Unter dem
Motto „Weinig 100 plus“ feiert die Michael
Weinig AG, Weltmarktführer für Holzbearbeitungsmaschinen
in Tauberbischofsheim, ihr 100-jähriges Bestehen. Ehrengast
und Festredner Bundeskanzler Gerhard Schröder trug sich gut
gelaunt ins Goldene Buch der Stadt Tauberbischofsheim ein.
Ein sichtlich gut gelaunter Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte
jetzt die Stadt Tauberbischofsheim, um der Firma Weinig zum 100.
Geburtstag zu gratulieren. Zuvor trug er sich bei einem kleinen Empfang
im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt ein.
Ein Geschenk hatte Bürgermeister Wolfgang Vockel für den
hohen Gast parat: Badischer Wein vom Edelberg, weiß und rot,
wie die Stadtfarben. Lob gab es vom Stadtoberhaupt auch für
die Treue des Bundes und die enge Partnerschaft in Sachen Sportförderung.
Denn die Stadt habe ihren Ruf den Erfolgen im Fechten zu verdanken,
die nachhaltig geprägt wurden durch die persönlichen und
sportlichen Spitzenleistungen der Emil Beck’schen Medaillenschmiede. "Bund
und Land machen den Spitzensport bei uns erst möglich",
so Vockel.
Aber er gab dem Kanzler auch kritische Worte mit auf den Weg nach
Berlin. Die Entscheidung zur Schließung des Bundeswehrstandortes
müsse hingenommen werden, sei aber nicht nachvollziehbar. Vockel
sah den staatlich verordneten Strukturwandel als Chance für
die Stadt, "Aber der Initiator muss bei der bevorstehenden Konversion
mit im Boot bleiben", wollte er den Bund gerne in die Pflicht
nehmen.
"
Nach dieser Kritik habe ich gar kein Geschenk mehr erwartet",
feixte der Kanzler. Und gelassen, die Hand in der Hosentasche, machte
er deutlich: "Das bekomme ich derzeit von jedem Bürgermeister
zu hören, der von einer Standortschließung betroffen ist." Die
Bundeswehr sei kein Unternehmen, sondern werde von Steuern bezahlt,
und mit denen müsse man sparsam umgehen. Die Armee habe den
Auftrag zur Verteidigung und neuerdings für Frieden weltweit
zu sorgen und nicht Strukturpolitik zu betreiben.
Dass Tauberbischofsheim die deutsche Fechterhochburg ist, blieb dem
Bundeskanzler nicht verborgen. Nicht nur weil die Jüngsten des
Fechtclubs als Florettfechter und kleine Musketiere am Eingang des
Rathauses zusammen mit dem Hausherrn und der Volkstanzgruppe den
Gast empfangen hatten. Namen wie Emil Beck, Dr. Thomas Bach und Anja
Fichtel und viele erfolgreiche Sportler brachte Schröder mit
der Stadt in Verbindung. Jetzt, mit den Tropfen vom Edelberg, kann
der Kanzler prüfen, ob man beim Klang Tauberbischofsheims nicht
an beides, an Fechten und an Wein, denkt.
Ganz Staatsmann, trug sich Schröder flugs ins Goldene Buch der
Stadt ein, ehe er versuchte, zum eigentlichen Gastgeber, der Firma
Weinig zu enteilen. Doch so schnell ließ man "Genosse
Gerhard" nicht ziehen, und der Kanzler war sofort zum nächsten
Foto und Autogramm überredet. Das Bad in der Menge und den Applaus
genoss er. Und die Tauberbischofsheim harrten aus, trotz des Regens.
Quelle Fränkische Nachrichten siehe www.fnweb.de
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