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Automobilzulieferer ebm-papst weiter auf Erfolgskurs

     
 
 

24.8.05


 

Umsatz und Zahl der Mitarbeiter konnten beim Hohenloher Weltmarktführer für Motoren und Ventilatoren im Geschäftsjahr 2004/05 kräftig gesteigert werden. Mit eigenen Vertriebsniederlassungen ist ebm-papst mittlerweile in 47 Staaten auf allen fünf Kontinenten vertreten.

Trotz Dollarschwäche, hohen Rohstoffpreisen und Zurückhaltung der Kunden im Inland hat ebm-papst in dem Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr 2004/05 seinen Umsatz (konsolidiert) um 5,7 Prozent von 760 auf 803 Millionen Euro gesteigert.

Noch stärker ist die Zahl der Mitarbeiter des Weltmarktführers bei Motoren und Ventilatoren gestiegen: Von 7500 auf 8200 - vor allem durch Neueinstellungen in Ungarn und in China. Aber auch bei ebm-papst in Mulfingen und Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) hat die Mitarbeiterzahl wieder leicht auf über 2100 zugenommen. "Dank intelligenter Lösungen in der Produktion und der Bereitschaft der Mitarbeiter, länger zu arbeiten, ist es uns gelungen", so geschäftsführender Gesellschafter Gerhard Sturm, "die aus Kostengründen bereits geplante Verlagerung von Arbeit in Billiglohnländer zu vermeiden." Thomas Philippiak, als Geschäftsführer gemeinsam mit Sturm um den Erhalt des Standorts bemüht, erklärt dazu: "Wir kämpfen mit Erfolg um die Erhaltung jedes Arbeitsplatzes in Deutschland", betont der für diesen Bereich verantwortliche Geschäftsführer Thomas Philippiak.

Auch an den Standorten St. Georgen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Herbolzheim (Landkreis Emmendingen) ist die Mitarbeiterzahl um rund 50 auf mehr als 1360 gewachsen. Bei ebm-papst Landshut (Niederbayern), das ebenfalls ein leichtes Plus zu verzeichnen hatte, waren am 31. März 854 Mitarbeiter beschäftigt. In ganz Deutschland arbeiteten zu diesem Zeitpunkt 4319 Menschen für ebm-papst.

Von den ausländischen Mitarbeitern sind die meisten in der Produktion in Ungarn, Tschechien, Slowenien, USA, China und Indien tätig. Mit eigenen Vertriebsniederlassungen ist ebm-papst mittlerweile in 47 Staaten auf allen fünf Kontinenten vertreten. "Ohne die Kollegen im Ausland", erläutert Firmengründer Gerhard Sturm die Unternehmenspolitik, "könnte ebm-papst niemals so viele Mitarbeiter in Deutschland beschäftigen, wir könnten uns aufgrund der hohen Lohn- und Lohnnebenkosten in Deutschland im gnadenlosen internationalen Wettbewerb nicht behaupten."

Dass ebm-papst trotzdem die weitere Entwicklung des Standortes Deutschland optimistisch beurteilt, zeigt sich beim Blick auf die Investitionen. Sie sind bei ebm-papst Mulfingen um 77 Prozent auf 17,7 Millionen Euro angestiegen, in Landshut sogar um 112 Prozent auf 5,3 Millionen Euro. Aber auch der Zuwachs bei ebm-papst St. Georgen um 7,1 Prozent auf 15 Millionen Euro kann sich sehen lassen. ebm-papst investierte vor allem in die Entwicklung neuer Produkte, den Bau eines topmodernen Prüfstandes in Mulfingen und die Vergrößerung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die auch personell aufgestockt wurde, an allen drei Standorten. In St. Georgen war der Anstieg des Aufwandes für Forschung und Entwicklung um 53,3 Prozent auf 13,8 Millionen Euro am größten, gefolgt von Landshut mit 42,9 Prozent auf 5,0 Millionen Euro und Mulfingen um 8,2 Prozent auf 15,8 Millionen Euro.

Vor allem am Unternehmenssitz in Mulfingen hat ebm-papst die Diversifizierung im letzten Geschäftsjahr konsequent weiter vorangetrieben. Hier reicht das Produktprogramm mittlerweile vom Maschinenbau über Hausgeräte, Kälte- und Klimatechnik, Druck- und Automobilindustrie bis zur Informationstechnologie und Telekommunikation, um nur einige Branchen beispielhaft herauszugreifen. "Das Interesse an unseren Energiesparriesen hat rund um den Globus deutlich zugenommen", freut sich Gerhard Sturm. Die auf wichtigen Messen mit Preisen ausgezeichneten, elektronisch kommutierten Motoren mit einem Lüfterrad bis zu einem Meter Durchmesser sind vor allem in Australien und Asien sehr schnell auf dem Vormarsch.

Bei ebm-papst Mulfingen wuchs der Umsatz im zurückliegenden Geschäftsjahr um 5,3 Prozent auf 340 Millionen Euro, bei ebm-papst St. Georgen um 9,4 auf 232 Millionen Euro, und bei ebm-papst Landshut, erst 1997 von Alcatel-SEL übernommen, kletterte der Umsatz sogar zweistellig: um 16,4 Prozent auf 149 Millionen Euro. "In den USA ist der Umsatz zwar erneut erheblich gewachsen", so Geschäftsführer Thomas Philippiak, "aber jenseits des Atlantiks schrieben wir im Geschäftsjahr 2004/2005 tiefrote Zahlen. Das schmälerte den Ertrag des Unternehmens." Die Geschäftsführung von ebm-papst geht aber davon aus, dass sich der Dollar gegenüber dem Euro weiter erholen wird.

Der Exportanteil hat an allen Unternehmensstandorten erneut leicht zugenommen und erreicht in Mulfingen mit 72 Prozent den höchsten Prozentsatz (St. Georgen 61 Prozent und Landshut 60 Prozent).

Für das laufende Geschäftsjahr 2005/06 rechnen Sturm und Philippiak mit einem leichten Umsatzplus der gesamten Gruppe in der Größenordnung des Vorjahres: "Wir setzen auf Innovation an allen Fronten, auf technisch noch anspruchsvollere Produkte, und wir müssen noch schneller, flexibler und kostengünstiger werden."

Quelle © Fränkische Nachrichten - 24.08.2005

   
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