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Bestes Jahr in der Wirthwein-Firmengeschichte

     
 
 

26.9.05


 

Der Umsatz der Creglinger Wirthwein-Gruppe steigt in 2005 auf 180 Millionen Euro. 1300 Mitarbeiter sind jetzt in zehn Unternehmungen tätig. Jetzt wurden die Firmen Riegler in Mühltal und Keller & Sohn in Würzburg übernommen.

„Es ist ein weiteres wichtiges Standbein zur Arrondierung unserer AG“ - so kommentiert Dipl.-Ing. Udo Wirthwein, Vorstandsvorsitzender der Wirthwein AG in Creglingen, die Übernahme des renommierten Unternehmens Riegler in Mühltal bei Darmstadt mit 160 Mitarbeitern.

Die neue Firma unter dem Dach der Wirthwein AG mit einem Jahresumsatz von etwa 20 Millionen Euro produziert hochwertige Kunststoff-Erzeugnisse für Medizintechnik, Pharmazie, Kosmetik, Biochemie, Diagnostik, Analyse und Labor. So stellt das Unternehmen beispielsweise die Sets aus Kunststoff zur DNA-Analyse, für Hygiene-Schnelltests, Küvetten, Pipetten und Pharmaflaschen in Reinraum-Produktion her, aber auch Spülgeräte für Kontaktlinsen gehören unter anderem zur Produktpalette. Die Übernahme erfolgt Mitte September.

Für das jetzt neu zur AG hinzu gekommene Unternehmen sieht Vorstandsvorsitzender Udo Wirthwein gute Zukunftschancen, zumal Riegler unter dem geschäftsführenden Gesellschafter Horst Riegler zu den führenden Kunststoff-Unternehmen für Medizin-Technik in Deutschland zählt und sich durch hohe Qualitätsstandards einen guten Namen gemacht hat. Über den Kaufpreis schweigt sich die Wirthwein AG allerdings aus. Udo Wirthwein: „Riegler bietet gute Erweiterungsmöglichkeiten, ist sehr innovativ und auch die Gewinnmarchen stimmen.

Zur Wirthwein-Gruppe neu hinzu gekommen ist auch die Firma Keller & Sohn in Würzburg, ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern, das auf Bodenbeläge und Estriche spezialisiert ist. Die alteingesessene Firma in Würzburg ergänzt die Aktivitäten von Winkler Design in Röttingen und Bembé-Parkett in Bad Mergentheim, die ebenfalls in der Wirthwein-Gruppe „beheimatet“ sind. Für diese drei Wirthwein-Unternehmungen soll in Würzburg ein gemeinsames Kompetenz-Center für Inneneinrichtung mit großem Ausstellungsbereich entstehen.

Engagement in Polen

Im Bereich „Weiße Ware“ hat Wirthwein in neue Produktionsanlagen im polnischen Lódz im vergangenen Jahr 12 Millionen Euro (Neubau und Maschinen) investiert. Zaun an Zaun zu einem der weltweit größten Hausgeräte-Hersteller werden in dem Firmenneubau Kunststoff-Baugruppen für Wäschetrockner gefertigt. Udo Wirthwein: „Unser Unternehmen in Polen ist im ersten Jahr hervorragend angelaufen. Und auch für 2006 ist bereits eine sehr gute Auslastung sicher gestellt. In den kommenden Jahren erwarten wir dort weitere Steigerungen.“ Wirthwein Polska liefert dem Großkunden Baugruppen direkt aufs Band. „Die Wirthwein AG hat sich mit großem Erfolg vom Hersteller von Spritzgussprodukten zum Systemlieferanten entwickelt. Wirthwein fertigt für den Kunden Systembaugruppen für eine neue Trockner-Serie, die taktgebunden weiterführend zur vereinten Montagelinie zusammenlaufen“, erläutert der Vorstandsvorsitzende im Gespräch mit der Tauber-Zeitung. Bei Wirthwein Polska in Lódz, eines der Paradepferde der AG, sind derzeit 100 Mitarbeiter beschäftigt, im kommenden Jahr sollen es bereits 140 Beschäftigte sein.

