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Mustang investiert in neue Hosenläden

     
 
 

24.10.05


 

Die erste deutsche Jeans kam aus der Region Heilbronn-Franken. Eine kleine Schneiderei besorgte sich 1945 die ersten Jeans von amerikanischen GIs. Das war der erfolgreiche Start für die Mustang-Jeans, die in diesem Jahr wieder in die Gewinnzone galoppieren will.

Der Umsatz des Künzelsauer Mode-Unternehmens wird zwar nochmals rückläufig sein, Inhaber Heiner Sefranek geht jedoch davon aus, dass seine Firmengruppe im laufenden Jahr wieder ein positives Ergebnis erwirtschaften wird.
Noch immer belastet das Auslaufen der Joop-Lizenz per Ende 2003 die Zahlen des Künzelsauer Unternehmens, das in den vergangenen Jahren eine gewaltige Schrumpfkur hinnehmen musste: Zu besten Zeiten setzten die Hohenloher mit Joop immerhin 50 Millionen Euro im Jahr um.
Im vergangenen Geschäftsjahr 2004, über das Sefranek gestern in Stuttgart bei der Wirtschaftspressekonferenz berichtete, sank der der Gesamtumsatz der Gruppe immer noch im Zusammenhang mit dem Wegfall der Marke Joop um 7,8 Prozent auf knapp 112 Millionen Euro. Trotz weiterer Sparmaßnahmen reichte es dabei nur zu einem positiven operativen Ergebnis.
Mit der wiedererstarkten Kernmarke Mustang geht es aber vorwärts. Hier erreichten die Künzelsauer im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 5,5 Prozent. Ebenfalls im Plus - allerdings von einem niedrigerem Niveau aus - lagen die Umsätze mit der Marke Bogner.

Mit den auch im Inland deutlich positiven Zahlen haben sich die Künzelsauer vom nach wie vor schwierigen Bekleidungsmarkt entkoppelt. Aber wie? Erstens, indem die Marke nach oben gezogen worden ist: Die Zeiten, in denen wir mit Jeans for everybody geworben haben, sind vorbei.
Erstmals sei es Mustang im vergangenen Jahr zudem gelungen, über selbst kontrollierte Einzelhandelsflächen bei Kunden mehr Umsatz hinzuzugewinnen als durch den Rückgang im klassischen Einzelhandel weggefallen ist - und zwar nicht über Preiszugeständnisse, sondern mit überdurchschnittlich wertiger Ware. Unser Ziel ist, jede Woche eine neue Warenwelt zu präsentieren. So wie Tchibo , erklärt Heiner Sefranek. Der Turnaround scheint somit gelungen.

Im ersten Halbjahr 2005 hat Mustang den Umsatz um 11,1 Prozent auf 47,2 Millionen gesteigert. Besonders positiv haben sich dabei lauf Sefranek der eigene Einzelhandel und die Lizenzumsätze entwickelt. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile fast 300 von Mustang in Eigenregie bewirtschaftete Einzelhandelsflächen, deren wirtschaftlicher Erfolg sich allesamt im oder über dem Plan bewegt. In drei Jahren möchte der 57-Jährige das komplette Deutschlandgeschäft auf eine solche im Branchenjargon als vertikal bekannte Geschäftsbeziehung umgestellt haben. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 1200 Geschäfte, die Mustang führen.

Hinzu kommen Franchise-Geschäfte, die Sefranek vor allem im Ausland weiter ausbauen möchte. So öffnen in diesen Tagen Mustang-Geschäfte in Russland, in China, in Bulgarien, Portugal. Sogar in Casablanca sind die Hohenloher Hosenmacher mit einem Markenladen vertreten. Bis Ende des Jahres soll es weltweit 116 Mustang-Stores geben. Im nächsten Jahr sollen die ersten Hosen aus Hohenlohe in der arabischen Welt verkauft werden.

Von Manfred Stockburger Quelle Heilbronner Stimme vom 21. Oktober 2005 siehe www.stimme.de

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