Ein neues
Verwaltungsgebäude in Neckarsulm soll das gestiegene
Selbstbewusstsein der Kolbenschmidt-Pierburg AG demonstrieren.
Vorstandschef Gerd Kleinert stellte der Belegschaft des Autozulieferers
gestern die Pläne des knapp zehn Millionen Euro teuren Bauprojekts
vor.
Wir investieren in Neckarsulm. Das bedeutet, dass wir zum Standort
Deutschland stehen, sagt Kleinert und verleiht der Investition
damit ein besonderes Gewicht. Parallel zum bestehenden KS-Hauptgebäude
soll ein zweiter Bau entstehen, in dem künftig die komplette
Verwaltung der börsennotierten Gesellschaft untergebracht
werden soll. Die ersten Vorarbeiten sind bereits im Gange. Die
Baugenehmigung für das Holding-Gebäude ist derzeit unterwegs.
Außendarstellung gehört heute einfach dazu , sagt Kleinert,
der das Unternehmen seit vier Jahren zu neuem wirtschaftlichem
Erfolg geführt hat. Wir wollen nicht klotzen , sagt er. Aufwändigere
Pläne, die etwa ein Gebäude in Kolbenform vorsahen, seien
deswegen verworfen worden. Dennoch soll der Neubau schön und
zweckmäßig werden, verspricht er.
Bis Ende 2006, wenn das neue Kundenzentrum eingeweiht wird, soll
auch das Marketing an den größten Standort des Unternehmens
ziehen. Der Vorstandschef verspricht sich davon eine Verbesserung
der Kommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen, die dann
nur noch durch kurze Wege getrennt sein sollen.
Erstmals seit der Übernahme von Kolbenschmidt durch Rheinmetall
Ende der 90er Jahre wird der weltweit aktive Zulieferer dann wieder
komplett von Neckarsulm aus gesteuert. Einige Verwaltungs-Bereiche
sind bereits während der vergangenen Monate aus Düsseldorf
und Neuss an den Neckar umgezogen. Sie wurden provisorisch im alten
KS-Gebäude untergebracht.
Der Neubau macht im bestehenden Gebäude Platz für die
Kolben-Sparte frei, die darin ihre Verwaltung und Entwicklungsabteilung
neu sortieren wird. Zwischen den beiden Häusern, also dort,
wo sich derzeit die Haupteinfahrt auf das Werksgelände befindet,
ist ein lichtdurchfluteter Wintergarten geplant, in dem unter anderem
Teile der Kantine untergebracht werden sollen. Der Lieferverkehr
soll völlig neu geregelt werden.
Im Zuge des Projekts werden auch einige neue Labors entstehen,
womit die Arbeitsbedingungen der rund 200 Entwickler am Standort
verbessert werden sollen. Gute Leute bekommt man nicht mehr, wenn
man keine guten Arbeitsbedingungen bieten kann , sagt Kleinerts
für Recht und Personal zuständige Vorstandskollege Jörg-Martin
Friedrich.
Quelle Heilbronner Stimme von Manfred Stockburger siehe www.stimme.de
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