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    Aktueller Arbeitsmarktbericht

    Nach einem Jahr Corona: Arbeitsmarkt robuster als erwartet

    Nach einem Jahr Pandemie zeigt sich der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg robuster als nach den wirtschaftlichen Entwicklungen zu erwarten war. Die Arbeitslosigkeit hat sich nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 auf einem höheren Niveau eingependelt. Die Folgen des aktuellen Lockdowns sind noch nicht auf dem Arbeitsmarkt angekommen: die Zahl der Arbeitslosen ist bisher nicht weiter gestiegen. Einzelne Branchen und Personengruppen sind jedoch unterschiedlich stark betroffen.

    Im März waren in Baden-Württemberg 271.534 Menschen arbeitslos gemeldet, 8.401 Personen weniger als im Februar 2021. Wenn man Saisoneinflüsse ausblendet, dann hat sich die Arbeitslosigkeit nur geringfügig um 2.000 Personen verringert. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote im März noch ohne Coronaeinflüsse bei 3,4 Prozent.

    Einen Rückgang gegenüber Februar gibt es allerdings nur in der Arbeitslosenversicherung: In den Agenturen für Arbeit waren 10.286 weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im Vormonat. In der Grundsicherung stiegen die Arbeitslosenzahlen dagegen weiter an: Die Jobcenter verzeichneten im März 1.885 mehr Arbeitslose. 145.078 Menschen (53,4 Prozent) werden von den Agenturen für Arbeit betreut, 126.456 (46,6 Prozent) von den Jobcentern. Diese Entwicklung zeigt, dass mit zunehmender Dauer der Corona-Einschränkungen mehr Arbeitslose als in der Vergangenheit nach Auslaufen der Bezugsdauer für Arbeitslosengeld I in die Grundsicherung überwechseln müssen.

    Die Jugendarbeitslosigkeit sank um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat auf 3,4 Prozent. Im März 2020 lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 2,7 Prozent. Im März 2021 waren ein Drittel (82.296) der Personen länger als zwölf Monate arbeitslos. Im März des Vorjahres lag deren Zahl bei rund 50.800.   Bei der Kurzarbeit sind einzelne Branchen sehr stark betroffen: Hotel, Gastronomie und Einzelhandel zeigen nach wie vor Kurzarbeit an, um dadurch ihre Beschäftigten halten zu können.

    Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erläutert: „Der baden-württembergische Arbeitsmarkt zeigt sich nach einem Jahr Corona relativ robust. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist weniger dramatisch ausgefallen als nach wirtschaftlichen Entwicklungen zu erwarten gewesen wäre. Für Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte, Ältere oder Schwerbehinderte wird es jedoch schwieriger, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Hier ist es wichtig, dass diese Menschen nicht abgehängt werden. Dies ist auch aus wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Perspektive sinnvoll: Es ist wichtig, an die Zeit nach der Pandemie zu denken und in Weiterbildung und Qualifizierung zu investieren. Unser Land braucht Fachkräfte.“

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg)

     

    Agentur für Arbeit Heilbronn – Stadt- und Landkreis Heilbronn

    Arbeitsmarkt weiter robust - Quote unverändert bei 4,6 Prozent

    „Wie um diese Jahreszeit üblich, hat sich unser Arbeitsmarkt im März positiv entwickelt. Zum ersten Mal in diesem Jahr ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Raum Heilbronn zurückgegangen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist erfreulich, aber es wäre noch zu früh, daraus einen Trend abzuleiten. Seit einem Jahr leben wir mit der Corona-Pandemie. Die aktuelle Situation bedeutet für uns alle eine große Kraftanstrengung. Mit der Kurzarbeit haben wir aber ein Instrument an der Hand, das Arbeitsplätze und die Einkommen der Beschäftigten sichert. Zukünftig müssen wir uns aber auch weiterhin um den zunehmenden Fachkräftebedarf kümmern. Es ist daher wichtig, dass wir die Ausbildung von Nachwuchskräften und die Weiterbildung und Qualifizierung von Beschäftigten und Arbeitslosen fördern und unterstützen“, sagt Jürgen Czupalla, der Leiter der Heilbronner Agentur für Arbeit, zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt.

