Retarder, Servomotoren,
Regler oder Gelenkwellen: Voith legt zu. Das Crailsheimer Unternehmen
konnte die Zuwächse in einzelnen
Geschäftsbereichen fast verdoppeln und so zusätzliche
Arbeitsplätze schaffen.
Auch das Geschäftsjahr 04/05 verlief für Voith Turbo
in Crailsheim außergewöhnlich erfolgreich. Die erfreuliche
Konsequenz: Das renommierte Unternehmen schafft zusätzliche
Arbeitsplätze.
Wohl nicht wenige Unternehmensführer dürften Jürgen
Zeschky, seit 1. Februar Geschäftsführer des Marktbereiches
Industrie bei Voith Turbo in Crailsheim, um dessen Sorgen beneiden. "Wir
haben ernsthafte Schwierigkeiten, unsere Kunden termingerecht zu
bedienen", erläutert der Ingenieur und spricht in gleichem
Atemzug ein besonderes Lob an die Mitarbeiter aus: "Die Mannschaft
gibt wirklich alles".
Fast 1800 Arbeitsstunden im Jahr, normal sind rund 1400, verbrachte
die Belegschaft an den Schreibtischen und in den Produktionshallen,
um die Kupplungen oder Gelenkwellen wenigstens zeitnah an die
Auftraggeber aus aller Welt auszuliefern. In die Montagehallen
reihen sich die Maschinen der einzelnen Produktgruppen dicht
an dicht. Von montags fünf Uhr bis samstags 22 Uhr wird
unter Hochdruck gearbeitet.
In Zahlen liest sich das so: Mit einem Gesamtumsatz von 260 Millionen
Euro im Marktbereich Industrie wurde der Vorjahreswert um satte
53 Millionen überschritten. In Teilen verdoppelten sich
die Umsatzzuwächse. Dabei agierte das Unternehmen auf fast
allen Geschäftsfeldern erfolgreich. So wurde etwa bei den
regelbaren Antrieben schon im August, und damit bereits zwei
Monate vor Jahresabschluss, der Auftragseingangsrekord von 100
Millionen Euro verbucht. Am Ende schlug eine Umsatzsteigerung
von mehr als 25 Prozent zu Buche. Bei den Anfahrkomponenten sorgte
vor allem der Bergbau für volle Auftragsbücher.
Die Umsatz wuchs um 30 Prozent. Ganz gleich, ob Retarder, Servomotoren,
Regler oder Gelenkwellen: Voith legt zu und das kräftig.
Auch wenn Jürgen Zeschky ganz bescheiden, vor allem "den
Boom in den Kernmärkten Kraftwerke, Öl und Gas, Bergbau
und Stahl für den guten Geschäftsverlauf verantwortlich
macht, der Erfolg, wird auch dadurch getragen, dass es Voith
Turbo in der jüngsten Vergangenheit gelang, zahlreiche neue
Produkte in den Markt einzuführen.
Um das hohe Innovationstempo beizubehalten, wurde unter anderem
der Etat für Forschung und Entwicklung (rund 8,4 Millionen
Euro) weiter aufgestockt. Ein besonderer Lichtblick: Zu den derzeit
943 Beschäftigten (61 Auszubildende) sollen bald weitere
hinzukommen. Im laufenden Geschäftsjahr könnte der
traditionsreiche Maschinenbauer bei den Mitarbeitern die 1000er-Marke
reißen. Optimistisch blickt Jürgen Zeschky nach vorne: "Die
hohe Nachfrage nach Rohstoffen und Energie eröffnet uns
gute Chancen, auch in fünf Jahren in einer ähnlich
guten Position zu sein".
Quelle Haller Tagblatt vom 10. Dezember 2005
von Heribert Lohr
www.hallertagblatt.de
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