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Goldgräberstimmung in Hohenlohe

     
 
 

1.10.05


 

Bei R. Stahl explodiert der Aktienkurs. Der Börsenwert der Waldenburger R. Stahl AG hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdreifacht. Für die Heilbronn-Franken AG waren die vergangenen zwölf Monate insgesamt aber eher durchwachsen.

Sogar das "Handelsblatt" hat den explosiven Hohenlohern in diesen Tagen einen Mehrspalter gewidmet - weil das Unternehmen zu den wenigen Aktiengesellschaften zählt, die von den Höhenflügen des Ölpreises profitieren: R. Stahl stellt Hightech-Geräte und -Schaltungen her, die in petrochemischen Anlagen zuhauf benötigt werden.
Der Preisschub hat eine Investitionsrallye ausgelöst. Für die Stahl-Aktionäre bedeutet dies einen satten Bonus: Vor Jahresfrist notierte die Aktie noch bei acht Euro, vor zwei Jahren sogar nur bei vier Euro. In diesen Tagen eilt sie in Riesenschritten auf die 30-Euro-Marke zu.

Nicht nur das Umfeld macht die Aktie interessant: die Großbank HBSC spricht in ihrer jüngsten Analyse von "überzeugenden Zahlen". Das Kursziel, das die Finanzexperten vor sechs Wochen mit 21,50 Euro angegeben hatten, ist allerdings längst Makulatur. Kein Wunder, dass der Vorstand mit einer Kapitalerhöhung liebäugelt.

Und was machen die anderen? Ein Kursziel von 20 Euro hält die West-LB für plausibel, die jüngst ihre erste Studie der Neckarsulmer Bechtle AG veröffentlicht hat. Im Vergleich zum Vorjahr hat das IT-Systemhaus zwar auch zugelegt - um etwa zehn Prozent. In den vergangenen drei Monaten hat das Papier allerdings ziemlich Federn lassen müssen: Immerhin notierte die Bechtle-Aktie zeitweise bei 22 Euro und ist seither deutlich zurückgefallen - auf vergleichsweise magere 17,50 Euro. Die jüngsten Zahlen haben Analysten und Anleger offenbar nicht wirklich überzeugt, obwohl das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr in mancher Hinsicht in einem ruhigeren Fahrwasser unterwegs ist.

Weniger steil als im durch Rheinmetall-Übernahmefantasien geprägten vergangenen Jahr fällt die Kurskurve bei Kolbenschmidt-Pierburg aus. Allerdings steht die Aktie dort zurzeit bei etwa 40 Euro, was im Vergleich zu September 2004 immer noch eine Steigerung um ein Drittel bedeutet. Anfang 2003 dümpelte der Kurs noch deutlich unter zehn Euro.

Wenig Grund zur Freude hatten dagegen Anleger, die sich auf eine gute Entwicklung bei der Neckarsulmer TDS verlassen hatten: Seit Monaten zeigt die Kurskurve nach unten. Auch bei der Sternenfelser Steag Hamatech sieht die Entwicklung nicht viel besser aus. Die Papiere des amerikanischen Chipherstellers Atmel, der in Heilbronn mit einem großen Werk vertreten ist, haben übers Jahr etwa die Hälfte des Wertes verloren.

Quelle Heilbronner Stimme von Manfred Stockburger siehe www.stimme.de

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