Als Stammsitz
des Hauses Hohenlohe stellt Weikersheim ein Musterstück
einer ländlichen Residenz dar. Schloss, Park und Stadt bilden
eine harmonische Einheit. Sehenswürdigkeiten wurden jetzt um
den neuen Informationsraum „Gartenkunst in Weikersheim“ erweitert.
Das ohnehin schon reiche Weikersheimer Angebot an Sehenswürdigkeiten
im Schloss, Garten und in der Stadt wird mit dem neuen Informationsraum „Gartenkunst
in Weikersheim“ erweitert. Die Ausstellung widmet sich nicht
nur der Gartenkunst im Allgemeinen, sondern stellt auch deren Entwicklung
im Lauf der Jahrhunderte, berühmte europäische Gärten
und Gartenbaumeister dar. Ein thematischer Schwerpunkt liegt beim
Weikersheimer Schlossgarten selbst. Der Besucher erhält aber
auch einen Eindruck von den übrigen staatlichen Gärten
in Baden-Württemberg. Neben der Ausstellung werden den Besuchern
Audioguide-Geräte zur Verfügung gestellt, mit denen sie
sich individuell durch den Garten bewegen können. 36 Hörstationen
im Garten laden ein, weitere ausführliche kunsthistorische und
botanische Informationen zu erhalten. Für ausländische
Gäste wurde die Thematik englischsprachig, für Kinder altersgerecht
bearbeitet.
Der Garten in Weikersheim ist als Kleinod Barocker Gartenkunst
in den letzten 15 Jahren Zug um Zug auf der Grundlage von Originalplänen
restauriert worden. Er gibt heute in seiner Vielfalt und Geschlossenheit
Zeugnis davon, welch künstlerisches Potenzial und Originalität
sich im fränkischen Raum im 17. und 18. Jahrhundert entwickelt
hat. Graf Carl Ludwig von Hohenlohe baute ab 1708 den Weikersheimer
Schlossgarten zu einem kleinen Versaille aus. Diese barocke Gartenschöpfung
soll dem Besucher die Wiederkehr des goldenen Zeitalters der Antike
vermitteln. Die Originalstatuen der alten Götterwelt, die
Blütenpracht des barocken Blumenschmucks und die Wasserspiele
vermitteln zugleich den Kontakt zur Natur und sind das Abbild der
Macht und Naturbeherrschung der einstigen Schlossherren.
Für viele Städte Baden-Württembergs haben sich die
historischen Gebäude und Gärten als unschätzbarer
städtebaulicher Gewinn erwiesen. Die Parkanlagen sind für
die Besucher Anziehungspunkte, für die Bürger wichtige
Bestandteile der ökologischen Ausstattung ihrer Stadt und
der stadtnahen Erholung. Landesweit hat der Landesbetrieb Vermögen
und Bau Baden-Württemberg rund 15 Millionen Quadratmeter Grünflächen
zu pflegen. Dies entspricht in etwa der Fläche von 400 Fußballstadien.
Das Land Baden-Württemberg ist sich des hohen Werts dieser
historischen Schätze für unsere Städte bewusst und
pflegt sie mit hohem Aufwand. Rund fünf Millionen Euro pro
Jahr wendet das Land dafür auf, dabei sind die Personalkosten
noch nicht berücksichtigt. Besonderes Gewicht legen die Fachleute
dabei auf eine ökologisch einwandfreie, umweltverträgliche
Pflege. Bei einem sehr schmalen Bestand an eigenem Personal ist
das Land zudem ein wichtiger Auftraggeber für viele Gartenbaubetriebe
in Baden-Württemberg.
Seit 1967 hat das Land umfangreiche Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen
im Schloss und Garten Weikersheim durchgeführt bis die Anlage
ihr heutiges Erscheinungsbild gefunden hat. Dabei wurden bisher über
20 Millionen Euro investiert. Der Park mit den beiden Orangerie-Gebäuden
beanspruchte davon knapp 4 Millionen Euro. Das Gärtnerhaus
wurde 1996 fertiggestellt und das Gewehrhaus konnte im März
diesen Jahres eingeweiht werden. Die Sanierungskosten allein dieser
beiden Gebäude beliefen sich auf 3,3 Millionen Euro. Mehr
als 12 Millionen Euro erfordern die noch laufenden Sanierungsmaßnahmen
am Schloss.
Zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen ist 2006 eine Graf
Carl Ludwig von Hohenlohe gewidmete Ausstellung vorgesehen. Die
Sonderausstellung soll die glanzvolle Hofkunst des Hauses Hohenlohe
mit Leihgaben aus Privatbesitz und Museen in noch nie gezeigtem
Umfang darstellen und den Besuchern als weiteres Thema den Alltag
im Fürstenschloss auf der Grundlage neu erschlossener hohenlohischer
Archivzeugnisse lebendig machen.
Quelle: Finanzministerium
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