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    Aktueller Arbeitsmarktbericht // September 2019

    Konjunkturelle Abkühlung macht sich bemerkbar

    „Die sonst übliche Herbstbelebung fällt in diesem Jahr verhaltener aus. Zwar nimmt die Arbeitslosigkeit gegenüber August nochmals ab, mit minus 3,3 Prozent aber deutlich schwächer als in den Vorjahren. Saisonbereinigt verzeichnen wir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um ein Prozent“, erläutert Martina Musati, Geschäftsführerin operativ der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Es melden sich mehr Menschen aus Beschäftigung arbeitslos. Auch werden den Agenturen für Arbeit in Baden-Württemberg weniger Stellen gemeldet. Besonders betroffen ist die Zeitarbeit und – in geringerem Umfang – auch das Verarbeitende Gewerbe. Beide Entwicklungen deuten auf eine schwieriger werdende Lage hin. Die konjunkturelle Abkühlung macht sich bemerkbar. Beschäftigungschancen bieten sich aber immer noch, insbesondere für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Ausbildung oder Studium“, betont Musati. So wächst die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Juli – wenn auch nicht mehr mit der bisherigen Dynamik - um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg)

     

    Agentur für Arbeit Heilbronn – Stadt- und Landkreis Heilbronn

    Weniger Arbeitslose im September – Quote sinkt auf 3,4 Prozent

    „Unser regionaler Arbeitsmarkt hat sich in den letzten vier Wochen gut entwickelt. Eindeutige Gewinner sind dabei junge Menschen. Diese Entwicklung haben wir aber erwartet. Im Sommer war die Arbeitslosigkeit gestiegen – vor allem, weil junge Leute direkt nach einer Ausbildung zunächst keinen Job hatten. Wir sprechen von denjenigen, die an der so genannten zweiten Schwelle stehen, also auf dem Sprung ins Berufsleben sind. Diese Sommerspitze ist nun abgebaut“, erklärt Jürgen Czupalla, Chef der Agentur für Arbeit Heilbronn. „Im Vergleich zum Vorjahressmonat hat die Arbeitslosigkeit dagegen leicht zugelegt. Dennoch haben wir im Heilbronner Raum erneut einen Aufbau an Beschäftigung. Damit setzt sich der positive Trend aus den vergangenen Jahren fort.“

    Arbeitslosigkeit

    Knapp 340 Arbeitslose weniger als im August und ein Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,1 auf 3,4 Prozent: Der Heilbronner Arbeitsmarkt zeigt sich in einer stabilen Verfassung. Ende September sind 9 282 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 338 weniger als im August aber 35 mehr als im September 2018. Damals lag die Arbeitslosenquote ebenfalls bei 3,4 Prozent. Landesweit sinkt die Quote im September von 3,3 auf 3,2 Prozent.

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung

    In der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III sind 4 399 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem letzten Monat sind das 240 Personen weniger. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies aber einem Anstieg von 190. Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II) ist gegenüber dem August auch zurückgegangen. Die im Heilbronner Agenturbezirk ansässigen Jobcenter registrieren im September 4 883 Arbeitslose. Das sind 98 weniger als im Vormonat und 155 weniger als vor einem Jahr.

    Entwicklung nach Personengruppen

    Im September sind 4 151 Frauen arbeitslos gemeldet, 202 weniger als vor vier Wochen. Bei den Männern geht die Zahl der Arbeitslosen um 136 auf 5 131 zurück. Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit haben erwartungsgemäß verstärkt die Jüngeren profitiert. Nach der Urlaubs- und Ferienzeit finden viele eine Arbeit oder haben eine Ausbildung begonnen. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist um 126 oder 11,3 Prozent auf jetzt 991 zurückgegangen. Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit sinkt um 0,4 Punkte auf 3,2 Prozent und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 3,3 Prozent. Bei den Älteren ist die Arbeitslosigkeit minimal rückläufig. 3 070 Frauen und Männer in der Alterskategorie 50 plus sind im September arbeitslos gemeldet, 11 weniger als im Vormonat.

    Beschäftigung

    Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist erneut gestiegen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Heilbronn sind zum Stichtag 31. März 2019 - neuere Daten liegen derzeit noch nicht vor - insgesamt 216 843 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 375 oder 0,2 Prozent mehr als im Vorquartal und 4 851 oder 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

    Arbeitskräftenachfrage

    Den Vermittlungsfachkräften in der Arbeitsagentur sind in den letzten vier Wochen 851 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet worden. Das sind 504 weniger als vor einem Monat und 119 weniger als noch vor einem Jahr. Der Stellenbestand ist gegenüber dem August auf 5 015 (minus 164) zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 33 weniger.

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Heilbronn)

     

    Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall – Tauberbischofsheim

    Konjunktureller Gegenwind bläst, aber Arbeitsmarkt hält sich stabil

    Im September ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim gesunken. Insgesamt sind 9.307 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 487 Arbeitslose weniger (Minus 5,0 Prozent) als im Vormonat, 211 mehr als im September 2018 (Plus 2,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozent auf 2,7 Prozent gesunken. In Baden-Württemberg beträgt die Arbeitslosenquote 3,2 Prozent (Minus 0,1 Prozent).

