Südwestmetall-Mitglieder in der Region Heilbronn-Franken
stellen in diesem Jahr 576 neue Auszubildende ein. Mit der Förderung
leistungsschwächerer Jugendlicher setzt der Verband einen
sozialpolitischen Akzent und leistet einen wichtigen Beitrag zur
Bildungsarbeit in der Region.
Andere reden, wir tun was. So meldet sich der regionale Südwestmetall-Geschäftsführer
Rolf Blaettner in der Ausbildungsdebatte zu Wort. Seine Mitgliedsbetriebe
in der Region schaffen im laufenden Jahr gut 100 zusätzliche
Lehrstellen, die der Verband mit 307 Euro pro Stelle und Monat
unterstützt.
Wir haben keinen Pakt gebraucht, um die Notwendigkeit von Ausbildung
zu verstehen , sagt Ernst Mutscheller, der bei Südwestmetall
die Bildungsarbeit verantwortet und verweist auf die Initiative
Start2000plus , die bereits seit 1998 läuft.
Wir schauen dabei nicht nur auf den aktuellen Bedarf der Mitgliedsfirmen,
sondern wollen damit auch einen sozialpolitischen Akzent setzen,
was die Förderung leistungsschwächerer Jugendlicher angeht,
sagt Mutscheller gestern in Heilbronn. Dass 20 Prozent der Schulabsolventen
nicht oder nur eingeschränkt ausbildungsfähig seien,
ist für ihn ein unerträglicher Zustand.
Landesweit setzen die Metallarbeitgeber auch im laufenden Jahr
rund 20 Millionen Euro, um ihre Mitgliedsbetriebe bei der Nachwuchsgewinnung
zu unterstützen. 1,6 Millionen Euro davon fließen in
die Region Heilbronn-Franken. Dass zwei Drittel der Südwestmetall-Mitglieder
ausbilden - und nicht nur 20 Prozent der Firmen wie im Durchschnitt
aller Branchen, wertet er als Erfolgsmerkmal. Finanziert wird die
Ausbildungsinitiative übrigens aus der Kriegskasse der Arbeitgeber,
aus der üblicherweise Arbeitskämpfe bezahlt werden.
Nur mit höher qualifizierten Mitarbeitern werden die Unternehmen
den zukünftigen Anforderungen gerecht werden, sagt der regionale
Südwestmetall-Vorsitzende und Illig-Geschäftsführer
Karl Schäuble. Die Betriebe müssten schließlich
nicht nur die Notwendigkeiten meistern, die aus der Globalisierung
resultierten, sondern auch die Auswirkungen der Demographie.
Schäuble zieht daraus zweierlei Schlüsse: Wir brauchen
mehr gut qualifizierte Mitarbeiter. Und: In zehn bis 15 Jahren
werden wir keine Arbeitsplätze für ungelernte mehr haben.
Für Facharbeiter - und noch mehr für Ingenieure - sieht
er in der Metall-Branche weiterhin gute Perspektiven: Wenn in Deutschland
Arbeitsplätze abgebaut werden, dann bedeutet dies häufig
einen strukturellen Wandel, der mit einem Aufbau von qualifiziertem
Personal einhergeht.
Südwestmetall fördert übrigens nicht nur zusätzliche
Lehrstellen, sondern auch zusätzliche Berufsakademie-Studenten.
Außerdem setzte der Verband mit verschiedenen Projekten auf
eine Verbesserung der Schulen. Mutscheller: Da kommt zu wenig Begeisterung
rüber. Deswegen sind Mathe und Physik oft eine Qual für
die Schüler.
Quelle Heilbronner Stimme von Manfred Stockburger
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