Bei R. Stahl
explodiert der Aktienkurs. Der Börsenwert der
Waldenburger R. Stahl AG hat sich in den vergangenen zwölf
Monaten mehr als verdreifacht. Für die Heilbronn-Franken AG
waren die vergangenen zwölf Monate insgesamt aber eher durchwachsen.
Sogar das "Handelsblatt" hat den explosiven Hohenlohern
in diesen Tagen einen Mehrspalter gewidmet - weil das Unternehmen
zu den wenigen Aktiengesellschaften zählt, die von den Höhenflügen
des Ölpreises profitieren: R. Stahl stellt Hightech-Geräte
und -Schaltungen her, die in petrochemischen Anlagen zuhauf benötigt
werden.
Der Preisschub hat eine Investitionsrallye ausgelöst. Für
die Stahl-Aktionäre bedeutet dies einen satten Bonus: Vor
Jahresfrist notierte die Aktie noch bei acht Euro, vor zwei Jahren
sogar nur bei vier Euro. In diesen Tagen eilt sie in Riesenschritten
auf die 30-Euro-Marke zu.
Nicht nur das Umfeld macht die Aktie interessant: die Großbank
HBSC spricht in ihrer jüngsten Analyse von "überzeugenden
Zahlen". Das Kursziel, das die Finanzexperten vor sechs Wochen
mit 21,50 Euro angegeben hatten, ist allerdings längst Makulatur.
Kein Wunder, dass der Vorstand mit einer Kapitalerhöhung liebäugelt.
Und was machen die anderen? Ein Kursziel von 20 Euro hält
die West-LB für plausibel, die jüngst ihre erste Studie
der Neckarsulmer Bechtle AG veröffentlicht hat. Im Vergleich
zum Vorjahr hat das IT-Systemhaus zwar auch zugelegt - um etwa
zehn Prozent. In den vergangenen drei Monaten hat das Papier allerdings
ziemlich Federn lassen müssen: Immerhin notierte die Bechtle-Aktie
zeitweise bei 22 Euro und ist seither deutlich zurückgefallen
- auf vergleichsweise magere 17,50 Euro. Die jüngsten Zahlen
haben Analysten und Anleger offenbar nicht wirklich überzeugt,
obwohl das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr in mancher Hinsicht
in einem ruhigeren Fahrwasser unterwegs ist.
Weniger steil als im durch Rheinmetall-Übernahmefantasien
geprägten vergangenen Jahr fällt die Kurskurve bei Kolbenschmidt-Pierburg
aus. Allerdings steht die Aktie dort zurzeit bei etwa 40 Euro,
was im Vergleich zu September 2004 immer noch eine Steigerung um
ein Drittel bedeutet. Anfang 2003 dümpelte der Kurs noch deutlich
unter zehn Euro.
Wenig Grund zur Freude hatten dagegen Anleger, die sich auf eine
gute Entwicklung bei der Neckarsulmer TDS verlassen hatten: Seit
Monaten zeigt die Kurskurve nach unten. Auch bei der Sternenfelser
Steag Hamatech sieht die Entwicklung nicht viel besser aus. Die
Papiere des amerikanischen Chipherstellers Atmel, der in Heilbronn
mit einem großen Werk vertreten ist, haben übers Jahr
etwa die Hälfte des Wertes verloren.
Quelle Heilbronner Stimme von Manfred Stockburger siehe www.stimme.de
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