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    Aktueller Arbeitsmarktbericht // August 2017

    Ausbildungsmarkt: Schere zwischen offenen Stellen und Bewerbern öffnet sich weiter  

    • 221.925 Arbeitslose im August 2017
    • Quote bei 3,6 Prozent
    • Jugendarbeitslosigkeit steigt auf 3,6 Prozent  

    Im August ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat saisonal bedingt gestiegen. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen steigt die Quote im August auf 3,6 Prozent. Die Arbeitslosenzahl steigt im Vergleich zum Vormonat um 12.257 (plus 5,8 Prozent)auf 221.925 Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg gesunken (minus 12.257). Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,9 Prozent.  

    „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August ist saisonal normal  und überrascht uns daher nicht“, kommentiert Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Die auffällige Erhöhung der Quote der unter 25-Jährigen um 0,7 Prozentpunkte liege daran, dass viele Jugendliche eine Wartezeit zu überbrücken hätten, bevor sie zum ersten September oder ersten Oktober ihre Ausbildung beginnen.  

    Momentan sind in Baden-Württemberg noch knapp 12.500 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, demgegenüber stehen rund 21.100 noch unbesetzte Ausbildungsstellen. „Im letzten Monat des Ausbildungsjahres wird noch immens vermittelt. Wir erwarten für Ende September, dass noch mindestens 10.000 junge Menschen in Ausbildung vermittelt werden“, sagt Rauch.  

    Beobachtet man die letzten fünf Jahre, steigt sowohl die Anzahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen, als auch die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber um diese. Der Anstieg der gemeldeten Stellen ist jedoch höher. Vom Ausbildungsjahr 2012/2013 an bis zum jetzigen Ausbildungsjahr 2016/2017 stieg die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen um rund 6.500, während die Anzahl der Bewerber nur um etwa 1.500 gestiegen ist. „Die Schere zwischen Ausbildungsstellen und Bewerbern öffnet sich immer weiter. Deshalb müssen Arbeitgeber bei der Auswahl ihrer künftigen Auszubildenden neue Wege gehen.“ Momentan haben unter den 12.500 unversorgten Bewerbern gut 5.700 einen Realschulabschluss, mehr als 1.500 junge Menschen Fachabitur oder Abitur. „Natürlich sinken diese Zahlen im nächsten Monat. Trotzdem bleiben nicht wenige junge Menschen ohne Ausbildungsplatz, obwohl sie gutes Potenzial haben. Daran müssen wir gemeinsam mit den ausbildenden Betrieben noch arbeiten“, sagt Rauch.  

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg)    

     

    Agentur für Arbeit Heilbronn –  Stadt- und Landkreis Heilbronn    

    Mehr Arbeitslose im Sommer – Quote steigt auf 3,8 Prozent
    „Mit der leichten Delle am Arbeitsmarkt haben wir gerechnet. Im Sommer mel-den sich erfahrungsgemäß vermehrt junge Menschen arbeitslos. Sie finden nach Abschluss ihrer Ausbildung wegen der Urlaubs- und Ferienzeit nicht sofort wieder einen Arbeitsplatz. Häufig überbrücken sie auch die Zeit bis zum Beginn eines Studiums oder dem Besuch von weiterführenden Schulen. Wer aber eine Ausbildung absolviert, besitzt die besten Startvoraussetzungen für ein erfolgreiches Berufsleben. Läuft es mal in der Ausbildung nicht rund, kann die Berufsberatung helfen. Bei schlechten Noten oder anderen Problemen kann sie für die Jugendlichen und die Betriebe individuelle Unterstützung anbie-ten“, sagt Jürgen Czupalla, der Leiter der Heilbronner Agentur für Arbeit.  

    • Arbeitslosenzahl im August: + 452 auf 10 126
    • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: - 717
    • Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: + 0,2 auf 3,8 Prozent

    Arbeitslosigkeit  

    Die Arbeitslosigkeit im Heilbronner Unterland hat im August weiter zugenommen. Insbesondere Jüngere unter 25 Jahren meldeten sich arbeitslos. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit auf 10 126 Personen entfällt zu 60 Prozent auf diese Personengruppe. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn im September und Oktober wird mit dem Schul-, Ausbildungs- und Studienbeginn deren Zahl wie-der zurückgehen. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 3,8 Prozent. Damit ist sie gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte angestiegen, liegt aber um 0,4 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. In Baden-Württemberg steigt die Quote von 3,4 auf 3,6 Prozent. Für diese Entwicklung sind vor allem saisonale Einflüsse verantwortlich: Die Betriebsferien und das Ende schulischer und betrieblicher Ausbildungsgänge lassen in jedem Sommer die Arbeitslosigkeit leicht ansteigen.  

