Die Mustang-Bekleidungswerke
werden in Künzelsau ein Jeans-Museum
einrichten. Dieses Mustang-Museum für die Zukunft soll 2007
eröffnet werden, rechtzeitig zum 75-jährigen Jubiläum
des Unternehmens.
Standort wird das Gründerhaus in der Künzelsauer Austraße
10 sein. Die Planungen für dieses Museum rund um Jeans, Mode
und Zeitgeschichte sind bereits weit vorangeschritten. Virtuell,
das heißt am Computerbildschirm, kann es sogar schon besucht
werden. Auf zwei Stockwerken des ehemaligen Wohnhauses in der Austraße
10 sollen, so erklärt Jacqueline Sefranek, die Firmen- und
Familiengeschichte sowie das Wechselspiel zwischen Mode und politischen
oder kulturellen Entwicklungen dargestellt werden. Das Haus wird
baulich nicht verändert. Das Museum ist im Raum-im-Raum -Konzept
geplant. In die bestehenden Räume werden neue Räume hineingebaut.
Hier sind die Wurzeln, hier hat Heiner Sefraneks Großmutter
Luise Hermann mit sechs Nähmaschinen angefangen , sagt Jacqueline
Sefranek, Geschäftsführerin Bogner Jeans. Klaus Megerle
von Mustang ist seit diesem Frühjahr mit der Projektleitung
Museum beauftragt. Die ersten Planungen für ein Museum liegen
laut Jacqueline Sefranek aber bereits gut zwei Jahre zurück.
Der Besucher wird das Museum durch ein Hosenbein betreten. Nach
der Vorstellung der Museumsplaner werden dort, wo heute der Eingang
zum Wohnhaus Austraße 10 ist, zwei überdimensionale,
stilisierte Hosenbeine aus Metall und Denim aufgestellt. Durch
eines führt der Weg ins Museum, wobei an die Innenseite der
Eingangs-Hose optische Effekte die Illusion erwecken werden, als
komme dem Besucher eine Herde Mustangs entgegen galoppiert. Vor
allem wird das Museum von den Exponaten zur Firmen- und Familiengeschichte
leben. Privatfilme aus den 50ern, Plakate, Preislisten, Spots,
Werbeanzeigen oder das erste Firmenlogo L. Hermann Kleiderfabrik
.
Es hat sich angeboten, das jetzt zu dokumentieren. Sonst geht das
irgendwann verloren , sagt Klaus Megerle über den Zweck des
Museums. Er kann eine aus Baumwoll-Köper gefertigte Hermann-Jeans
vom Beginn der 50er-Jahre ebenso zeigen wie die erste aus original
US-Denim gefertigte Mustang Jeans von 1958. Mustang will, wie Jacqueline
Sefranek betont, nicht den Anspruch erheben, die Jeans erfunden
zu haben. Mit dem Namen Albert Sefranek sei aber der Weg der Jeans
in Deutschland maßgeblich verbunden, die erste europäische
Jeans. In einem blauen Raum des Museums wird die Erfindung der
Jeans durch Levi Strauss beleuchtet. Eine Replika der ersten Levi
s Jeans wird gezeigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf
der Veredelung der Jeans, etwa durch Sandbestrahlung oder manuelle
Nachbearbeitung.
Visuelle Inszenierungen werden zu den verschiedenen
Themen für eine attraktive Präsentation sorgen. Im Zukunftsraum
soll der Besucher, gestützt auf Sound- und Bildpräsentationen,
einen Ausblick in die Jeans-Zukunft wagen können. Es geht
um die Fragen, wo die Trends herkommen oder Kollektionen entstehen.
Ein Netzwerkraum, der die persönlichen Verbindungen des Unternehmens
darstellt, ein Raum zum Thema Marke, Market, Marketing und ein
virtuelles Gästebuch sind auf den beiden Stockwerken, Gesamtfläche
280 Quadratmeter, geplant.
Quelle Heilbronner Stimme vom 20.11.2005 von Henry Doll siehe
www.stimme.de
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