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Region wächst im Land am stärksten

     
 
 

1.8.05


 

In Baden-Württemberg stieg die die Einwohnerzahl im Südwesten um 9,1 Prozent oder knapp 900 000 Personen. Und unsere Region wächst im Land am stärksten. Spitzenreiter sind der Landkreis Heilbronn (plus 20,7 Prozent) und der Hohenlohekreis (plus 18,1 Prozent).

Dass die Einwohnerzahl Baden-Württembergs seit 1990 prozentual stärker als in allen anderen Ländern gewachsen ist, erklärt die Chefin des Statistischen Landesamtes, Gisela Meister-Scheufelen, mit der günstigen Arbeitsmarktlage. So weise Baden-Württemberg seit August 2001 ununterbrochen die bundesweit geringste Arbeitslosenquote aus, sagte Meister-Scheufelen bei der Vorstellung der Langzeitstudie. Ein Fünftel der Bevölkerungszunahme seit 1990 beruht demnach auf einem Geburtenplus, vier Fünftel auf Wanderungsgewinnen. Als attraktive Alternative zur alten Heimat gilt der Südwesten vor allem Bürgern der neuen Länder.

Auch 2004 ist Baden-Württemberg gewachsen, mit einem Plus von 0,2 Prozent oder knapp 25 000 Personen jedoch weit schwächer als in den Vorjahren. Trotzdem liegt der Südwesten damit weiter an der Spitze der Länder. So wurden im Vorjahr allein in Baden-Württemberg mehr Kinder geboren als Menschen starben, allerdings haben inzwischen 18 der 44 Stadt- und Landkreise ein Geburtendefizit. Die Zahl aller Geburten im Land ist mit 96 700 so niedrig wie zuletzt 1985. Es fehle nach wie vor ein Drittel der Geburten, die notwendig wären, um die Bevölkerungszahl ohne Zuwanderung konstant zu halten, sagte Meister-Scheufelen. Die Entscheidung für Kinder falle nicht nur immer seltener, sondern auch immer später. Eine Frau bekommt nun im Durchschnitt ihr erstes Kind im Alter von knapp 30 Jahren - drei Jahre später als noch 1990.

Kommentar: Attraktive Region

Manchmal sagen nüchterne Zahlen der Statistiker mehr aus als schmückende Worte von Landespolitikern. Um gut neun Prozent ist die Bevölkerung in Baden-Württemberg seit der Wiedervereinigung gewachsen. Ein bundesweit einmaliger Bevölkerungs-Boom für den Südwesten. Spitzenreiter im Land ist die Region: Knapp 21 Prozent Zuwachs haben die Statistiker für den Landkreis Heilbronn errechnet, über 18 Prozent für den Hohenlohekreis.

Nüchterne Zahlen, die vor allem eines zeigen: Keine Region hat sich in den vergangenen 15 Jahren als attraktiver für Zuwanderer, vor allem aus den neuen Ländern, erwiesen. Der Erfolg hat viele Mütter und Väter, aber vor allem eine Ursache: die günstige Arbeitsmarktsituation. Wer seine Heimat verlässt, tut dies im Großteil der Fälle, um woanders einen oder gar einen besseren Arbeitsplatz zu finden. Somit weisen die Zahlen der Statistiker noch etwas aus: die Wirtschaftskraft der Region.
Der Stadtkreis Heilbronn dagegen, der vom Bevölkerungswachstum im Land unterdurchschnittlich profitiert hat, teilt das Schicksal anderer Großstädte: In den 1980er und 1990er Jahren zog es die Menschen - vor allem wegen der günstigeren Baulandpreise - aufs Land. Inzwischen zeichnet sich aber eine Trendwende ab, für die es zwei Gründe gibt: Die Immobilienpreise nähern sich leicht an. Und zunehmend zieht es ältere Menschen aufgrund der besseren Infrastruktur in die Zentren.

Quelle: Heilbronner Stimme vom 30. Juli 2005 von Roland Muschel

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