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    Aktueller Arbeitsmarktbericht // April 2020

    Arbeitslosigkeit hat kräftig zugenommen

    Ende April wurden 250.275 Arbeitslose gezählt, 16,9 Prozent mehr als im Vormonat und 32,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. 134.918 entfielen auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen) und 115.357 auf die Grundsicherung (Jobcenter). Die Arbeitslosenquote betrug 4 Prozent nach 3,1 Prozent im Vorjahr. Betroffen vom starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen sind alle Personengruppen in Baden-Württemberg. „Seit 1997 ist der Anstieg im Vorjahresvergleich nur 2009 noch höher gewesen“, kommentiert Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, die Daten zum Arbeitsmarkt. Der einmalige Anstieg lässt sich über vier Faktoren erklären: „Leider hat sich aufgrund der Krise auch die Zahl der Menschen, die sich arbeitslos melden müssen, erhöht“, erklärt Rauch. Betroffen sind vor allem die Branchen Arbeitnehmerüberlassung, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Verkehr und Lagerei und das Gastgewerbe. „Allerdings konnten wir bereits vor Ausbruch der Corona-Krise eine gebremste Konjunkturentwicklung feststellen.“ Die übliche Frühjahrsbelebung ist durch Corona leider ausgeblieben. So meldeten die Unternehmen deutlich weniger Stellen zur Besetzung, und im Vergleich zum Vorjahr konnten nur wenige Arbeitslose eine Beschäftigung aufnehmen. Auch viele Selbstständige können Ihre Existenz nicht mehr alleine sicherstellen, sodass im Vergleich zum Vorjahr 17,7 Prozent mehr Menschen Grundsicherungsleistungen beziehen. „Das ist der stärkste Anstieg, den wir jemals im Bereich der Grundsicherung gemessen haben“, erläutert der Leiter der Regionaldirektion. Aufgrund der Einschränkungen der persönlichen Kontakte konnten auch nicht alle Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik in alternativer Weise fortgeführt werden, so dass deren Teilnehmer wieder arbeitslos sind. „Ohne die intensive Nutzung der Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit allerdings noch weit höher ausgefallen“, betont Christian Rauch. „Kurzarbeit hat zunächst wieder einmal in hohem Maße seine Aufgabe erfüllt, die Arbeitsplätze zu erhalten.“

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg)

     

    Agentur für Arbeit Heilbronn – Stadt- und Landkreis Heilbronn

    Corona infiziert Arbeitsmarkt - deutlich mehr Arbeitslose

    „Der Ausnahmezustand in der Wirtschaft aufgrund der Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt massiv unter Druck gesetzt. In den letzten Wochen ist die Arbeitslosigkeit drastisch angestiegen – deutlich stärker noch als in der Finanzkrise im Jahr 2009. Aktuell haben wir im Heilbronner Raum rund 11 700 arbeitslose Menschen. Das sind etwa ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Das Instrument der Stunde ist die Kurzarbeit. Damit verhindern wir einen noch größeren Anstieg der Arbeitslosigkeit und gleichzeitig kann sie viele Arbeitgeber unterstützen, während der schwierigen wirtschaftlichen Lage ihre qualifizierten Fachkräfte im Betrieb zu halten“, sagt Jürgen Czupalla, der Leiter der Heilbronner Agentur für Arbeit, zur Lage auf dem Arbeitsmarkt.

    Arbeitslosigkeit

    Die Corona-Krise hat gravierende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. In den vergangenen Wochen ist die Zahl der arbeitslosen Menschen im Heilbronner Agenturbezirk sprunghaft angestiegen. Von März auf April verzeichnet die Agentur für Arbeit Heilbronn einen Anstieg um 1 652 auf 11 650 Arbeitslose. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind 2 911 Menschen mehr arbeitslos. Das entspricht einem Plus von 33,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen steigt um 0,6 auf 4,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,2 Prozent. In Baden-Württemberg steigt die Quote auf 4,0 Prozent.

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung

    In der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III sind im Statistikzeitraum 6 074 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 969 Personen mehr. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl um 2 041 Personen zugenommen. In der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II) hat die Arbeitslosigkeit in den letzten vier Wochen ebenfalls deutlich zugenommen. Die im Agenturbezirk Heilbronn ansässigen Jobcenter registrieren im April 5 576 Arbeitslose. Das sind 683 mehr als im Vormonat und 870 mehr als noch vor einem Jahr.

    Entwicklung nach Personengruppen

    Der massive Anstieg der Arbeitslosigkeit macht sich bei allen Personengruppen bemerkbar. Im April sind 5 067 Frauen arbeitslos gemeldet, 824 mehr als im März. Bei den Männern ist ein Anstieg um 826 auf 6 583 zu verzeichnen. Die Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren hat um 234 auf 1 228 zugenommen. Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit steigt auf 3,9 Prozent und liegt damit um 1,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Damals waren 797 junge Menschen arbeitslos gemeldet. Auch bei den Älteren ist die Arbeitslosigkeit nach oben gegangen. 3 817 Frauen und Männer in der Gruppe der über 50-Jährigen sind im April arbeitslos gemeldet, 463 mehr als im Vormonat. Vor Jahresfrist waren noch 3 040 Ältere von Arbeitslosigkeit betroffen.

    Kurzarbeit

    Die Anzeigen auf Kurzarbeit, die aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise eingehen, sind drastisch angestiegen. Seit März sind bei der Agentur für Arbeit Heilbronn 4 333 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 85 675 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es dreizehn Anzeigen für 286 Personen. Anzeigen kommen aus nahezu allen Branchen, überwiegend aber aus Transport/Logistik, Hotel- und Gaststättengewerbe, Messebau und Tourismus. Aber auch die Bereiche Metallbau und Automotive sind stark betroffen.

