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Layher-Gerüste will Eibensbach treu bleiben

     
 
 

27.7.05


 

Alle verlagern ins Ausland - aber Layher widersteht dem Trend: Der Gerüsthersteller aus Güglingen-Eibensbach belässt seine Fertigung am Stammsitz. Dafür wird das Werk laufend modernisiert - aktuell mit einer neuen Produktionslinie für Stahlböden.

Die Region ist Layher wichtig. So sehr, dass sie ihre Aufträge fast immer an Firmen in der Umgebung vergeben. "Das ist unsere Geschäftspolitik", sagt Geschäftsführer Helmut Kreller. Und darum kommt die Presse für die neueste Produktionslinie aus dem Hause Heilbronn Maschinenbau. Sie ist nicht die erste in den Werkshallen am Stromberg: Seit 1972 arbeiten die Unternehmen regelmäßig zusammen.

Heilbronn-Geschäftsführer Jens Mezger ist vor allem stolz auf die technischen Raffinessen der 120 Tonnen schweren Maschine. Der Clou sind die beiden Werkzeuge, die ihre Position je nach den programmierten Maßen automatisch ändern. "Das ist noch lange nicht gang und gäbe", sagt Mezger. Nun können die Stahlböden, wie sie in Gerüsten vor allem im Industriebau Verwendung finden, quasi rund um die Uhr produziert werden - von gerade mal drei Mann pro Schicht.

Los geht's mit einem elf Tonnen schweren, 1,7 Kilometer langen Stahlband, dem so genannten Coil. In der Maschine des Heilbronner Unternehmens wird das Band drei Mal mehrfach gelocht und dann auf Länge geschnitten. Daran schließt sich eine Art Walzstraße an, in der die Bleche in Form gebogen werden. Nach gerade mal 15 Metern läuft ein nahezu fertiger Stahlboden auf einen Stapel. Nur die Auflagekrallen müssen noch dran geschweißt werden - die nötige Maschine wird im Herbst eingebaut. Alles in allem eine Investition von fünf Millionen Euro, erläutert Werkleiter Roland Hagmann. Sie ersetzt die bisherige Stahlbodenfertigung, für die statt einem Stahlband noch vor geschnittene Stahlplatten verwendet werden. Diese Maschine werde aber nicht still gelegt: "Wir werden darauf andere Produkte fertigen."

Denn Layher setzt auf Wachstum. Genaue Zahlen nennt das Familienunternehmen zwar nicht, aber der Umsatz habe in den ersten drei Monaten - das Geschäftsjahr beginnt zum 1. April - um einen zweistelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr zugelegt.

Die Beschäftigung - in Eibensbach sind 530 Mitarbeiter angestellt - werde eher noch zunehmen, trotz weiterer Automatisierung, kündigt der Geschäftsführer an. "Wir produzieren derzeit in drei Schichten an sechs Tagen pro Woche." Und zwar nur in Eibensbach - eine Verlagerung nach Osteuropa oder gar Fernost ist ausdrücklich kein Thema. "Durch unsere hochmoderne Produktion können wir den Standort halten", erläutert Kreller. "Und zwar zu weltmarktfähigen Preisen." Layher sei Marktführer in Europa, mit mehr als 60 Prozent Marktanteil alleine in Deutschland.

Die Baubranche macht nur einen Teil des Kundenkreises aus. Die größten Abnehmer kommen aus der Industrie - in Kraftwerken, Raffinerien und Chemiefabriken werden Layher-Gerüste oft eingesetzt. Auch der Schiffsbau, die Flugzeug- und die Event-Branche zählen zu den großen Kundengruppen. "Dadurch sind wir zu einem gewissen Teil krisensicher", sagt Kreller. Der Vertrieb werde stetig ausgeweitet, 2005 sind Töchter in Australien, Neuseeland, Chile und Norwegen hinzugekommen. Weltweit sind nun 900 Mitarbeiter am Stammsitz und in 18 Tochtergesellschaften beschäftigt, davon 600 in Deutschland.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 27. Juli 2005 von Heiko Fritze

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