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Altsiedelland Neckarbecken |
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Das Neckarbecken, im Westen
durch Strom- und Heuchelberg zum Kraichgau hin und im Osten durch
die Löwensteiner Berge bzw. die Kocher-Jagst-Ebenen
begrenzt, ist in besonderem Maße durch die Gunst des Naturraums
gekennzeichnet. Seine überwiegend gute bis sehr gute Bodengüte
führte zu einer sehr frühen Besiedelung der klassischen
Altsiedellandschaft. Von der Besiedelung seit dem Altneolithikum
(ab 5 500 v.Chr.) zeugen zahlreiche Funde aus der Zeit der Bandkeramiker.
Hervorzuheben sind die großflächigen, stark befestigten
Anlagen der Michelsberger Kultur, sog. Erdwerke, die das Bild des
Jungneolithikums im Heilbronner Raum stark geprägt haben. Die
keltisch geprägte Hallstatt- und Latènezeit hat ihre
Spuren nicht nur in Gestalt von Grabhügeln und Grabhügelfeldern
hinterlassen, sondern auch in einer Vielzahl von Gehöften, wirtschaftlich
differenzierten größeren Siedlungen und sog. Viereckschanzen.
Eine dichte Fundlage bietet sich auch für den Bereich der römischen
Besiedelung dieses Raums, der mit dem älteren Neckarlimes mit
Kastellen wie z.B. in Böckingen und dem vorderen Limes weiter
im Osten gegen das freie Germanien abgesichert war. Innerhalb des
römischen Staatsgebietes entstanden aus Stein erbaute landwirtschaftliche
Großbetriebe (villae rusticae) und Zivilsiedlungen (z.B. vicus
Bad Friedrichshall, civitas Wimpfen im Tal) mit einer komplexen Verwaltungs-
und Wirtschaftsstruktur. In nachrömischer Zeit spielte erst
wieder die fränkische Besiedelung des Frühmittelalters
eine Rolle.
Die bis zum Ende des alten Reiches herausgebildete Herrschaftsstruktur
zeigt ein sehr differenziertes Bild. Im Süden dominierte das
Herzogtum Württemberg. Eine bedeutende historische Abgrenzung
dieses Territoriums ist mit dem noch heute in Resten erhaltenen Württembergischen
Landgraben als archäologisches Denkmal überliefert. Obertägig
erinnern auch die Landtürme noch an die ehemalige Befestigung
und spätere Rechtsgrenze. Begütert waren im reichen Neckarbecken
zudem die Reichsstadt Heilbronn, zahlreiche Reichsritterschaften,
das Bistum Worms sowie der Deutsche Orden.
Ein Ergebnis der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Siedlungsgeschichte
ist ein ungewöhnlich dichtes Netz von Orts- und Stadtanlagen.
In der Hochzeit der Stadtgründungen, dem hohen bis späten
Mittelalter, wurden innerhalb von 200 Jahren über 15 Städte
auf verhältnismäßig engem Raum gegründet. Unter
ihnen treten Schwaigern, Lauffen und ganz besonders Bad Wimpfen am
Berg durch ihr sehr gut überliefertes Stadtgefüge und ihre
hohe Dichte an historischer Bausubstanz hervor. Gerade die staufische
Pfalzgründung und spätere Reichsstadt Wimpfen mit ihrer
starken Fernwirkung hoch über dem Neckartal gehört zu den
am besten erhaltenen Stadtanlagen im deutschen Südwesten. Im
Bereich der ländlichen Siedlungen sind die eher ungeregelten
Haufendörfer mit dichtem Baubestand an Haken- und Dreiseithöfen
vorherrschend. Nordhausen sticht als linear geplante Waldensersiedlung
mit Typengehöften aus dieser Siedlungslandschaft als Ausnahme
deutlich hervor. Auch Ilsfeld mit seinem städtische Züge
tragenden Umbau nach dem Ortsbrand 1904 weicht vom üblichen
Bild der Ortschaften ab. Im 19. Jahrhundert löste die Industrialisierung
dieses Kernraums ein starkes Bevölkerungs- und massives Siedlungswachstum
aus. Dennoch sind zahlreiche erhaltenswerte historische Ortsbilder überliefert.
Aufgrund der vielen früheren Kriegswirren (Bauernkrieg, Dreißigjähriger
Krieg, Spanischer Erbfolgekrieg) wurde die mittelalterliche Bausubstanz
in den Städten und Dörfern stark reduziert. Bis ins 19.
Jahrhundert dominierte der Fachwerkbau auf steinernem Sockel oder
Erdgeschoß. Handwerker-, Kleinbauern- und Taglöhnerhäuser
sind oft als traufständige Einhäuser an Ortserweiterungen
des 19. Jahrhunderts angeordnet.
Der Ackerbau ist in den Gäulandschaften kennzeichnend, wobei
die historische Klein- bis Kleinstparzellierung der Blockfluren,
entstanden durch die vorherrschende Realerbteilung, durch die Flurbereinigung
in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitgehend verloren
gegangen ist. Als Sonderkultur hat sich der Weinbau entlang der extremen
Steillagen des Neckars (z.B. bei Gundelsheim, Lauffen, Klingenberg)
mit historischen Weinberglagen samt Terrassierungen, Treppen und
Weinberghäuschen erhalten. Viele weitere Weinlagen veränderten
in den vergangenen Jahrzehnten durch Flurbereinigung ihre Kleingliedrigkeit.
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