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Ritterschaftslandschaft
Neckarraum |
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Der Raum um Bad Rappenau
ist insbesondere durch seine reichsritterschaftliche Geschichte geprägt.
Wie üblich hatten sich diese kleinen,
aber eigenständigen Territorien am Rande größerer
Herrschaftsgebiete etablieren können. Kennzeichen dieser historisch
eng unterteilten Kulturlandschaft sind die einzelnen Rittersitze
in den Ortschaften. Zahlreiche Ortschaften stehen als Klein- und
Kleinstresidenzen eng nebeneinander. Schloss, Wirtschaftsgebäude,
Gartenanlage sind Kennzeichen und Dominanten in den Dörfern.
Teilweise existierten sogar mehrere Schlossbauten in einem Ort, wie
in Gemmingen oder Bonfeld. In der Reihe dieser ritterschaftlichen
Ortschaften wären zu nennen Babstadt, Fürfeld, Grombach,
Heinsheim, Ehrenberg, Obergimpern oder etwa Treschklingen. Im Osten
greift das reichsritterschaftliche Gebiet mit Kochendorf auch über
den Neckar hinaus.
Die Ansiedlungspolitik (sog. Peuplierungspolitik) der Ortsherren
im 17. und 18. Jahrhundert äußerte sich in den Dörfern
vielfach durch eine Konzentration von Kleinsthäusern und eine
dadurch entstandene sehr enge Bebauung. Kennzeichen reichsritterschaftlicher
Ortschaften war auch die bewusste Ansiedlung von jüdischer Bevölkerung
aus wirtschaftlichen Gründen (Schutzgeldzahlungen). Zeugnis
davon geben neben erhaltenen Synagogen vor allem die landschaftsprägenden
israelitischen Friedhöfe (z.T. Verbandsfriedhöfe) mit ihrer
typischen Solitärlage außerhalb der Orte. Heinsheim, Bad
Rappenau und Kochendorf haben derartige Beispiele.
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