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    Startschuss für die Probephase // Interne Tests für das autonome Fahren

    Seit dem 6. Dezember 2017 können entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge der Projektpartner des Testfelds „Automatisiertes und Vernetztes Fahren Baden-Württemberg“ (TAF-BW) das autonome Fahren in Heilbronn erproben. Der Heilbronner Bürgermeister Wilfried Hajek sowie Professor Raoul Zöllner von der Hochschule Heilbronn gaben den Startschuss für die Probephase. Zeitgleich begannen auch für Streckenabschnitte in Karlsruhe die internen Tests der Hard- und Software, die das TAF-Konsortium in den vergangenen Monaten installiert hat. Der eigentliche Testbetrieb für externe Anwender soll im kommenden Frühjahr starten.

    „Mit Hilfe des Testfelds wollen wir Fahrzeugsysteme für automatisiertes und vernetztes Fahren im realen Straßenverkehr testen und entwickeln“, erklärt Professor Raoul Zöllner, der die Forschungsarbeiten an der Teststrecke im Stadtgebiet Heilbronn leitet.

    Sein Team erfasst auf der Teststrecke mittels Sensoren Verkehrsdaten in Echtzeit und kann damit die Situation als Gesamtes analysieren. Die Nutzer des Testfeldes erhalten nicht nur Informationen über die Schaltungen der Ampeln und die Bewegungen im Bus-, Stadt- und Straßenbahnverkehr, sondern auch Meldungen über für sie nicht sichtbare Verkehrsteilnehmer. Diese werden mittels hochgenauen 3-D-Karten präzise im Areal verortet.

    Die Stadt Heilbronn stattet als Projektbeteiligte auf dem „Heilbronner Streckenabschnitt“ die Ampelanlagen an ausgewählten Kreuzungen mit hochmoderner Technik aus, um hierdurch das vernetzte und autonome Fahren zu ermöglichen. Die Stadt erhofft sich Erkenntnisse auf dem Weg zu einem intelligenten Verkehrsleitsystem, insbesondere um Staus zu vermeiden und Schadstoffe zu reduzieren. „Zudem wird das autonome Fahren auch die Stadtplanung verändern“, betont Bürgermeister Wilfried Hajek, „so ist davon auszugehen, dass sich beim autonomen Einparken der Platzbedarf pro PKW erheblich verringert.“

    An diese zirka halbjährige Probephase wird sich voraussichtlich ab April/Mai 2018 der Betrieb für externe Nutzer anschließen, das heißt Unternehmen können das Testfeld mit ihren besonders hierzu zugelassenen Fahrzeugen anmieten, um hieraus entsprechende Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des vernetzten und autonomen Fahrens zu erhalten.

    Welche Straßen sind Teil des Testfelds?

    Aktuell sind zwei Kreuzungen im Heilbronner Industriegebiet mit der entsprechenden Technik ausgestattet: Die Kreuzung Karl-Wüst-Straße und Albertistraße sowie Karl-Wüst-Straße und Salzstraße. Dort sind die Ampelanlagen vernetzt, ist ein Schaltschrank für einen Fusionsrechner installiert und es sind Kameras aufgebaut. Sechs weitere Kreuzungen in Heilbronn werden 2018 folgen. Außerdem wird in Abstimmung mit der Stadtsiedlung Heilbronn GmbH ein Parkhaus im Zukunftspark Wohlgelegen in das Testfeld einbezogen, um Erkenntnisse über das autonome Parken zu gewinnen.

    Der Testbetrieb wird zukünftig über eine Leitstelle des Betreibers Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) koordiniert und von dort überwacht. Die Testfahrzeuge sind nach gängigen rechtlichen Regelungen mit aufwändiger Sicherheitstechnik ausgestattet, und es ist bei der Erprobung gemäß geltender rechtlicher Vorgaben immer ein Sicherheitsfahrer beteiligt. Für nicht am Testbetrieb beteiligte Verkehrsteilnehmer und Anwohner ergeben sich keine Änderungen oder Einschränkungen bei der Nutzung der Straßen. Erkennbar sind für den Bürger Sendeantennen für WLAN und Mobilfunk sowie Sensoren, die jedoch ausschließlich nicht personenbezogene Daten erheben.

    Schub für die Region

    „Die Region Heilbronn kann von dem Testfeld besonders profitieren“, stellt Baubürgermeister Wilfried Hajek fest. Gerade wegen der starken Affinität unserer Region zum Automobil sieht sich Heilbronn in besonderem Maße dazu aufgerufen, sich zukünftigen Herausforderungen zu stellen – dies gilt auch für den Bereich der intelligenten und nachhaltigen Mobilität. Mit der Beteiligung am Testfeld nimmt die Stadt an einer zentralen Entwicklung moderner Mobilität teil und gestaltet diesen Prozess mit.

    „Die Beteiligung an diesem zukunftsweisenden Forschungsprojekt bietet uns das ideale Szenario, um unsere bestehenden Forschungsschwerpunkte im Bereich neuer Mobilität auszubauen. Es geht um die Themenfelder autonomes Fahren, künstliche Intelligenz, neue Mobilitätskonzepte und -dienste, in denen wir hier verstärkt forschen können“, freut sich Prof. Dr.-Ing. Oliver Lenzen, Rektor der Hochschule Heilbronn. “Insbesondere bergen die Zusammenarbeit und der Wissenstransfer mit den Nutzern des Testfeldes aus der Industrie, die Chance für einen Innovationsschub auf diesem Gebiet.“

    Über das Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg

    Auf dem Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg (TAF-BW) können künftig Firmen und Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte Technologien und Dienstleistungen rund um das vernetzte und automatisierte Fahren im alltäglichen Straßenverkehr erproben, etwa automatisiertes Fahren von Autos, Bussen oder Nutzfahrzeugen wie Straßenreinigung oder Zustelldienste. Dafür werden aktuell in der Aufbauphase u. a. Verkehrsflächen unterschiedlichster Art vorbereitet, hochgenaue 3-D-Karten erzeugt sowie Sensoren zur Echtzeiterfassung des Verkehrs und dessen Einflussfaktoren installiert.

    Konzeption, Planung und Ausbau des Testfelds Autonomes Fahren Baden-Württemberg werden umgesetzt von einem Konsortium aus dem FZI Forschungszentrum Informatik, der Stadt Karlsruhe, dem Karlsruher Institut für Technologie, der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, der Hochschule Heilbronn und der Stadt Bruchsal sowie weiteren assoziierten Partnern. Die Stadt Heilbronn ist Kooperationspartner des Konsortiums und arbeitet insbesondere bei der technischen Ausstattung der Kreuzungen in Heilbronn eng mit der Hochschule Heilbronn zusammen. Der zukünftige Testfeldbetreiber ist der KVV.

    Zur Konzeption, Planung und zum Aufbau des Testfelds stellt das federführende Verkehrsministerium 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Aufbau des Testfelds ist 2016 begonnen worden, nun ist die interne Inbetriebnahme gestartet. Die Stadt Heilbronn beteiligt sich an dem Aufbau des Testfelds mit 180 000 Euro. Zudem stellt die Stadt für die Unterhaltung des sich anschließenden fünfjährigen Betriebs des Testfelds weitere 250 000 Euro zur Verfügung.

    Weitere Informationen unter www.taf-bw.de

     

    Quelle: gemeinsame Pressemitteilung der Hochschule Heilbronn und der Stadt Heilbronn vom 06.12.2017
    Bildquelle: TAF Baden-Württemberg

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