Der Umsatz
der Creglinger Wirthwein-Gruppe steigt in 2005 auf 180 Millionen
Euro. 1300 Mitarbeiter sind jetzt in zehn Unternehmungen
tätig. Jetzt wurden die Firmen Riegler in Mühltal und
Keller & Sohn in Würzburg übernommen.
„Es ist ein weiteres wichtiges Standbein zur Arrondierung
unserer AG“ - so kommentiert Dipl.-Ing. Udo Wirthwein, Vorstandsvorsitzender
der Wirthwein AG in Creglingen, die Übernahme des renommierten
Unternehmens Riegler in Mühltal bei Darmstadt mit 160 Mitarbeitern.
Die neue Firma unter dem Dach der Wirthwein AG mit einem Jahresumsatz
von etwa 20 Millionen Euro produziert hochwertige Kunststoff-Erzeugnisse
für Medizintechnik, Pharmazie, Kosmetik, Biochemie, Diagnostik,
Analyse und Labor. So stellt das Unternehmen beispielsweise die
Sets aus Kunststoff zur DNA-Analyse, für Hygiene-Schnelltests,
Küvetten, Pipetten und Pharmaflaschen in Reinraum-Produktion
her, aber auch Spülgeräte für Kontaktlinsen gehören
unter anderem zur Produktpalette. Die Übernahme erfolgt Mitte
September.
Für das jetzt neu zur AG hinzu gekommene Unternehmen sieht
Vorstandsvorsitzender Udo Wirthwein gute Zukunftschancen, zumal
Riegler unter dem geschäftsführenden Gesellschafter Horst
Riegler zu den führenden Kunststoff-Unternehmen für Medizin-Technik
in Deutschland zählt und sich durch hohe Qualitätsstandards
einen guten Namen gemacht hat. Über den Kaufpreis schweigt
sich die Wirthwein AG allerdings aus. Udo Wirthwein: „Riegler
bietet gute Erweiterungsmöglichkeiten, ist sehr innovativ
und auch die Gewinnmarchen stimmen.
Zur Wirthwein-Gruppe neu hinzu gekommen ist auch die Firma Keller & Sohn
in Würzburg, ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern, das auf
Bodenbeläge und Estriche spezialisiert ist. Die alteingesessene
Firma in Würzburg ergänzt die Aktivitäten von Winkler
Design in Röttingen und Bembé-Parkett in Bad Mergentheim,
die ebenfalls in der Wirthwein-Gruppe „beheimatet“ sind.
Für diese drei Wirthwein-Unternehmungen soll in Würzburg
ein gemeinsames Kompetenz-Center für Inneneinrichtung mit
großem Ausstellungsbereich entstehen.
Engagement in Polen
Im Bereich „Weiße Ware“ hat Wirthwein in neue
Produktionsanlagen im polnischen Lódz im vergangenen Jahr
12 Millionen Euro (Neubau und Maschinen) investiert. Zaun an Zaun
zu einem der weltweit größten Hausgeräte-Hersteller
werden in dem Firmenneubau Kunststoff-Baugruppen für Wäschetrockner
gefertigt. Udo Wirthwein: „Unser Unternehmen in Polen ist
im ersten Jahr hervorragend angelaufen. Und auch für 2006
ist bereits eine sehr gute Auslastung sicher gestellt. In den kommenden
Jahren erwarten wir dort weitere Steigerungen.“ Wirthwein
Polska liefert dem Großkunden Baugruppen direkt aufs Band. „Die
Wirthwein AG hat sich mit großem Erfolg vom Hersteller von
Spritzgussprodukten zum Systemlieferanten entwickelt. Wirthwein
fertigt für den Kunden Systembaugruppen für eine neue
Trockner-Serie, die taktgebunden weiterführend zur vereinten
Montagelinie zusammenlaufen“, erläutert der Vorstandsvorsitzende
im Gespräch mit der Tauber-Zeitung. Bei Wirthwein Polska in
Lódz, eines der Paradepferde der AG, sind derzeit 100 Mitarbeiter
beschäftigt, im kommenden Jahr sollen es bereits 140 Beschäftigte
sein.