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung

    Nach Rechtskreisen betrachtet gehören 46,7 Prozent aller Arbeitslosen der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III) an. Das sind 4 725 Personen, 340 mehr als im Juli und 92 mehr als im Vorjahr. In der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Hartz IV) zäh-len die Jobcenter im Heilbronner Agenturbezirk 5 401 Arbeitslose, 112 mehr als vor einem Monat, aber 809 weniger als im letzten August.  

    Entwicklung nach Personengruppen

    Im Statistikzeitraum sind 4 739 Frauen arbeitslos gemeldet, 242 mehr als vor vier Wochen. Bei den Männern gibt es eine Zunahme um 210 auf 5 387. Ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist im Sommer üblich. Häufig werden Schule, Ausbildungsverhältnisse, Praktika oder Anerkennungsjahre beendet. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist aus diesen Gründen um 274 auf jetzt 1 300 angestiegen.

    Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit ist seit Juli von 3,3 auf 4,2 Prozent an-gestiegen - liegt damit aber unter dem Vorjahreswert von 4,6 Prozent. Damals waren 1 390 junge Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 6,5 Prozent mehr als heute.

    Am anderen Ende der Alterspyramide ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. 3 218 Frauen und Männer in der Gruppe der über 50-Jährigen sind im August arbeitslos gemeldet, 60 weniger als im Vormonat. Vor Jahresfrist waren 3 431 Menschen in dieser Altersgruppe von Arbeitslosigkeit betroffen.  

    Arbeitskräftenachfrage

    Vom Stellenmarkt kommen noch keine Anzeichen, dass sich die „Sommerpau-se“ ihrem Ende zuneigt. Den Vermittlungsfachkräften im Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Heilbronn wurden in den letzten vier Wochen 1 220 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet. Das waren 21 weniger als vor einem Monat und 144 oder 10,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Stellenbestand ist gegenüber dem Juli aber auf 5 016 (plus 141) angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von über 16 Prozent.  

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Heilbronn)


    Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall – Tauberbischofsheim 

    Alle Personengruppen profitieren von der guten Konjunktur  

    Im August waren 10 713 Menschen arbeitslos gemeldet, 827 oder 8,4 Prozent mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote, also der Anteil der Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen, beträgt 3,2 Prozent.

    7452 freie Stellen waren im August gemeldet, 318 mehr als im Vormonat (Plus 4,5 Prozent) und 1352 mehr als im August 2016 (Plus 22,2 Prozent). Arbeitgeber haben der Arbeitsagentur in diesem Monat 2087 neue Stellen gemeldet.   Der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Juli auf August ist saisonbedingt und üblich. Der langfristige Vergleich zeigt die positive Entwicklung der Arbeitslosigkeit: es sind 822 Menschen weniger arbeitslos als vor einem Jahr. Ebenso positiv ist die Beschäftigungssituation: „Das Beschäftigungswachstum ist überdurchschnittlich und die Unternehmen der Region bauen weiter Personal auf“, freut sich Thekla Schlör, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim. Von der guten Situation profitieren alle, auch Personengruppen mit sogenannten Vermittlungshemmnissen wie beispielsweise Ältere, Menschen mit einer Behinderung oder Langzeitarbeitslose. „Die Unternehmen sind auf der Suche nach Personal offener und flexibler geworden. Und sie wissen, dass es sich auszahlt, auch denen, die es schwerer bei der Arbeitssuche haben, eine Chance zu geben.“  

    Nicht jedem gelingt der Wechsel von einem zum anderen Arbeitsplatz. Sprachliche und berufliche Qualifizierung, aber auch manchmal sich selbst oder das Umfeld neu zu ordnen, sind notwendig, damit Bewerbungen erfolgreich sein können. Diese Menschen werden in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterstützt und vorbereitet. Als Teilnehmer sind sie – statistisch gesehen – nicht arbeitslos. Die Entlastung der Arbeitslosenstatistik dadurch zeigt die Agentur für Arbeit Monat für Monat in der Unterbeschäftigung. Wichtig ist und bleibt das Ziel, alle regionalen Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt zu gewinnen, auch wenn es dafür Umwege braucht.  

    Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall  

    Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent (Vormonat 2,9 Prozent). Es wurden im August 3598 Arbeitslose gezählt, 336 mehr als im Juli (10,3 Prozent) und 313 weniger als im Vorjahresmonat (Minus 8 Prozent). 1309 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 968 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

    Arbeitgeber haben 746 Stellenangebote gemeldet (August 2016: 586). Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 2605; 32,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.  

    Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis  

    Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 2,7 Prozent (Vormonat 2,5 Prozent). Es wurden im August 1807 Arbeitslose gezählt. Das sind 148 Menschen mehr als im Juli (8,9 Prozent) und 292 weniger als im Vorjahresmonat (Minus 13,9 Prozent). 625 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 475 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

    Arbeitgeber haben 506 Stellenangebote im August aufgegeben (August 2016: 395). Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 1428; 21,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.  

    Der Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis  

    Die Arbeitslosenquote im Main-Tauber-Kreis liegt bei 3,2 Prozent (Vormonat 2,9 Prozent). Im August waren 2410 Menschen arbeitslos gemeldet, 229 mehr als im Vormonat (10,5 Prozent), aber 98 weniger als im August 2016 (Minus 3,9 Prozent).

    889 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 651 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 565 Stellenangebote gemeldet (August 2016: 641). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 2334; 15,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.  

    Die Eckwerte nach Rechtskreisen

    Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 5087 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 5626.

    Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 47,5 Prozent.  

    Beim Jobcenter im Landkreis Schwäbisch Hall waren zum Stichtag im August 1795 Arbeitslose registriert (Juli: 1726). Die Arbeitsagentur betreute im Haller Landkreis 1803 Arbeitslose (Juli: 1536).  

    Von den 1807 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 798 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (Juli: 740). Bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur im Hohenlohekreis waren im August 1009 Arbeitslose registriert (Juli: 919).  

    Von den 2410 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 1181 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (Juli: 1092). Bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis waren 1229 Arbeitslose registriert (Juli: 1089).

    Beim Jobcenter im Neckar-Odenwald-Kreis waren zum Stichtag im August 1313 Arbeitslose registriert (Juli: 1297). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 1585 Arbeitslose (Juli: 1487).    

    Der Ausbildungsmarkt  

    Die Lage auf dem Bewerbermarkt ist so gut wie nie. Bis Ende August wurden der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 5644 freie Berufsausbildungsstellen gemeldet. Dies bedeutet zum Vorjahr ein Plus von 1,3 Prozent. 3918 Bewerber für einen Ausbildungsplatz sind im August gemeldet, 0,9 Prozent mehr als im August 2016. Der statistische Berichtszeitraum für den Ausbildungsmarkt läuft in Anlehnung an den üblichen Ausbildungsbeginn vom 1. Oktober bis zum 30. September.

    Rein rechnerisch kommen auf einen Bewerber 1,44 Ausbildungsstellen. Für junge Menschen auf Ausbildungsplatzsuche ist die Situation ideal und auch ältere Bewerber, die nicht direkt nach der Schule einen Berufsabschluss erworben haben, finden beste Bedingungen vor, diesen nachzuholen. Auch wenn die Betriebe bereits erste Zusagen für 2018 erteilt haben, gibt es genügend Ausbildungsangebote noch für dieses Jahr. „Kurzentschlossene melden sich am besten so schnell wie möglich bei unserer Berufsberatung“, empfiehlt Thekla Schlör. Und weiter: „Unsere Unterstützung endet nicht mit dem Beginn einer Ausbildung. Bei Bedarf  - beispielsweise wenn es in der Ausbildung zu Problemen kommt – sorgen wir mit ausbildungsbegleitenden Hilfen dafür, dass die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wird. Noch intensiver können wir Auszubildende und Betriebe mit der assistierten Ausbildung betreuen.“ Details erklärt die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. In jedem Fall macht es Sinn, sich dorthin zu wenden, bevor der Berufsabschluss gefährdet ist.  

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim)

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