Einer
Herausforderung der besonderen Art stellt sich die Taubertäler
Firma "Backen nach Maass". Sie liefert täglich 900.000
Stück zum Weltjugendtag für die Pilger aus aller Welt.
Backen nach Maass" wurde 1999 in Lauda-Königshofen gegründet
und ist auf den Handel mit Tiefkühlbackwaren spezialisiert.
Es
ist eine Herausforderung der besonderen Art: Wenn ab dem heutigen
Dienstag hunderttausende von Pilgern zum Weltjugendtag in Köln
zusammen kommen, dann muss auch für deren leibliches Wohl
gesorgt sein. Sie wollen frühstücken, zu Mittag und zu
Abend essen, und für den Hunger zwischendurch sollte auch
was da sein. Ein Unternehmen, dass an dieser Aufgabe mitarbeitet,
ist die "Backen nach Maass" GmbH im "Industriepark
ob der Tauber", zwischen Lauda-Königshofen und Grünsfeld.
" Wir
müssen jeden Tag pünktlich 900 000 Brötchen in Köln
anliefern", fasst die Firmengründerin Rosemarie Maass
die Aufgabe kurz zusammen. Dahinter steckt eine große produktionstechnische
und logistische Herausforderung, denn in Köln müssen
die Backwaren an 650 verschiedene Stellen gebracht werden - fünf
Tage lang, jeden Morgen und jeden Abend.
" Backen nach Maass" wurde
1999 in Lauda-Königshofen gegründet und ist auf den Handel
mit Tiefkühlbackwaren spezialisiert. Wie Rosemarie Maass betont,
werden die Brötchen, Baguettes, Croissants, Süßstückchen
und vieles mehr nicht einfach nur angekauft, sondern nach eigenen
Vorgaben gebacken. Die Produktionsanlagen dafür mietet das
Unternehmen an. Ein zentrales Tiefkühllager befindet sich
in Wiesbaden. Im Herbst 2004 eröffnete das rund 30 Mitarbeiter
zählende Unternehmen seinen neuen Verwaltungssitz im "Industriepark
ob der Tauber", dem interkommunalen Gewerbegebiet der Städte
Lauda-Königshofen und Grünsfeld. "Wir beliefern
in erster Linie Bäckereien, aber auch zum Beispiel Bistros,
Rasthäuser, Tankstellen, Krankenhäuser oder Vollzugsanstalten
mit unseren Backwaren", beschreibt die Geschäftsführerin
den Kundenkreis. An Endverbraucher wird auch direkt am Firmensitz
verkauft.
An den Auftrag, Brötchen für den Weltjugendtag
zu liefern, kam "Backen nach Maass" über das Unternehmen "Sodexho
Weltjugendtag Catering GmbH". Diese Firma koordiniert für
die Großveranstaltung in Köln den Einsatz von etwa 500
Mitarbeitern, den Betrieb von drei Verteilzentren und etwa 260
mobilen Restaurants sowie die Frühstücksversorgung an
etwa 650 Einrichtungen. Wie Rosemarie Maass berichtet, habe Sodexho
per Internet nach einem Partner gesucht, der im großen Stil
täglich frische Brötchen liefern kann, zum einen für
das Frühstück, zum anderen für die Vesperpakete,
die für die Pilger täglich gerichtet werden. Der erste
Kontakt mit "Backen nach Maass" sei im November 2004
erfolgt, und seit Januar diesen Jahreswürden nun die Vorbereitungen
für den Großauftrag laufen. Um die Aufgabe neben dem
normalen Geschäftsbetrieb zu meistern, hat "Backen nach
Maass" seit Jahresbeginn sogar einige neue Mitarbeiter eingestellt.
Partner
bei der Lieferung und Verteilung der Ware ist das Transportunternehmen "Transthermos" mit
Sitz in München. Jeden Tag rollen nun insgesamt 15 Kühllastwagen
mit tiefgefrorenen Brötchen vom Produktionsstandort in Sachsen-Anhalt
in Richtung Weltjugendtag. In Wuppertal wird die Ware in kleinere
Lieferwagen umgeladen, die dann zu den 650 Verteilpunkten in Köln
und Umgebung ausschwärmen. Die Ware muss immer rechtzeitig
da sein, damit sie ausgepackt und aufgetaut werden kann, ehe die
hungrigen Pilger ihr Frühstück wollen. Schon jetzt ruht
in verschiedenen Kühlhäusern in Köln eine komplette
tiefgefrorene Tagesration Brötchen für den Weltjugendtag.
Das Taubertäler Unternehmen hat die Ware zur Sicherheit dort
eingelagert, falls es bei der täglichen Anlieferung per Lkw
eine Verzögerung geben sollte. Wenn alles glatt geht, werden
die in den Kühlräumen wartenden Backwaren dann am letzten
Tag des Weltjugendtages verbraucht werden.
Für die Verköstigung
der Köln-Besucher liefert "Backen nach Maass" neben
Ciabatta-Brötchen und Steinofen-Baguette-Brötchen auch
ein eigens für diesen Auftrag entwickeltes, deutsches Schnittbrötchen. "Das
ist das Brötchen, dass auch der Papst essen wird", freut
sich Rosemarie Maass. Wie aus dem Vatikan zu hören war, will
der Heilige Vater nämlich immer dort mitessen, wo er sich
gerade aufhält. Somit wird er früher oder später
sicher auch ein "Pilgerbrötchen" aus dem Taubertal
in die Hände bekommen.
Über den Auftrag für den Weltjugendtag
freut sich Rosemarie Maass besonders auch, weil er Referenz für
weitere Aufträge sein kann. "Das speziell entwickelte
Schnittbrötchen bestellt mittlerweile schon eine Flugzeug-Catering-Firma",
so die Geschäftsführerin. Und wer weiß: Vielleicht
ist "Backen nach Maass" beim nächsten Weltjugendtag
2008 wieder mit von der Partie. cb
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Fränkische Nachrichten - 16.08.2005
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