USA-Aktivitäten

Gut entwickelt habe sich auch die Carolina Technical Plastics Corp. in New Bern in North Carolina/USA, die 2003 unter dem Dach der Wirthwein AG gegründet worden ist. Auch dort liefert Wirthwein Systemteile für Waschmaschinen und Trockner für den amerikanischen Markt. Zudem konnte man in den USA auch im Automotive-Bereich gut Fuß fassen. Dort erhielt Wirthwein jetzt einen Großauftrag für den Interieurbereich eines Pkw von einem der großen deutschen Automobilhersteller. Wirthwein will dort den Automotive-Bereich als zusätzliches Standbein weiter ausbauen.

Übrigens: die Werkzeuge für den Kunststoff-Spritzguss in Amerika werden in den Firmen der Wirthwein-Gruppe Formtechnik Osterode, Riegler in Mühltal und in Creglingen gefertigt. In New Bern hat Wirthwein insgesamt 11 Millionen Euro investiert, derzeit sind dort 55 Mitarbeiter beschäftigt.

Wirthwein Nauen, 1996 gegründet, hat jetzt von einem Großkunden einen langfristigen Liefervertrag bis zum Jahr 2013 erhalten. Hier werden Baugruppen für eine neue Waschmaschinen-Serie geliefert. In Nauen beschäftigt Wirthwein derzeit etwa 50 Mitarbeiter.

Bei Wirthwein Brandenburg liegt der Schwerpunkt der Fertigung auf der Herstellung von Befestigungsteilen für den Gleisbau. Im Spritzguss-Verfahren werden überwiegend Komponenten für Gleisbefestigungssysteme sowie Kabelkanalsysteme gefertigt. Dort hat Wirthwein derzeit 55 Mitarbeiter. Das weltweite Eisenbahngeschäft des Unternehmens ist konstant.

Bei der 1999 übernommenen Formtechnik Osterode werden zum überwiegenden Teil die Spritzgusswerkzeuge für den Bereich Wäschepflege für die gesamte Gruppe von den dort beschäftigten 35 Mitarbeitern gefertigt. Hinzu kommen noch Werkzeuge für den Automotive-Bereich.

Gut entwickelt hat sich auch das Objektgeschäft für Gesellschaftsverpflegung, Hotellerie und Gastronomie bei der Wirthwein-Tochter Winkler Design in Röttingen. Zum Hauptgeschäft zählen neben hochwertigen Kantineneinrichtungen und Großküchenanlagen auch sämtliche Bordkücheneinrichtungen aller ICE-Züge. Im neuen Würzburger Kompetenz-Center präsentiert sich Winkler Design mit einer Ausstellung für die Gastronomie und baut den Wartungsservice weiter aus.

Bembé verstärkt Export

Eine tiefgreifende Neuausrichtung ist derzeit beim Wirthwein-Unternehmen Bembé-Parkett in Bad Mergentheim im Gange. Bekanntlich wurde die komplette Parkett-Produktion ins Werk II an der Herrenwiesenstraße verlagert. Zur Zeit werden die alten Firmengebäude bis auf die frühere Deutschordens-Manufaktur (die Verwaltung bleibt vorerst in diesen Gebäuden) abgebrochen und gleichzeitig im Werk II neue Produktions- und Lagergebäude errichtet. Auf dem dann frei geräumten Areal am Wolfgangstraßen-Kreisel soll, wie von der Stadt Bad Mergentheim gewünscht, ein attraktiver Wohnpark in unmittelbarer Innenstadtnähe entstehen.

Bei Bembé-Parkett wird derzeit der Vertrieb neu strukturiert. Das Unternehmen will den Export von hochwertigen Parkett-Bodenbelägen verstärken. Dazu sind Firmenstützpunkte in der Schweiz, Spanien und in England in der Planung.

Und am Stammsitz der Wirthwein AG in Creglingen? Dort soll 2005/06 eine neue Logistikhalle gebaut und der Werkzeugbau erweitert werden. Wirthwein investiert hier rund zwei Millionen Euro.

Vorstandsvorsitzender Udo Wirthwein im Gespräch mit der TZ abschließend: „Insgesamt ist die Gruppe in den unterschiedlichsten Branchen wie Bahn, Hausgeräte, Automotive, Medizintechnik, Elektro und Innenausbau breit gefächert aufgestellt und sehr erfolgreich am Markt. Wir sehen sehr optimistisch in die Zukunft.“

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