    Arbeitskräftenachfrage

    Die schlechte Lage der Wirtschaft spiegelt sich auch in der geringen Nachfrage nach Arbeitskräften wider. Den Vermittlungsfachkräften der Agentur für Arbeit Heilbronn sind im April 260 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet worden. Das sind 490 weniger mehr als vor einem Monat und 816 weniger als vor einem Jahr. Der Stellenbestand ist gegenüber dem Vormonat auf 2 777 (minus 278) zurückgegangen.

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Heilbronn)

     

    Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall – Tauberbischofsheim

    Das Corona-Virus hat den Arbeitsmarkt infiziert

    Im April ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 11.455 gestiegen. Das sind 1.487 Arbeitslose (Plus 14,9 Prozent) mehr als im Vormonat, 2.704 mehr als im April 2019 (Plus 30,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist um 0,5 Prozent auf 3,4 Prozent gestiegen. In Baden-Württemberg beträgt die Arbeitslosenquote 4,0 Prozent.

    „Wie erwartet sind die Arbeitslosenzahlen deutlich gestiegen und die Stellenangebote massiv zurückgegangen. Die Auswirkungen der Corona-Krise zeichnen sich jetzt auch in der Arbeitsmarktstatistik klar ab“, so Karin Käp-pel, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

    Die Unternehmen sind sehr verhalten mit Einstellungen. Auch bei konkretem Personalbedarf wird eine Neueinstellung meist erst einmal verschoben. Im April wurden 343 neue Arbeitsstellen gemeldet, 629 weniger als im Vormonat (Minus 64,7 Prozent), 1.268 (Minus 78,7 Prozent) weniger als im April 2019. Insgesamt waren 5.291 offene Stellen gemeldet, 432 weniger (Minus 7,5 Prozent) als im Vormonat, 2.458 (Minus 31,7 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

    Kurzarbeit

    Die Anzeigen auf Kurzarbeit, die aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise eingehen, sind drastisch angestiegen. Seit März sind bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 4.766 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 88.737 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es sieben Anzeigen für 558 Personen. Es sind weitgehend alle Branchen betroffen. Metall- und Maschinenbau, Transport/Logistik, Hotel- und Gaststättengewerbe, Einzelhandel, Tourismus bis hin zu öffentlichen Einrichtungen. „Jetzt gilt es für die Betriebe, die Anträge mit den konkreten Angaben zum Umfang der Kurzarbeit zu stellen, damit das Geld auch schnell ausgezahlt werden kann“, führt die Agenturleiterin an. Mit Kurzarbeitergeld wird es den Arbeitgebern möglich, ihre Mitarbeiter zu halten, auch wenn die Aufträge und Umsätze ausbleiben. „Ab sofort steht den Unternehmen die kostenlose KUG-App der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. Die App erleichtert die Anzeige und die Antragsstellung von KUG: Unterlagen können per Smartphone eingescannt, hochgeladen und per E-Mail direkt an die zuständige Stelle geschickt werden“, so Karin Käppel.

    Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall

    Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent (Vormonat 2,8 Prozent). Im April waren 3.768 Menschen arbeitslos gemeldet, 545 oder 16,9 Prozent mehr als im März und 751 (Plus 24,9 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 1.141 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 597 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 151 Stellen gemeldet (April 2019: 578), 236 oder 61,0 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 2.111; 17,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis

    Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 2,9 Prozent (Vormonat 2,5 Prozent). Im April waren 1.962 Menschen arbeitslos gemeldet, 287 oder 17,1 Prozent mehr als im März und 481 (32,5 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 555 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 271 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 68 Stellen gemeldet (April 2019: 236), 41 oder 37,6 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 895; 30,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis

    Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent (Vormonat 3,1 Prozent). Im April waren 2.665 Menschen arbeitslos gemeldet, 316 oder 13,5 Prozent mehr als im Vormonat und 761 (40,0 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 756 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 441 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 75 Stellen gemeldet (April 2019: 498). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1.646; 38,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Die Eckwerte nach Rechtskreisen

    Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4.603 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 6.852. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 40,2 Prozent.

    Von den 3.768 Arbeitslosen im Landkreis Schwäbisch Hall wurden 1.641 Arbeitslose vom Jobcenter Schwäbisch Hall betreut (März 2020: 1.389). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Haller Landkreis betreuten 2.127 Arbeitslose (März 2020: 1.834).

    Von den 1.962 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 717 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (März 2020: 632). Die Arbeitsagentur im Hohenlohekreis betreute 1.245 Arbeitslose (März 2020: 1.043).

    Von den 2.665 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 979 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (März 2020: 912). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1.686 Arbeitslose registriert (März 2020: 1.437).

    Ausbildungsmarkt

    „Die Betriebe halten trotz Corona erst einmal an ihren geplanten Ausbildungen mit Beginn 2020 fest. Das ist wichtig, denn es war oftmals nicht einfach bei der angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt, Azubis zu finden. Wir brauchen unsere Nachwuchskräfte als künftige Fachkräfte. Das war vor Corona so und wird nach Corona so sein. Und diese Zeit wird kommen“, so Karin Käppel. Seit Oktober wurden der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 4.872 freie Berufsausbildungsstellen gemeldet. Als Bewerber für einen Ausbildungsplatz haben sich 2.653 Jugendliche gemeldet, 8,2 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat. Rein rechnerisch kommen auf einen Bewerber 1,8 Ausbildungsstellen.

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim)

    Text- und Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit

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