USA-Aktivitäten
Gut entwickelt habe sich auch die Carolina Technical Plastics
Corp. in New Bern in North Carolina/USA, die 2003 unter dem Dach
der Wirthwein AG gegründet worden ist. Auch dort liefert Wirthwein
Systemteile für Waschmaschinen und Trockner für den amerikanischen
Markt. Zudem konnte man in den USA auch im Automotive-Bereich gut
Fuß fassen. Dort erhielt Wirthwein jetzt einen Großauftrag
für den Interieurbereich eines Pkw von einem der großen
deutschen Automobilhersteller. Wirthwein will dort den Automotive-Bereich
als zusätzliches Standbein weiter ausbauen.
Übrigens: die Werkzeuge für den Kunststoff-Spritzguss
in Amerika werden in den Firmen der Wirthwein-Gruppe Formtechnik
Osterode, Riegler in Mühltal und in Creglingen gefertigt.
In New Bern hat Wirthwein insgesamt 11 Millionen Euro investiert,
derzeit sind dort 55 Mitarbeiter beschäftigt.
Wirthwein Nauen, 1996 gegründet, hat jetzt von einem Großkunden
einen langfristigen Liefervertrag bis zum Jahr 2013 erhalten. Hier
werden Baugruppen für eine neue Waschmaschinen-Serie geliefert.
In Nauen beschäftigt Wirthwein derzeit etwa 50 Mitarbeiter.
Bei Wirthwein Brandenburg liegt der Schwerpunkt der Fertigung
auf der Herstellung von Befestigungsteilen für den Gleisbau.
Im Spritzguss-Verfahren werden überwiegend Komponenten für
Gleisbefestigungssysteme sowie Kabelkanalsysteme gefertigt. Dort
hat Wirthwein derzeit 55 Mitarbeiter. Das weltweite Eisenbahngeschäft
des Unternehmens ist konstant.
Bei der 1999 übernommenen Formtechnik Osterode werden zum überwiegenden
Teil die Spritzgusswerkzeuge für den Bereich Wäschepflege
für die gesamte Gruppe von den dort beschäftigten 35
Mitarbeitern gefertigt. Hinzu kommen noch Werkzeuge für den
Automotive-Bereich.
Gut entwickelt hat sich auch das Objektgeschäft für
Gesellschaftsverpflegung, Hotellerie und Gastronomie bei der Wirthwein-Tochter
Winkler Design in Röttingen. Zum Hauptgeschäft zählen
neben hochwertigen Kantineneinrichtungen und Großküchenanlagen
auch sämtliche Bordkücheneinrichtungen aller ICE-Züge.
Im neuen Würzburger Kompetenz-Center präsentiert sich
Winkler Design mit einer Ausstellung für die Gastronomie und
baut den Wartungsservice weiter aus.
Bembé verstärkt Export
Eine tiefgreifende Neuausrichtung ist derzeit beim Wirthwein-Unternehmen
Bembé-Parkett in Bad Mergentheim im Gange. Bekanntlich wurde
die komplette Parkett-Produktion ins Werk II an der Herrenwiesenstraße
verlagert. Zur Zeit werden die alten Firmengebäude bis auf
die frühere Deutschordens-Manufaktur (die Verwaltung bleibt
vorerst in diesen Gebäuden) abgebrochen und gleichzeitig im
Werk II neue Produktions- und Lagergebäude errichtet. Auf
dem dann frei geräumten Areal am Wolfgangstraßen-Kreisel
soll, wie von der Stadt Bad Mergentheim gewünscht, ein attraktiver
Wohnpark in unmittelbarer Innenstadtnähe entstehen.
Bei Bembé-Parkett wird derzeit der Vertrieb neu strukturiert.
Das Unternehmen will den Export von hochwertigen Parkett-Bodenbelägen
verstärken. Dazu sind Firmenstützpunkte in der Schweiz,
Spanien und in England in der Planung.
Und am Stammsitz der Wirthwein AG in Creglingen? Dort soll 2005/06
eine neue Logistikhalle gebaut und der Werkzeugbau erweitert werden.
Wirthwein investiert hier rund zwei Millionen Euro.
Vorstandsvorsitzender Udo Wirthwein im Gespräch mit der TZ
abschließend: „Insgesamt ist die Gruppe in den unterschiedlichsten
Branchen wie Bahn, Hausgeräte, Automotive, Medizintechnik,
Elektro und Innenausbau breit gefächert aufgestellt und sehr
erfolgreich am Markt. Wir sehen sehr optimistisch in die Zukunft.“
|