    Arbeitslosigkeit

    Der Vorfrühling macht sich auf dem Heilbronner Arbeitsmarkt bemerkbar. Im März ist die Arbeitslosigkeit saisonüblich zurückgegangen. Gegenüber dem Februar sinkt die Zahl der arbeitslosen Menschen um 344 auf 12 496 Personen. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 auf 4,5 Prozent. In Baden-Württemberg geht die Quote um 0,1 auf 4,3 Prozent zurück.

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung

    Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III) sind im März 6 369 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 390 Personen weniger. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das aber einen Anstieg von 1 264 oder 24,8 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II; Hartz IV) ist gegenüber dem Februar leicht angestiegen. Die im Agenturbezirk ansässigen Jobcenter registrieren im März 6 127 Arbeitslose. Das sind 46 mehr als im Vormonat und 1 234 mehr als vor einem Jahr.

    Entwicklung nach Personengruppen

    Im März sind 5 452 Frauen arbeitslos gemeldet, 130 weniger als im Februar. Bei den Männern ist ein Rückgang um 214 auf 7 044 zu verzeichnen. Bei den Jüngeren hat die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat leicht abgenommen. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist um 35 auf 1 133 zurückgegangen. Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit sinkt um 0,1 auf 3,6 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 3,2 Prozent. Am anderen Ende der Alterspyramide werden weniger Arbeitslose gezählt. 4 177 Frauen und Männer in der Gruppe der über 50-Jährigen sind im März arbeitslos gemeldet, 77 weniger als im Vormonat.

    Kurzarbeit

    Seit April 2020 sind bei der Agentur für Arbeit Heilbronn 7 108 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von rund 117 801 eingegangen. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 807 Anzeigen für 18 057 Personen. Im September 2020 – aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor - war die Kurzarbeiter- Quote im Heilbronner Agenturbezirk bei 7,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

    Arbeitskräftenachfrage

    Den Vermittlungsfachkräften im Arbeitgeberservice sind im März 543 neue Jobangebote von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet worden. Das sind 33 weniger als vor einem Monat und 207 weniger als vor einem Jahr. Aus einem Bestand von 2 546 Stellen kann die Arbeitsagentur derzeit vermitteln, ein Plus von 125 gegenüber dem Februar aber ein Minus von 509 (- 16,7 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr.

    Ausbildungsmarkt

    Das „Ausbildungsjahr“ in der Berufsberatung beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September des Folgejahres. In den vergangenen sechs Monaten wurden der Agentur für Arbeit Heilbronn insgesamt 3 010 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, das sind 11,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon stehen derzeit noch 2 044 Stellen für geeignete Bewerber zur Verfügung. Im gleichen Zeitraum meldeten sich 1 960 Jugendliche, die eine Ausbildung machen möchten, 14,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Noch auf der Suche nach dem für sie passenden Ausbildungsplatz sind davon 1 092 Jugendliche.

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Heilbronn)

     

    Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall – Tauberbischofsheim

    Arbeitsmarkt hält weiter stand

    Im März ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 12.477 gefallen. Das sind 437 Arbeitslose (Minus 3,4 Prozent) weniger als im Vormonat, 2.509 mehr als im März 2020 (Plus 25,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozent auf 3,6 Prozent gesunken. In Baden-Württemberg liegt sie bei 4,3 Prozent (Minus 0,1 Prozent zum Vormonat).

