Übersicht

 
 
 

Forschungsarbeit die in die Welt ausstrahlt

     
 
 

20.9.05


 

In zehn Jahren Außenstelle Bronnbach des Fraunhofer ISC Würzburg wurden Zeichen gesetzt. Die Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Silicatforschung findet weltweite Anerkennung. Zahlreiche Innovationen fanden von hier aus den Weg zum Kunden.

Zehn Jahre Außenstelle Bronnbach des Fraunhofer Instituts für Silicatforschung (ISC) Würzburg: Dieses Jubiläum wurde am Freitag in Bronnbach begangen, und es gab allen Grund zum Feiern. Denn was sich in dieser Dekade hinter den altehrwürdigen Klostermauern an hochmoderner Forschung, Wissenschaft und auch praktischer Umsetzung etabliert und entwickelt hat, das fand bei allen Grußrednern höchste Anerkennung. Demonstrativ belegt wurde dieses "Erfolgsmodell" auch von verschiedenen Vorträgen der verantwortlichen Wissenschaftler, die deutlich machten, dass Bronnbacher Forschungsarbeit weltweit Anwendung findet und ausstrahlt.

Professor Dr. Gerd Müller, Leiter des Frauenhofer Instituts ISC Würzburg, erinnerte in seiner Begrüßung an die Anfänge in Kloster Bronnbach. So habe sich die Kooperation mit der Forschungsgemeinschaft Technisches Glas (FTG) von Anfang an in enger und freundschaftlicher Weise "zum Wohl unserer Partner und Bronnbachs" entwickelt. Überraschend schnell und harmonisch habe sich auch das Bündnis mit dem Landkreis als Hausherr der Liegenschaft von Kloster Bronnbach unter der damaligen intensiven und entscheidenden Mitarbeit von Landrat Georg Denzer gestaltet. Ebenso habe man auf die finanzielle Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium des Landes, auf die Partnerschaft der Stadt Wertheim und die Hilfe der Industrie- und Handelskammer Heilbronn bauen können.

Zehn Jahre Außenstelle Bronnbach des Frauenhofer ISC seien nicht nur zehn Jahre intensiver Zusammenarbeit, sondern auch zehn Jahre erfolgreicher wissenschaftlicher Arbeit. Dies werde nicht nur dadurch belegt, dass sich die früheren Leiter der Außenstelle (Dr. Dieter Fuchs, Dr. Klaus Sebastian und Dr. Hannelore Römich) in Bronnbach qualifiziert und heute überregionale und internationale Aufgaben übernommen hätten. In der gegenseitigen Befruchtung des Würzburger Instituts und Bronnbach habe man in den Kompetenzfeldern Umweltmonitoring und Kulturgüterschutz, sowie in der Mess- und Prozesstechnik Zeichen gesetzt. Sehr erfolgreich habe sich auch nach der Zusammenführung der Arbeitsgruppen von FTG und ISC das Analytische Dienstleistungszentrum (Chemische Analytik, Photoelektronenspektro- und Elektronenmikroskopie) entwickelt, was sich auch an den wirtschaftlichen Erträgen ablesen lasse.

Die enge Kooperation zwischen FTG und ISC habe sich bewährt und positiv gezeigt bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Messverfahren als Schnittstelle zwischen Industrie und Wissenschaft. In Bronnbach erfolge auch der entsprechende Gerätebau mit höchster Präzision und kundenspezifischer Flexibilität sowie die weltweite Vermarktung. So seien zahlreiche Innovationen in den vergangenen zehn Jahren für die Glasindustrie auf den Weg gebracht worden (zum Beispiel neue Methoden zur Markierung von Glasartikeln, Kunststoffbeschichtungen auf Glasartikeln oder quecksilberfreies Präzisionthermometer). Ebenso seien vielfältige Aufgaben im Bereich Umweltmonotoring und High-Tech-Entwicklungen im Kulturgüterschutz bewältigt worden, die "von Bronnbach in die Welt hinaus strahlen", so Professor Müller.

