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Besucher kommen durchs Hosenbein

     
 
 

18.11.05


 

Die Mustang-Bekleidungswerke werden in Künzelsau ein Jeans-Museum einrichten. Dieses Mustang-Museum für die Zukunft soll 2007 eröffnet werden, rechtzeitig zum 75-jährigen Jubiläum des Unternehmens.

Standort wird das Gründerhaus in der Künzelsauer Austraße 10 sein. Die Planungen für dieses Museum rund um Jeans, Mode und Zeitgeschichte sind bereits weit vorangeschritten. Virtuell, das heißt am Computerbildschirm, kann es sogar schon besucht werden. Auf zwei Stockwerken des ehemaligen Wohnhauses in der Austraße 10 sollen, so erklärt Jacqueline Sefranek, die Firmen- und Familiengeschichte sowie das Wechselspiel zwischen Mode und politischen oder kulturellen Entwicklungen dargestellt werden. Das Haus wird baulich nicht verändert. Das Museum ist im Raum-im-Raum -Konzept geplant. In die bestehenden Räume werden neue Räume hineingebaut. Hier sind die Wurzeln, hier hat Heiner Sefraneks Großmutter Luise Hermann mit sechs Nähmaschinen angefangen , sagt Jacqueline Sefranek, Geschäftsführerin Bogner Jeans. Klaus Megerle von Mustang ist seit diesem Frühjahr mit der Projektleitung Museum beauftragt. Die ersten Planungen für ein Museum liegen laut Jacqueline Sefranek aber bereits gut zwei Jahre zurück.

Der Besucher wird das Museum durch ein Hosenbein betreten. Nach der Vorstellung der Museumsplaner werden dort, wo heute der Eingang zum Wohnhaus Austraße 10 ist, zwei überdimensionale, stilisierte Hosenbeine aus Metall und Denim aufgestellt. Durch eines führt der Weg ins Museum, wobei an die Innenseite der Eingangs-Hose optische Effekte die Illusion erwecken werden, als komme dem Besucher eine Herde Mustangs entgegen galoppiert. Vor allem wird das Museum von den Exponaten zur Firmen- und Familiengeschichte leben. Privatfilme aus den 50ern, Plakate, Preislisten, Spots, Werbeanzeigen oder das erste Firmenlogo L. Hermann Kleiderfabrik .

Es hat sich angeboten, das jetzt zu dokumentieren. Sonst geht das irgendwann verloren , sagt Klaus Megerle über den Zweck des Museums. Er kann eine aus Baumwoll-Köper gefertigte Hermann-Jeans vom Beginn der 50er-Jahre ebenso zeigen wie die erste aus original US-Denim gefertigte Mustang Jeans von 1958. Mustang will, wie Jacqueline Sefranek betont, nicht den Anspruch erheben, die Jeans erfunden zu haben. Mit dem Namen Albert Sefranek sei aber der Weg der Jeans in Deutschland maßgeblich verbunden, die erste europäische Jeans. In einem blauen Raum des Museums wird die Erfindung der Jeans durch Levi Strauss beleuchtet. Eine Replika der ersten Levi s Jeans wird gezeigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Veredelung der Jeans, etwa durch Sandbestrahlung oder manuelle Nachbearbeitung.

Visuelle Inszenierungen werden zu den verschiedenen Themen für eine attraktive Präsentation sorgen. Im Zukunftsraum soll der Besucher, gestützt auf Sound- und Bildpräsentationen, einen Ausblick in die Jeans-Zukunft wagen können. Es geht um die Fragen, wo die Trends herkommen oder Kollektionen entstehen. Ein Netzwerkraum, der die persönlichen Verbindungen des Unternehmens darstellt, ein Raum zum Thema Marke, Market, Marketing und ein virtuelles Gästebuch sind auf den beiden Stockwerken, Gesamtfläche 280 Quadratmeter, geplant.

Quelle Heilbronner Stimme vom 20.11.2005 von Henry Doll siehe www.stimme.de

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