thema den Alltag im Fürstenschloss auf der Grundlage neu erschlossener hohenlohischer Archivzeugnisse lebendig machen.

Quelle: Finanzministerium

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