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Frische Brötchen aus dem Taubertal für die Köln-Pilger

     
 
 

15.8.05


 

Einer Herausforderung der besonderen Art stellt sich die Taubertäler Firma "Backen nach Maass". Sie liefert täglich 900.000 Stück zum Weltjugendtag für die Pilger aus aller Welt. Backen nach Maass" wurde 1999 in Lauda-Königshofen gegründet und ist auf den Handel mit Tiefkühlbackwaren spezialisiert.

Es ist eine Herausforderung der besonderen Art: Wenn ab dem heutigen Dienstag hunderttausende von Pilgern zum Weltjugendtag in Köln zusammen kommen, dann muss auch für deren leibliches Wohl gesorgt sein. Sie wollen frühstücken, zu Mittag und zu Abend essen, und für den Hunger zwischendurch sollte auch was da sein. Ein Unternehmen, dass an dieser Aufgabe mitarbeitet, ist die "Backen nach Maass" GmbH im "Industriepark ob der Tauber", zwischen Lauda-Königshofen und Grünsfeld.

" Wir müssen jeden Tag pünktlich 900 000 Brötchen in Köln anliefern", fasst die Firmengründerin Rosemarie Maass die Aufgabe kurz zusammen. Dahinter steckt eine große produktionstechnische und logistische Herausforderung, denn in Köln müssen die Backwaren an 650 verschiedene Stellen gebracht werden - fünf Tage lang, jeden Morgen und jeden Abend.

" Backen nach Maass" wurde 1999 in Lauda-Königshofen gegründet und ist auf den Handel mit Tiefkühlbackwaren spezialisiert. Wie Rosemarie Maass betont, werden die Brötchen, Baguettes, Croissants, Süßstückchen und vieles mehr nicht einfach nur angekauft, sondern nach eigenen Vorgaben gebacken. Die Produktionsanlagen dafür mietet das Unternehmen an. Ein zentrales Tiefkühllager befindet sich in Wiesbaden. Im Herbst 2004 eröffnete das rund 30 Mitarbeiter zählende Unternehmen seinen neuen Verwaltungssitz im "Industriepark ob der Tauber", dem interkommunalen Gewerbegebiet der Städte Lauda-Königshofen und Grünsfeld. "Wir beliefern in erster Linie Bäckereien, aber auch zum Beispiel Bistros, Rasthäuser, Tankstellen, Krankenhäuser oder Vollzugsanstalten mit unseren Backwaren", beschreibt die Geschäftsführerin den Kundenkreis. An Endverbraucher wird auch direkt am Firmensitz verkauft.

An den Auftrag, Brötchen für den Weltjugendtag zu liefern, kam "Backen nach Maass" über das Unternehmen "Sodexho Weltjugendtag Catering GmbH". Diese Firma koordiniert für die Großveranstaltung in Köln den Einsatz von etwa 500 Mitarbeitern, den Betrieb von drei Verteilzentren und etwa 260 mobilen Restaurants sowie die Frühstücksversorgung an etwa 650 Einrichtungen. Wie Rosemarie Maass berichtet, habe Sodexho per Internet nach einem Partner gesucht, der im großen Stil täglich frische Brötchen liefern kann, zum einen für das Frühstück, zum anderen für die Vesperpakete, die für die Pilger täglich gerichtet werden. Der erste Kontakt mit "Backen nach Maass" sei im November 2004 erfolgt, und seit Januar diesen Jahreswürden nun die Vorbereitungen für den Großauftrag laufen. Um die Aufgabe neben dem normalen Geschäftsbetrieb zu meistern, hat "Backen nach Maass" seit Jahresbeginn sogar einige neue Mitarbeiter eingestellt.

Partner bei der Lieferung und Verteilung der Ware ist das Transportunternehmen "Transthermos" mit Sitz in München. Jeden Tag rollen nun insgesamt 15 Kühllastwagen mit tiefgefrorenen Brötchen vom Produktionsstandort in Sachsen-Anhalt in Richtung Weltjugendtag. In Wuppertal wird die Ware in kleinere Lieferwagen umgeladen, die dann zu den 650 Verteilpunkten in Köln und Umgebung ausschwärmen. Die Ware muss immer rechtzeitig da sein, damit sie ausgepackt und aufgetaut werden kann, ehe die hungrigen Pilger ihr Frühstück wollen. Schon jetzt ruht in verschiedenen Kühlhäusern in Köln eine komplette tiefgefrorene Tagesration Brötchen für den Weltjugendtag. Das Taubertäler Unternehmen hat die Ware zur Sicherheit dort eingelagert, falls es bei der täglichen Anlieferung per Lkw eine Verzögerung geben sollte. Wenn alles glatt geht, werden die in den Kühlräumen wartenden Backwaren dann am letzten Tag des Weltjugendtages verbraucht werden.

Für die Verköstigung der Köln-Besucher liefert "Backen nach Maass" neben Ciabatta-Brötchen und Steinofen-Baguette-Brötchen auch ein eigens für diesen Auftrag entwickeltes, deutsches Schnittbrötchen. "Das ist das Brötchen, dass auch der Papst essen wird", freut sich Rosemarie Maass. Wie aus dem Vatikan zu hören war, will der Heilige Vater nämlich immer dort mitessen, wo er sich gerade aufhält. Somit wird er früher oder später sicher auch ein "Pilgerbrötchen" aus dem Taubertal in die Hände bekommen.

Über den Auftrag für den Weltjugendtag freut sich Rosemarie Maass besonders auch, weil er Referenz für weitere Aufträge sein kann. "Das speziell entwickelte Schnittbrötchen bestellt mittlerweile schon eine Flugzeug-Catering-Firma", so die Geschäftsführerin. Und wer weiß: Vielleicht ist "Backen nach Maass" beim nächsten Weltjugendtag 2008 wieder mit von der Partie. cb

© Fränkische Nachrichten - 16.08.2005

Backen nach Maass