    „Trotz Pandemie ging die Arbeitslosigkeit seit Anfang des Jahres leicht, aber kontinuierlich, zurück“, so Elisabeth Giesen, Leiterin der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim. „Im März spielen saisonale Gründe eine Rolle, doch grundsätzlich ist der Arbeitsmarkt in leicht positiver Bewegung“, ergänzt sie. Unternehmen, die von den Folgen des zweiten Lockdowns betroffen sind, halten weiter an ihren Mitarbeitern fest und nutzen das Instrument der Kurzarbeit. Laut des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigten sich in der Beschäftigungsentwicklung als auch der Arbeitslosigkeit positive Signale. Die Verlängerung des Lockdowns wurde jedoch erst nach dem Stichtag der statistischen Erfassung beschlossen, so dass in den März-Zahlen mögliche Auswirkungen nicht komplett abgebildet sein könnten. „Die Risiken sind nach wie vor beträchtlich. Die wirtschaftliche Entwicklung hängt weiter maßgeblich davon ab, wie nachhaltig das Infektionsgeschehen kontrolliert werden kann und wie schnell damit weitere Lockerungen möglich werden“, führt die Agenturleiterin an.

    Im März wurden 1.015 neue Stellen gemeldet, 176 weniger als im Vormonat (Minus 14,8 Prozent), 43 mehr (Plus 4,4 Prozent) als im März 2020. Insgesamt waren 5.111 offene Stellen gemeldet, 234 mehr (Plus 4,8 Prozent) als im Vormonat, 612 (Minus 10,7 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. „Die Nachfrage nach Mitarbeitern ist branchenabhängig. Beispielsweise werden im Handwerk, im Baugewerbe oder im Elektrobereich, im Pflegebereich und Gesundheitswesen, aber auch zum Teil im verarbeitenden Gewerbe dringend Fachkräfte gesucht“, so Elisabeth Giesen.

    Kurzarbeit

    Die Anzeigen für Kurzarbeit bleiben auf hohem Niveau und durch die Verlängerung des Lockdowns besteht weiter Bedarf an diesem arbeitsmarktpolitischen Instrument.

    Seit März 2020 sind bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 7.821 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 125.871 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 860 Anzeigen für 16.832 Personen.

    Im Landkreis Schwäbisch Hall sind seit März 2020 2.436 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 38.236 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 303 Anzeigen für 5.260 Personen.

    Im Hohenlohekreis sind seit März 2020 1.407 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 30.665 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 163 Anzeigen für 3.474 Personen.

    Im Main-Tauber-Kreis sind seit März 2020 2.072 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 33.844 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 194 Anzeigen für 4.330 Personen.

    Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall

    Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent (Vormonat 3,6 Prozent). Im März waren 4.061 Menschen arbeitslos gemeldet, 96 oder 2,3 Prozent weniger als im Februar und 838 (26,0 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 775 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 868 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 349 Stellen gemeldet, 104 oder 23,0 Prozent weniger als im Vormonat und 9,8 Prozent weniger als im März 2020. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 1.922; 14,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis

    Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent (Vormonat 3,5 Prozent). Im März waren 2.284 Menschen arbeitslos gemeldet, 110 oder 4,6 Prozent weniger als im Februar und 609 (36,4 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 382 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 486 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 178 Stellen gemeldet, genauso viele wie im Vormonat und 63,3 Prozent mehr als im März 2020. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 863; 12,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis

    Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,7 Prozent (Vormonat 3,8 Prozent). Im März waren 2.867 Menschen arbeitslos gemeldet, 107 oder 3,6 Prozent weniger als im Vormonat und 518 (22,1 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 572 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 670 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 320 Stellen gemeldet, 49 oder 13,3 Prozent weniger als im Vormonat und 7,2 Prozent weniger als im März 2020. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 1.549; 13,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Die Eckwerte nach Rechtskreisen

    Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4.995 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 7.482. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 40,0 Prozent.

    Von den 4.061 Arbeitslosen im Landkreis Schwäbisch Hall wurden 1.770 Arbeitslose vom Jobcenter Schwäbisch Hall betreut (Februar 2021: 1.695). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Haller Landkreis betreuten 2.291 Arbeitslose (Februar 2021: 2.462).

    Von den 2.284 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 778 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (Februar 2021: 753). Die Arbeitsagentur im Hohenlohekreis betreute 1.506 Arbeitslose (Februar 2021: 1.641).

    Von den 2.864 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 1.086 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (Februar 2021: 1.022). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1.781 Arbeitslose (Februar 2021: 1.952).

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim)

     

    Text- und Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit

     
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