    „Wie üblich nach dem Ende der Schul- und Betriebsferien ist die Arbeitslosigkeit wieder zurückgegangen. Erfreulicherweise bei allen Personengruppen, wobei es den stärksten Rückgang erwartungsgemäß bei den unter 25-Jährigen gibt, die nach Ausbildung, Studium oder Schule beruflich einsteigen“, so Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

    „Trotz des konjunkturellen Gegenwinds hält sich der Arbeitsmarkt stabil, die Arbeitgeber sind jedoch mit Neueinstellungen zurückhaltender und warten ab“, führt Karin Käppel mit Blick auf die Entwicklung des Stellenmarktes an. So wurden im September 1.313 neue Stellenangebote gemeldet, 598 weniger als im Vormonat (Minus 31,3 Prozent), 314 (Minus 19,3 Prozent) weniger als im September 2018. Insgesamt waren 7.782 offene Stellenangebote gemeldet, 80 weniger (Minus 1,0 Prozent) als im Vormonat, 556 (Minus 6,7 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

    Die Suche nach geeigneten Fachkräften ist eine große Herausforderung für die Firmen. „Die Potenziale der Frauen als wichtige Triebfedern der Wirtschaft und Gesellschaft dürfen dabei nicht verschenkt werden“, betont die Agenturleiterin. So gilt es, familienorientierte Personalpolitik praktisch zu leben und Wege zum beruflichen Wiedereinstieg weiter zu öffnen. „Wir setzen an beiden Seiten an: so bieten wir beispielsweise Arbeitgebern eine spezielle Arbeitsmarktberatung an, in der wir Ideen und Lösungsansätze zur Personalgewinnung, -bindung und -weiterbildung entwickeln und Fördermöglichkeiten aufzeigen. Auf der anderen Seite haben wir umfangreiche und niederschwellige Beratungsangebote, themenbezogene Veranstaltungen und Unterstützungsangebote für Frauen und Männer, die nach der Familienphase wieder einsteigen möchten“, führt Karin Käppel an.

    Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall

    Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 2,7 Prozent (Vormonat 2,9 Prozent). Es wurden im September 3.082 Arbeitslose gezählt, 222 oder 6,7 Prozent weniger als im August und 19 (Minus 0,6 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. 1.017 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 1.221 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 458 Stellenangebote gemeldet (September 2018: 539), 251 oder 35,4 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 2.567; 3,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis

    Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 2,4 Prozent (Vormonat 2,6 Prozent). Es wurden im September 1.645 Arbeitslose gezählt, 86 weniger als im August und 158 mehr als im Vorjahresmonat. 412 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 501 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 200 Stellenangebote gemeldet (September 2018: 288), 129 oder 39,2 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 1.327; 20,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis

    Die Arbeitslosenquote im Main-Tauber-Kreis liegt bei 2,6 Prozent (Vormonat 2,7 Prozent). Im September waren 2.034 Menschen arbeitslos gemeldet, 66 weniger als im Vormonat und 62 mehr als im September 2018. 743 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 806 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 500 Stellenangebote gemeldet (September 2018: 495). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 2.670; 0,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

    Die Eckwerte nach Rechtskreisen

    Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4.020 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 5.287. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 43,2 Prozent.

    Von den 3.082 Arbeitslosen im Landkreis Schwäbisch Hall wurden 1.364 Arbeitslose vom Jobcenter Schwäbisch Hall betreut (August 2019: 1.416). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Haller Landkreis betreuten 1.718 Arbeitslose (August 2019: 1.888).

    Von den 1.645 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 655 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (August 2019: 675). Die Arbeitsagentur im Hohenlohekreis betreute 990 Arbeitslose (August 2019: 1.056).

    Von den 2.034 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 830 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (August 2019: 874). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1.204 Arbeitslose registriert (August 2019: 1.226).

    Der Ausbildungsmarkt

    In vielen Branchen haben es Arbeitgeber schwer, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. „Manche bekommen keine einzige Bewerbung“, so Karin Käppel. In Baden-Württemberg hat sich die Zahl der unbesetzten Stellen laut dem „Ländermonitor Berufliche Bildung“ der Bertelsmann-Stiftung von 2009 auf 2018 mehr als verdreifacht. Ende August waren noch 1.732 unbesetzte Berufsausbildungsstellen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim gemeldet. Auf einen Bewerber kamen 1,63 betriebliche Ausbildungsstellen. Und trotzdem gab es zu diesem Zeitpunkt 616 Bewerber, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten. Es gibt viele Gründe, warum Betriebe und Jugendliche nicht zusammenkommen. Ein Grund dafür ist, dass die Berufswünsche, aber auch die Fähigkeiten der Bewerber nicht immer zu den angebotenen Stellen passen. „Die vielen Möglichkeiten und sehr guten Chancen, die Jugendliche heute haben, machen die Berufswahl nicht unbedingt leichter. Deshalb setzen wir auf möglichst frühzeitige Information über Schule und Beruf“, erklärt Karin Käppel. Seit diesem Schuljahr gehen die Berufsberater früher und öfter an die Schulen. Auch für Unternehmen gibt es Angebote. „Wir laden am 23. Oktober zum Business Talk nach Tauberbischofsheim ein. Wir werden zeigen, wie Unternehmen junge Fachkräfte der Generationen Y und Z finden, fördern und an sich binden können“, so die Agenturleiterin.

    Während die Agentur für Arbeit jetzt noch freie Ausbildungsstellen für dieses Jahr anbieten kann, läuft auch die Beratung und Vermittlung für den Ausbildungsstart 2020 auf Hochtouren. „Für Schüler, die nächstes ihren Abschluss machen, ist es jetzt allerhöchste Zeit, zur Berufsberatung zu kommen“, betont Karin Käppel.

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim)

     

    Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit

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