Die erste
deutsche Jeans kam aus der Region Heilbronn-Franken. Eine kleine
Schneiderei besorgte sich 1945 die ersten Jeans von
amerikanischen GIs. Das war der erfolgreiche Start für die
Mustang-Jeans, die in diesem Jahr wieder in die Gewinnzone galoppieren
will.
Der Umsatz des Künzelsauer Mode-Unternehmens wird zwar nochmals
rückläufig sein, Inhaber Heiner Sefranek geht jedoch
davon aus, dass seine Firmengruppe im laufenden Jahr wieder ein
positives Ergebnis erwirtschaften wird.
Noch immer belastet das Auslaufen der Joop-Lizenz per Ende 2003
die Zahlen des Künzelsauer Unternehmens, das in den vergangenen
Jahren eine gewaltige Schrumpfkur hinnehmen musste: Zu besten Zeiten
setzten die Hohenloher mit Joop immerhin 50 Millionen Euro im Jahr
um.
Im vergangenen Geschäftsjahr 2004, über das Sefranek
gestern in Stuttgart bei der Wirtschaftspressekonferenz berichtete,
sank der der Gesamtumsatz der Gruppe immer noch im Zusammenhang
mit dem Wegfall der Marke Joop um 7,8 Prozent auf knapp 112 Millionen
Euro. Trotz weiterer Sparmaßnahmen reichte es dabei nur zu
einem positiven operativen Ergebnis.
Mit der wiedererstarkten Kernmarke Mustang geht es aber vorwärts.
Hier erreichten die Künzelsauer im vergangenen Jahr ein Umsatzplus
von 5,5 Prozent. Ebenfalls im Plus - allerdings von einem niedrigerem
Niveau aus - lagen die Umsätze mit der Marke Bogner.
Mit den auch im Inland deutlich positiven Zahlen haben sich die
Künzelsauer vom nach wie vor schwierigen Bekleidungsmarkt
entkoppelt. Aber wie? Erstens, indem die Marke nach oben gezogen
worden ist: Die Zeiten, in denen wir mit Jeans for everybody geworben
haben, sind vorbei.
Erstmals sei es Mustang im vergangenen Jahr zudem gelungen, über
selbst kontrollierte Einzelhandelsflächen bei Kunden mehr
Umsatz hinzuzugewinnen als durch den Rückgang im klassischen
Einzelhandel weggefallen ist - und zwar nicht über Preiszugeständnisse,
sondern mit überdurchschnittlich wertiger Ware. Unser Ziel
ist, jede Woche eine neue Warenwelt zu präsentieren. So wie
Tchibo , erklärt Heiner Sefranek. Der Turnaround scheint somit
gelungen.
Im ersten Halbjahr 2005 hat Mustang den Umsatz um 11,1 Prozent
auf 47,2 Millionen gesteigert. Besonders positiv haben sich dabei
lauf Sefranek der eigene Einzelhandel und die Lizenzumsätze
entwickelt. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile fast 300
von Mustang in Eigenregie bewirtschaftete Einzelhandelsflächen,
deren wirtschaftlicher Erfolg sich allesamt im oder über dem
Plan bewegt. In drei Jahren möchte der 57-Jährige das
komplette Deutschlandgeschäft auf eine solche im Branchenjargon
als vertikal bekannte Geschäftsbeziehung umgestellt haben.
Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 1200 Geschäfte, die
Mustang führen.
Hinzu kommen Franchise-Geschäfte, die Sefranek vor allem im
Ausland weiter ausbauen möchte. So öffnen in diesen Tagen
Mustang-Geschäfte in Russland, in China, in Bulgarien, Portugal.
Sogar in Casablanca sind die Hohenloher Hosenmacher mit einem Markenladen
vertreten. Bis Ende des Jahres soll es weltweit 116 Mustang-Stores
geben. Im nächsten Jahr sollen die ersten Hosen aus Hohenlohe
in der arabischen Welt verkauft werden.
Von Manfred Stockburger Quelle Heilbronner Stimme vom 21. Oktober
2005 siehe www.stimme.de
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