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7.11.05
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Als einzige
Region in Deutschland, treffen hier drei Weinanbaugebiete zusammen:
Baden, Franken und Württemberg. Jetzt gab es einen
Medaillensegen bei der badischen Gebietsweinprämierung für
Weingüter in der Region.
Trotz des Begriffs "gute Tropfen" gab man sich nicht
etwa mit einem Tröpfeln zufrieden, nein, es "regnete" gewissermaßen
Medaillen: Mit zahlreichen goldenen und silbernen Plaketten wurden
insgesamt sechs Weingüter und Winzergenossenschaften aus dem
Bereich Tauberfranken bedacht, als jetzt bei der badischen Gebietsweinprämierung
2005 die jeweiligen Preisträger offiziell benannt wurden.
Verbunden mit der Freisprechungsfeier der Jungwinzer durch das
Regierungspräsidium Freiburg und der Vorstellung der Weinküfer
des Prüfungsjahres hatte der Badische Weinbauverband erneut
zu einem Festakt in den Großen Saal der Oberrheinhalle in
Offenburg eingeladen, in dem am Freitagnachmittag rund 700 Besucher
gespannt auf die Bekanntgabe der einzelnen Ergebnisse warteten.
Den Ehrenpreis für das hiesige Gebiet, einen von 15, holte
sich bereits zum 21. Mal und gleichzeitig ununterbrochen seit 1993
die Genossenschaft Becksteiner Winzer.
Bei wie gewohnt musikalischer Umrahmung durch die Trachtenkapelle
Zell-Weierbach freute sich der Präsident des Badischen Weinbauverbandes,
Gerhard Hurst (Rammersweier), über das "zweite Erntedankfest" in
diesem seriösen Ambiente, ehe er sich näher mit dem Weinjahrgang
2005 in Baden befasste. Der Präsident, der anmerkte, dass
gerade dieser Jahrgang deutlich gemacht habe, wie viel Einwirkung
die Witterung auf die Entwicklung der Trauben besitze, warf daraufhin
noch einmal einen ausführlichen Blick zurück auf den
Vegetationsverlauf in diesem Jahr und die kürzlich abgeschlossene
Weinlese in diesem "Bilderbuch-Herbst" (wir berichteten).
"
Auf Grund der sehr guten Qualität und den guten Säurewerten
dürfen sich die Konsumenten auf frische und lebendige Weine
mit intensiven Fruchtaromen freuen", betonte Hurst, der allerdings
darauf hinwies, dass sich die zunächst erwarteten und geschätzten
Mengen zum Ende des Herbstes als falsch erwiesen hätten. Statt
der erhofften 90 bis 93 Hektoliter pro Hektar rechne man nach den
jetzigen Erntemeldungen mit rund 88 Hektoliter, weshalb sich die
Einlagerung in Baden statt auf 139 eher auf 133 Millionen Hektoliter
einpendeln werde, so der Präsident. Auch die gesamte deutsche
Ernte werde deutlich geringer ausfallen, wusste Gerhard Hurst,
der die Hoffnung aussprach, dass man dennoch die Nachfrage nach
badischem Wein bei den Verbrauchern erfüllen könne. "Der
noch teilweise in den Kellern vorhandene Jahrgang 2004 versetzt
uns in die Lage, den Markt ausreichend zu beliefern, wobei aber
je nach Betrieb bei einzelnen Sorten gewisse Engpässe nicht
auszuschließen sind", hieß es.
Nach Grußworten durch den örtlich zuständigen Landtagsabgeordneten,
den Repräsentanten des baden-württembergischen Ministeriums
für Ernährung und Ländlichen Raum sowie den Vertreter
der Oberbürgermeisterin von Offenburg, die auf Veränderungen
im Weinbau abhoben und auf den Vormarsch der roten Erzeugnisse
verwiesen, erfolgte die Freisprechung der diesmal 36 Jungwinzer
durch den Abteilungsdirektor Dieter Blaess vom Regierungspräsidium
Freiburg, ehe sich die Vorstellung der 16 Weinküfer und sechs
Kellermeister des Prüfungsjahres 2005 durch den Vorsitzenden
des Vereines der Weinküfer und Kellermeister, Peter Wohlfarth,
anschloss. Danach gehörte das Mikrofon dann wieder dem Präsidenten,
der die Prämierungsergebnisse bekanntgab.
Wie Gerhard Hurst verdeutlichte, werde das jährlich herausgegebene
Preisträgerverzeichnis der badischen Gebietsweinprämierung
von vielen Weinfreunden bereits als gute Visitenkarte und Wegweiser
durch die Vielfalt des Angebotes hin zu ganz besonderen Qualitätsweinen
erwartet.
2005, in dem man fortgeführt habe, zur Steigerung der Attraktivität
das Marketing für die Spitzenprodukte zu verbessern, seien
insgesamt 2078 Rebensäfte zur Bewertung angestellt worden,
von denen man 1904 und damit 92 Prozent prämiert habe. Die
trockenen stellten dabei den höchsten prozentualen Anteil,
betonte der Präsident, der darauf abhob, dass somit 7,4 Millionen
Flaschen mit dem Prämierungszeichen ausgestattet worden seien,
dies bedeute eine Weinmenge von 5,9 Millionen Liter. Gemessen an
den Weinen, die 2005 amtlich geprüft worden seien, nämlich
13 300 mit 110 Millionen Liter, machten die prämierten "guten
Tropfen" einen Anteil von fünf Prozent aus, fügte
Hurst noch an, der außerdem anmerkte, dass die 131 beteiligten
Betriebe (von fast 400) immerhin fast 80 Prozent der gesamten Rebfläche
abdeckten.
Nach einem Abstecher zu den ebenfalls ausgezeichneten 20 badischen
Sekten mit knapp 48 000 Prämierungszeichen verlieh die Badische
Weinkönigin Simone Landerer (Vogtsburg) die diversen Ehrenpreise,
unterstützt von ihren Prinzessinnen, bevor der gebürtige
Werbacher Peter Wohlfarth, der Leiter des Staatsweingutes Freiburg & Blankenhornsberg
in Ihringen und künftige Geschäftsführer (ab dem
1. Februar 2006), schon zum neunten Mal eine 18-stöckige Probe
prämierter Weine präsentierte, und zwar aus den Jahrgängen
2003 und 2004. Vorausgegangen war dabei ein 2003er Kerner-Sekt
vom Kirchberg, ausgebaut von den Becksteiner Winzern.
Die Becksteiner Genossenschaft war es ebenfalls, die im Bereich
Tauberfranken den Vogel abschoss, holte man doch neben 31 Gold-
und zwei Silbermedaillen noch vier Mal Gold beim Sekt. Darüber
hinaus gingen weitere Auszeichnungen in den Main-Tauber-Kreis,
und zwar an den Winzerhof Baumann in Dertingen (eine silberne Medaille),
an das Weingut Oesterlein aus Dertingen (drei Silbermedaillen),
an das Weingut Wilhelm Englert in Kembach (eine Silbermedaille),
an die Gebiets-Winzergenossenschaft Franken aus Repperndorf bei
Kitzingen für den Tauberfränkischen Bocksbeutelkeller
Reicholzheim (zehn goldene und acht silberne Medaillen) sowie an
das Weingut Norbert Geier in Königheim (drei Mal Gold und
sechs Mal Silber), das sich außerdem eine Goldmedaille beim
Sekt sicherte.
© Fränkische Nachrichten - 07.11.2005 www.fnweb.de von
bix.
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