Die Zahl
der Handwerksbetriebe in der Region steigt. Zum 30. Juni waren
insgesamt 11 333 Betriebe bei der Handwerkskammer Heilbronn-Franken
eingetragen – das sind 90 Betriebe mehr als zu Jahresbeginn.
Damit verzeichnet die Kammer erstmals seit mehr als zehn Jahren eine
kräftige Steigerung.
Im zulassungspflichtigen Handwerk konnte die jahrelange Talfahrt
gestoppt werden. Hier hat sich die Zahl der Betriebe um 19 auf 8172
Betriebe leicht erhöht. Die steigenden Betriebszahlen in diesem
Bereich sieht Gerhard Pfander, Hauptgeschäftsführer der
Handwerkskammer, nicht nur positiv: „Das Ende der Talfahrt
im zulassungspflichtigen Handwerk ist auf den ersten Blick zwar erfreulich.
Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass sich der Gründungsboom
vor allem auf den erleichterten Zugang zu diesem Bereich durch Sonderbewilligungen
zurückführen lässt“, erklärt Pfander. So
kann sich ein Handwerker nach sechs Jahren Tätigkeit als Geselle – davon
vier Jahre in leitender Position – im zulassungspflichtigen
Handwerk selbstständig machen. 35 Prozent der Neugründungen
in diesem Bereich gehen auf Sonderbewilligungen zurück.
Seit der Novellierung der Handwerksordnung hat die Handwerkskammer
insgesamt knapp 400 Betriebe hinzugewonnen. „Zu hoffen bleibt,
dass es sich dabei nicht um so genannte Sumpfblüten handelt,
die aus der Not der Arbeitslosigkeit heraus entstanden sind“,
so Gerhard Pfander.
Auffällig im zulassungspflichtigen Bereich ist die erneute Steigerung
im Friseur-Handwerk (plus 26 Betriebe). Auch das Zimmerer-Handwerk
konnte um zwölf Betriebe zulegen. Von den größten
Verlusten betroffen sind die Elektrotechniker (minus zehn Betriebe)
und die Feinwerkmechaniker (minus neun Betriebe). Daneben gab es
große Fluktuationen bei den Maurern, Kfz-Technikern und Tischlern.
Zum zulassungspflichtigen Handwerk gehören 41 Berufe, für
deren selbstständige Ausübung der Meisterbrief oder eine
vergleichbare Prüfung erforderlich ist.
Bei den Kleinunternehmern, die so genannte einfache Tätigkeiten
ausüben, gab es keinerlei Veränderung. Nach wie vor sind
hier zwei Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen. Bei den einfachen
Tätigkeiten handelt es sich um Tätigkeiten aus dem zulassungspflichtigen
Handwerk, die in weniger als drei Monaten erlernt werden können.
Im zulassungsfreien Handwerk ist nochmals eine kräftige Steigerung
von 89 Betrieben auf 1381 zu verzeichnen. Den größten
Zuwachs registriert dabei das Fliesen-, Platten- und Mosaikleger-Handwerk
mit einem Plus von 36 Betrieben. Seit dem Wegfall der Meisterprüfung
als zwingende Voraussetzung zur Selbstständigkeit ist die Zahl
innerhalb von eineinhalb Jahren von 191 auf 291 Betriebe hochgeschnellt.
Dies entspricht einer Steigerung von mehr als 50 Prozent. Ähnliche
Steigerungsraten gibt es bei den Raumausstattern, bei denen nochmals
18 Betriebe hinzugekommen sind. Insgesamt ist die Zahl der Raumausstatterbetriebe
seit Inkrafttreten der neuen Handwerksordnung am 1. Januar 2004 von
106 auf 150 angewachsen. Grund hierfür dürfte zum einen
der Wegfall der Meisterpflicht sein. Zum anderen nutzen immer mehr
Handwerker die Möglichkeit, sich als Raumausstatter selbständig
zu machen, indem sie die Leistungen Streichen und Tapezieren im Innenbereich
anbieten. Dies ist zum Beispiel für Malergesellen oft der einzige
Weg zu einer selbstständigen Tätigkeit, zumal das Maler-
und Lackierer-Handwerk nach wie vor zulassungspflichtig ist. Auch
bei den Gebäudereinigern war eine Steigerung um neun auf 181
Betriebe zu verzeichnen.
Auf dem absteigenden Ast befindet sich seit Novellierung der Handwerksordnung
zum 1. Januar 2004 das handwerksähnliche Gewerbe, das einen
Verlust von 18 Betrieben auf 1778 hinzunehmen hat. Auch das erneute
Plus bei den Kosmetikern von 539 auf 548 Betriebe kann die Verluste
innerhalb dieser Gruppe nicht mehr wettmachen.
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