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Ebenso wie das
Neckarbecken ist auch das Tauberland ein Altsiedelgebiet in der südwestdeutschen
Kulturlandschaft. Archäologische Überreste
sind die recht umfangreichen Bestattungsplätze der Kultur der
Schnurkeramik (2700-2300 v.Chr.), die nur durch ihre Gräber überliefert
ist. Das Tauberland war zudem ein bedeutender Durchgangsraum zwischen
dem Rheinland und Thüringen, worauf früheste Spuren der
Germanen (Großromstedter Kultur, 1. Jahrhundert v. Chr.) hinweisen.
Von der keltisch geprägten Hallstatt- und Latènezeit
sind zahlreiche Grabhügel und als Großanlage das stark
befestigte und mit Toren versehene Oppidum von Finsterlohr bei Creglingen
vertreten. Eine weitere entscheidende Prägung hat das Gebiet
durch die fränkische Besiedelung des 6. und 7. Jahrhunderts
erfahren, von der die zahlreichen Orte mit der Endsilbe "-heim" Auskunft
geben. Hinzu kommen eindrucksvolle archäologische Zeugnisse
wie zum Beispiel die Gräberfelder bei Hochhausen oder am Galgenberg
bei Igersheim.
Die weite, wellige und ackerbaulich gut nutzbare Hochebene des Tauberlandes,
vor allem aber auch die Gäulandschaften mit ihren Lößböden
in dem nördlich anschließenden Ochsenfurter- und Gollachgau
haben diese frühe Besiedlung begünstigt. Auch das auf weite
Strecken breite, kastenartig eingeschnittene Taubertal bot gute Siedlungsvoraussetzungen.
Geologisch ist der Tauberbereich in der Hauptsache Muschelkalkgebiet,
erst nordwestlich von Tauberbischofsheim durchquert die Tauber in
einem engen, kurvenreichen Tal die Ausläufer des Sandsteinspessarts.
Der Übergang zum Buntsandstein wird quasi manifest in der weithin
sichtbaren Dorfkirche von Werbach in leuchtend rotem Sandstein. Dass
hier wichtige regionale Verkehrswege lagen, wird auch heute noch
in zahlreich erhaltenen Steinbogenbrücken über die Tauber,
den Vorbach und den Grünbach erkenntlich. Entlang der Tauber
als zentralem Fluss entwickelten sich auch die Städte und großen
Haufendörfer der Region, wohingegen auf den Hochflächen
eher kleinere Ortschaften vorherrschen.
Das Taubertal mit seinen umgebenden Höhen teilten sich in der
Geschichte zahlreiche Herrschaften, die sich heute nur anhand einzelner
Besonderheiten in der umgebenden größeren Kulturlandschaft
unterscheiden lassen. Im Bereich der Landwirtschaft unterscheiden
sich die ackerbaulich geprägten Hochflächen deutlich von
den Tallagen mit Obst- und Weinbau. Kennzeichen der dicht besiedelten
Haufendörfer sind Haken- oder Dreiseithöfe, die oftmals
einen Hofabschluss mit Tor und Pforte besitzen und damit manchmal
fast städtisch wirkende, geschlossene Straßenfronten ergeben.
Städtische Züge verraten auch die teils erhaltenen Dorfmauern
wie in Werbach, die an unterfränkische Beispiele am Main erinnern.
Als historische Bauweise findet sich im Taubergebiet sowohl der Fachwerkbau
als auch - zunehmend im 19. Jahrhundert - der Massivbau, vor allem
nordöstlich der Tauber (aufgrund eines neuen Reichtums durch
den Anbau von Zuckerrüben) mit geschlossenen Höfen und
Steinhäusern wie im Maingebiet. Nur beispielhaft sollen als
weiteres kulturlandschaftsverbindendes Einzelelement die erhaltenen
mittelalterlichen Warttürme im Taubertal genannt werden. Die
ehemals bestehende Sichtbeziehung zueinander, ein mittelalterliches
Alarm- bzw. Nachrichtensystem, war ebenso gebietsüberschreitend
wie die Zugehörigkeit zum fränkischen Reichskreis. Die
staatliche Trennung des Gebietes zu Beginn des 19. Jahrhunderts in
einen badischen und württembergischen Teil macht sich kulturlandschaftlich
kaum bemerkbar. Im großen Grenzbahnhof in Bad Mergentheim wird
dieser Teil der Territorialgeschichte aber noch anhand der Lokschuppen
auf beiden Seiten offenbar.
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