Im Rahmen des Fußball-Confederations-Cup
2005 war wieder einmal die Künzelsauer Sportmanagement-Kompetenz
gefragt. Studenten der Reinhold-Würth-Hochschule waren in
den Stadien vor Ort und konnten anschließend der Fifa für
die WM 2006 wertvolle Hinweise geben. Zwei Absolventen arbeiten
derzeit für die Region Heilbronn-Franken an zielgruppenspezifischen
Angeboten für WM-Touristen.
Die Studenten des siebten Semesters
des Studienbereichs Sportmanagement der Reinhold-Würth Hochschule Künzelsau
unter der Leitung von Professor Alfons Madeja nahmen dieses sportliche Highlight einmal
mehr zum Anlass einer wissenschaftlichen Untersuchung. Im Rahmen
des Projektes wurden neben den Stadionbesuchern der Spiele in Hannover,
Nürnberg, Köln, Leipzig und Frankfurt auch die Bürgerinnen und Bürger in allen fünf Austragungsstädten
befragt.
Ziel des Projektes war zum einen die Beurteilung der organisatorischen Abläufe in den WM-Stadien. Zum anderen wurden die Bürgerinnen und Bürger der fünf Austragungsstädte nach ihren Wünschen und Bedürfnissen hinsichtlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land hinterfragt.
Die Ergebnisse der Befragungen ergänzen die Studie anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal, die im Auftrag von sieben Austragungsorten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland durchgeführt wurde und die von Professor Alfons Madeja vor den Ministerien der Bundesregierung sowie dem Tourismus- und Sportausschuss des Deutschen Bundestages in Berlin vorgetragen wurde.
Die Ergebnisse bieten neue Impulse für Städte und Gemeinden sowie die regionale Wirtschaft im Rahmen der Einbindung der WM 2006 , kommentiert Alfons Madeja das gerade fertig gestellte Werk. Was erwarten die Gastgeber in Bezug auf das Rahmenprogramm während der WM 2006 in den Städten und Gemeinden, über welche Medien informieren Sie sich und wo besteht noch Informationsbedarf? Offene Fragen, die anhand der Studie beantwortet werden können. Aufgrund der Ergebnisse ist davon auszugehen, dass die Bürgerinnen und Bürger bei entsprechendem Angebot dieses sportliche Großereignis in ihrer Region feiern werden, so Alfons Madeja. Stellt sich die Frage, welche Unternehmen und vor allem welche Kommunen von der WM 2006 in Deutschland tatsächlich profitieren können. Die Antwort liegt laut Professor Madeja auf der Hand: Am Ende wird derjenige das Rennen machen, der die Bedürfnisse seiner Zielgruppen kennt und diese befriedigt.
Doch die Zeit drängt knapp elf Monate vor dem WM-Start. Deshalb appelliert der Experte für Sportmanagement an die Kommunen und Unternehmen - auch in der Region. Nun ist es an der Zeit, dass Konzepte erstellt und umgesetzt werden, damit auch alle Beteiligten einen Nutzen ziehen können, fordert Professor Alfons Madeja nachdrücklich.
Absolventen der Künzelsauer Hochschule setzen derzeit die Erfahrungen aus der Portugal-Befragung in der Region Heilbronn-Franken um. Im „WM-Büro Heilbronn-Franken“ arbeiten Hendrik Sporys und Sascha Döther an der Positionierung der Region Heilbronn-Franken als WM-Drehscheibe SÜD. Dieses Konzept erfuhr schon bundesweit Aufmerksamkeit, weil es das einzige in Deutschland ist, das sowohl Angebote einer Region in drei Fandörfern zentral bündelt als auch das Angebot der Hotellerie und Gastronomie wie auch des Tourismus in den umliegenden Landschaften integriert.
In den nächsten Tagen geht es an die gezielte Investorenansprache. WHF-Geschäftsführer Steffen Schoch sieht eine riesige Chance für Unternehmen der Region wie auch von außerhalb, sich in den Fandörfern vor großem Publikum über vier Wochen zielgruppengenau zu präsentieren. „Wir wissen was die Besucher wünschen und das werden wir für sie in einer Art „Robinson-Club für WM-Touristen organisieren“, so der WHF-Chef.
Quelle: Hohenloher Zeitung vom 19.08.2005
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