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Reichsstadt Rothenburg
       
   
  Nach dem Vorbild von Schwäbisch Hall wurde in der ersten Hälfe des 15. Jahrhunderts auch das reichsstädtische Landgebiet von Rothenburg mit einer Hege umgeben. Das dornenheckenbewachsene Wall-Graben-System wandelte sich Ende des 17. Jahrhunderts von einer Wehr- zu einer Zoll- und Rechtsgrenze um. Die Rothenburger Landhege ist ein bedeutendes archäologisches Zeugnis einer mittelalterlichen Landbefestigung und hinsichtlich ihres Typus für Mitteleuropa in einem einmaligen Erhaltungszustand. Neben Resten der Wälle und Gräben sind vor allem die Landtürme bei Lichtel, Heimberg und Rot am See (Rohrturm) noch heute sichtbarer Ausdruck des ehemaligen Rothenburger Gebietes, das intensiv landwirtschaftlich genutzt wurde.

Nicht nur die Außengrenzen waren aber befestigt. Auch die zahlreichen, im 16. Jahrhundert zusammen mit der Reichsstadt Rothenburg protestantisch gewordenen Ortskirchen sind im Kern mittelalterliche Wehrkirchen. In ihnen drückt sich die ehemals reichsstädtische Kulturlandschaftsprägung ebenso aus wie im Baubestand der Dörfer. Um die Ernährungsgrundlage der Stadt Rothenburg zu sichern, war man - ähnlich wie in Hall - darauf bedacht, die landwirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Höfe zu erhalten. Große stattliche Höfe in den Dörfern sprechen heute noch davon. Neben der rein bäuerlich geprägten Landwirtschaft gab es auch reichsstädtische Domänen, wie die des Rothenburger Spitals in Schöngras zwischen Spielberg und Leuzendorf.

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