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Weinbaulandschaft Jagsttal |
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Entlang der
Jagst zwischen Neudenau und Schöntal erinnern zahlreiche
Hangterrassen auf südexponierten Lagen an die historische Nutzung
des Weinbaus in dieser Tallandschaft. Teilweise haben die ehemaligen
Weinberge auch zur Anlage von Steinriegeln geführt. Als Relikte
des einst wesentlich weiter verbreiteten Weinanbaus sind sie auch
heute noch landschaftsbestimmende Elemente dieser Kulturlandschaft.
Neben den Weinbergmauern mit Treppen und Wasserstaffeln ist der Weinbau
auch im Baubestand der Siedlungen mit Weingärtnerhäusern,
Keltern oder auch in zahlreichen Straßen- und Flurnamen noch
nachweisbar. Die abseitige Lage des Jagsttals führte erst zu
Beginn des 20. Jahrhunderts zur Verkehrserschließung mit der
geschickt in die Landschaft eingebundenen Schmalspurbahn. Zahlreiche
Städte und Dörfer weisen heute noch ein gut überliefertes
Ortsbild auf. Neudenau, Widdern und Möckmühl sowie Olnhausen
und Unterkessach im Seitental der Kessach wären hier zu nennen.
In historisch-territorialer Sicht war das Jagsttal ein wahrer Flickenteppich.
In enger Abfolge wechselten die Herrschaften beinahe von Ort zu Ort:
Neudenau ist als ehemalige Mainzische Besitzung noch an seiner Barockkirche
erkennbar, Züttlingen als reichsritterschaftliche Herrschaft
am Schloss Assumstadt, Domeneck sowie der Ruine Ernstein; Möckmühl
war württembergischer Besitz, in Widdern waren gleich mehrere
Herren begütert (ein so genanntes Ganerbe), Jagsthausen wiederum
war in der Hand der Freiherren von Berlichingen, die gleich drei
Schlösser im Ort hinterließen. Wie auch in den anderen
reichsritterschaftlichen Gebieten bzw. wie im Gebiet kirchlicher
Herrschaften waren Judenansiedlungen ein charakteristisches Element
in der Siedlungspolitik, das sich im Baubestand der Ortschaften eher
unauffällig überliefert hat, eindrücklich aber in
den jüdischen Friedhöfen in Solitärlage. Am nordöstlichen
Ortsrand von Neudenau liegt einer der ältesten noch erhaltenen
jüdischen Friedhöfe in Südwestdeutschland, angelegt
1492.
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