Die zehn Jahre in Bronnbach seien schnell vergangen, hoffte Müller, dass man auch in den kommenden zehn Jahren ähnlich erfolgreich agieren und sich dabei "auch die Mannschaft" verdoppeln werde. "Wir fühlen uns als Bronnbacher und sind sehr gastlich aufgenommen worden", so Dr. Müller.

" Die zehnjährige ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem ISC" sei auch für die FTG ein Tag zum Feiern, betonte deren Vorsitzender Willi Schwend. Er erinnerte an die Anfänge der Glasindustrie in Wertheim nach dem Zweiten Weltkrieg. Bald habe man erkannt, das man zu Forschungszwecken ein Institut benötige. So sei 1951 die FTG gegründet worden, die damit zu den ältesten Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg zähle. In den folgenden Jahren fungierte die FTG auf den verschiedenen Bereichen der Glasforschung, Entwicklung von Maschinen und Hilfsgeräten. Aufgrund von Platzmangel sei die FTG 1991 von der Ferdinand-Hotz-Straße schließlich nach Bronnbach in das für viel Geld sanierte Gebäude umgezogen.

" Vier Jahre später erfolgte dann die sinnvolle Kooperation mit dem ISC Würzburg", so Schwend. Der Gründungsgedanke der FTG, sich durch gegenseitige Unterstützung voran zu bringen, sei "auch heute noch der Geist, der die gemeinsame Arbeit mit dem ISC vorantreibt". Die FTG habe bis 1995 rund vier Millionen Euro an Mitteln der Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen und seit der Kooperation mit dem ISC noch einmal mehr als zwei Millionen Euro nach Wertheim geholt.

Die Existenz der FTG und damit auch die Grundlage der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem ISC sei in der Vergangenheit durch die Hilfe von Land, Landkreis, der Stadt Wertheim und die Treue der Mitgliedsfirmen gefördert worden. Anerkennung sprach Schwend auch den Mitarbeitern des Instituts für deren Erfindungsreichtum und Fleiß aus. Besonders würdigte der Redner "die kluge Voraussicht und geschickte Vorgehensweise des Kooperationspartners ISC in Person von Professor Müller."

Im Anschluss an weitere Grußworte (siehe separaten Bericht) standen zwei Vorträge auf dem Programm. So referierte Dr. Andreas Diegeler, Leiter der Außenstelle Bronnbach, über die "Mess- und Prozesstechnik in Bronnbach". Unterstützt von einer Powerpoint-Präsentation, gab er dabei anschaulich Aufschluss über die vielfältigen Wissenschaftsfelder, die in Kloster Bronnbach erforscht und auch erfolgreich umgesetzt werden. Dies verdeutlichte in seinem Referat ebenso Dr. Peter Mottner, Leiter der Kompetenzfelder "Umweltmonitoring und Kulturgüterschutz" in der Außenstelle.

Bei einer Führung durch die Räumlichkeiten des ISC konnten sich die Gäste, Vertreter des öffentlichen Lebens und insbesondere der Glasindustrie, auch in der Praxis von den komplexen Forschungsarbeiten überzeugen. Dabei wurden etwa Methoden der Klimasimulation und -prüfung im Bereich des Kulturgüterschutzes ebenso vorgestellt wie zertifizierter Gerätebau oder Prototypen in der Mess- und Prozesstechnik. ber

© Fränkische Nachrichten - 19.09.2005

 
         
 
Unbenanntes Dokument

Die Region bietet Gaumen-Freuden für jeden Geschmack: Dass Heilbronn-Franken top ist, zeigt sich auch in den Gourmetführern. Ob Michelin, Varta, Gault Millau, Aral oder Feinschmecker - die Gastronomie der Region ist mit zahlreichen Kochlöffeln, Kochmützen und Sternen ausgezeichnet.