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Mit der Bezeichnung Hohenlohe
sind zugleich ein Landschaftsraum und eine historische Gebietsherrschaft
verbunden. Und ähnlich wie
die Gebietsherrschaft in zahlreiche Zweiglinien untergliedert war,
ist auch der Naturraum stark zerteilt. Eine offene Felderlandschaft
im Bereich der Hochflächen - klassisches Altsiedelland - steht
in starkem Kontrast zu den tief in den Muschelkalk eingeschnittenen
Tälern von Jagst, Kocher und Bühler. Abseits der historischen
Hauptverkehrswege haben sich in den Tälern viele Talbrücken
(z.T. in Stein, z.T. als so genannte überdachte Archenbrücken
in Holz) und Furten sowie an den steilen Hängen zahlreiche historische
Steigen erhalten. Von der schwierigen Verkehrssituation in der von
den Tälern durchschnittenen Landschaft zeugt auch die relativ
späte Erschließung durch die Eisenbahn mit Schmalspurbahnen
zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die starke landwirtschaftliche Prägung der Hohenloher Ebene
zeigt sich sowohl exemplarisch in Einzelbauten wie der Gerabronner
Nährmittelfabrik, der Riedbacher Brauerei Krauß oder zahlreichen
stattlichen Getreide-Lagerhäusern entlang der Bahnstrecken als
auch in Massenphänomenen wie den typischen großzügigen
Hofanlagen der Region. Die stattlichen Gehöfte im überwiegend
durch Anerbenrecht geprägten Hohenlohe sind in der Regel gekennzeichnet
durch ein massives Erdgeschoss und Fachwerkobergeschosse, deren Eckständer
oft besonders gestaltet sind. Entscheidend geprägt wurde die
landschaftstypische Hausform insbesondere durch ihre innere Grundrissorganisation,
wie sie vom Kupferzeller Pfarrer Johann Friedrich Mayer beschrieben
und in einem Lehrbuch 1773 propagiert worden ist. Die Landwirtschaftsreformen
des 18. Jahrhunderts - Ablösung der Weidewirtschaft durch eine
intensive Mastviehwirtschaft - wurden damit auch baulich dokumentiert.
Die Wohnstallhäuser werden durch eine hofabschließende
Scheune im Rückbereich sowie durch Kleinbauten wie Schweineställe,
Wasch- und Backhäuser ergänzt. Zahlreiche Ortschaften der
Hohenloher Ebene - meist Kleindörfer oder Weiler mit lockerer
Bebauung - sind von diesem Bautypus geprägt und als erhaltenswerte
Dorfkerne einzustufen.
Die territoriale Zersplitterung des Gebietes äußert sich
in der Ausbildung zahlreicher hohenlohischer Residenzen sowie eingestreuter
Besitzungen wie der Reichsstadt Hall, geistlicher Herrschaften (Kloster
Schöntal, Bistum Würzburg um Mulfingen, Bistum Mainz um
Krautheim, Deutscher Ritterorden bei Ailringen) oder von Reichsritterschaften
wie beispielsweise bei Dörzbach.
Archäologische Kulturdenkmale bezeugen die frühe Besiedelung
des Hohenloher Raums: Zum Beispiel die Höhle bei St. Wendel
(Dörzbach) mit einem latènezeitlichen Kultplatz oder
die zahlreichen großen Grabhügelfelder der Hallstattzeit.
Wichtig für die antike Siedlungsgeschichte und ein archäologisches
Liniendenkmal von europäischer Bedeutung ist vor allem der Limes
mit gut erhaltenen Abschnitten bei Mainhardt und dem dortigen Kastell.
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