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Besenwirtschaften
       
   
  Was in Wien der Heurige und in der Pfalz der Straußen, das ist in der Weinregion Heilbronn-Franken die Besenwirtschaft. Rotes Licht und Reisigbesen weisen den Weg zu über 200 solcher Familienlokale. Auf der Speisekarte sind zweistellige Beträge die Ausnahme. Das vom Wirt und Wengerter selbst gekelterte Viertele ist oft unter vier Mark zu haben. Die hausgemachte Speisenpalette reicht vom Schinkenbrot bis zur deftigen Schlachtplatte mit Sauerkraut.
Ins Leben gerufen wurden die Besenwirtschaften schon im Jahr 801 von Kaiser Karl dem Großen, der den Weinbauern den Ausschank eigener Weine und den Verkauf einfacher Speisen erlaubte.
,Reine Besen' dürfen laut Gesetz bis heute nur für vier Monate im Jahr eigene Produkte anbieten. Die Zahl der Sitzplätze ist auf 40 beschränkt. Kommentar des Leiters des Heilbronner Ordnungsamtes: "Wenn die Leute einander auf dem Schoß sitzen, können wir auch nichts machen." Weil es die Ordnungshüter nicht immer so locker nehmen, besitzen die meisten Besenwirte inzwischen eine Gaststättenkonzession, was der Gemütlichkeit in der Regel keinen Abbruch tut.
   
 
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