Die größte Freizeit- und Erlebniseinrichtung der Region geht in den Winterschlaf. Während dieser Zeit werden neue Attraktionen gebaut und die bestehenden Anlagen gewartet. Knapp 600.000 Besucher kamen in der abgelaufenen Saison.
Mit einem Druckmesser überprüft Daniel Miljkovic die Reifen. Seit neun Uhr steht er für den Sicherheitscheck am Waschzuber. Die letzten zwei Tage will ich kein Theater, sagt der 54-Jährige und blickt auf die Anzeige: 0,2 bar - alles in Ordnung. Ab Montag ist auch für ihn die Saison beendet. Zwei, drei Wochen wird er dann noch mithelfen, die Fahrgeschäfte winterfest zu machen. Hinter dem Waschzuber lagern die ersten Wannen bereits auf einer Wiese, präpariert mit Sprühwachs gegen die Witterung und abgedeckt mit Planen. Die anderen Bottiche schickt Miljkovic auf eine der letzten Fahrten in der Saison 2005 - über die sich Betreiber des Parks nicht beklagen können. Entschädigung für das verregnete Frühjahr lieferte der sommerliche Herbst.
2000 bis 5000 Besucher pro Tag nutzen in den vergangenen Wochen bei optimalem Wetter Badewanne, Waschzuber und Donnerbalken, berichtet Pressesprecherin Britta Dirrler. Den Besucherzahlen von 580 000 Menschen stehen aber auch um gut zehn Prozent gestiegene Energiekosten im Vergleich zum Vorjahr gegenüber. In der Hochsaison verbrauchte der Park allein an einem Tag gut 300 000 Kilowattstunden Strom. Von Januar bis Oktober waren es 1,7 Millionen Kilowattstunden. So viel, wie 425 Einfamilienhäuser pro Jahr zusammen verbrauchen.
Das, sagt Britta Dirrler, sei aber nicht der Grund, warum der Eintritt in der kommenden Saison um einen Euro, für Kinder auf 16 und für Erwachsene auf 19 Euro, steigen werde. Der Freizeitpark investiert Geld in neue sanitäre Anlagen und Behindertentoiletten. Zudem wird es 2006 zwei neue Attraktionen geben. An der einen, die Dorfstraße mit Gastro- und Geschenkartikelbereich, wird bereits seit Jahresbeginn gebaut. Für die andere reist Betreiber Helmut Fischer im November nach Amerika. Was es sein wird, verrät die Pressesprecherin nicht.
Nur soviel: Es wird eine Familienattraktion mit Interaktion, und sie wird im Eingangsbereich an der neuen Dorfstraße stehen. Am Waschzuber hat Daniel Miljkovic die Herbstblätter aus der Rinne geblasen. Ein Knopfdruck setzt die Pumpen in Bewegung, die pro Sekunde rund 4500 Liter Wasser in den Kanal schütten. Das Rafting zählt zu den Fahrgeschäften, die am meisten Strom verbrauchen. Das gurgelnde Wasser lockt die ersten Besucher an. Robert Schuler, Jasmin und Bärbel Kirch aus Bad Dürckheim springen in den Bottich. Bernd Kirch bleibt außen vor. Das muss ich mir nicht antun, meint das Familienoberhaupt. Seine Familie ist da anderer Meinung - trotz nasser Hosen Anfang November.
Quelle Heilbronner Stimme vom 7.11. von Andrea Bußmann
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