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    Familiengerechte Hochschule // Duales Studium mit Kind

    Wie es Studierenden und Mitarbeitern gelingt, Familienaufgaben und Beruf oder Studium miteinander zu vereinbaren

    Jana Lotz (26) und Tsion Wunder (27) studieren im vierten Semester BWL-Dienstleistungsmanagement an der DHBW Heilbronn und sind bereits Eltern. Die Vereinbarung von dualem Studien- und Familienalltag ist eine besondere Herausforderung – aber auch eine große Motivation fürs Studium. Voraussetzung fürs Gelingen: Viel Unterstützung durch die Familie, Verständnis und Flexibilität des Arbeitgebers und der DHBW Heilbronn.

    Jana Lotz ist alleinerziehende Mutter einer zweijährigen Tochter. Ihr Partnerunternehmen hat sie darin bestärkt, trotz Kind dual zu studieren. Lotz ist sich sicher: „Mit Kind hat man eine ganz andere Motivation, das Studium gut zu bewältigen“. Ihre kleine Tochter Mila (2) ist ganztags in der Kita, dennoch würde es ohne Großeltern nicht gehen: „Meine Eltern wohnen vor Ort und holen Mila ab, wenn ich länger arbeiten muss oder springen bei Schließtagen der Kita ein“. Die Zeit mit ihrer Tochter nutzt sie intensiv: „Da ich tagsüber unterwegs bin, genieße ich die Zeit abends und am Wochenende sehr, wir unternehmen viel zusammen“. Die Chefin des dualen Partnerunternehmens „Hirschmann Laborgeräte“ hat sie überzeugt, ein duales Studium zu beginnen. „Ich hatte mich eigentlich für eine Ausbildung beworben, da ich Angst hatte, das Studium mit Kind nicht zu packen.“ Ihre Chefin habe sie aufgrund ihrer Qualifikation jedoch ermutigt, als Studentin anzufangen. Jetzt ist sie stolz da-rauf, den Großteil des Studiums bereits geschafft zu haben. „In den Klausurphasen stoße ich schon manchmal an meine Belastungsgrenzen“, dann sei sie froh, von ihrer Familie unterstützt zu werden und auf Verständnis an der DHBW Heilbronn und bei ihrem Arbeitgeber zu stoßen.

    Tsion Wunder ist ebenfalls Mutter einer zweijährigen Tochter, verheiratet und ambitioniert: „Wenn andere schlafen oder feiern, dann beginne ich zu lernen“. Ihr Mann arbeitet Vollzeit, so dass während der Woche wenig Zeit für Unternehmungen bleibt. „Das erste Studienjahr war das Schwerste“, erinnert sich Wunder. „Meine Tochter ist ein Mama-Kind, gerade in den Prüfungsphasen war es dann schwierig, wenn ich wenig Zeit für sie hatte.“ Die Kita findet sie nicht nur aus organisatorischen Gründen wichtig: „Hannah hat dort viel gelernt, die Kitas leiten die Kinder früh zur Selbständigkeit an. Durch den Kontakt mit anderen Kindern lernen sie vie-les schneller als zu Hause.“

    Professorin und Mutter: Eltern-Aufgaben müssen geplant und organisiert werden

    Prof. Dr. Katja Lotz vereinbart Hochschulkarriere und Familie mit vier Kindern im Alter von inzwischen 16, 18, 20 und 22 Jahren. Als Studiengangsleiterin in BWL-Food Management und wissenschaftliche Beirätin für die Labore an der DHBW Heilbronn erfüllt sie viele berufliche Verpflichtungen. Um beides unter einen Hut zu bringen, teilt sie sich gemeinsam mit ihrem Partner die Zeiten für Erwerbstätigkeit, Haushalt und die Kinder genau ein. „Das bedeutet für mich und meinen Mann Erwerbstätigkeit nicht „nine to five“ zu verteilen, sondern auch die Möglichkeit, im Homeoffice abends oder am Wochenende zu arbeiten. Dafür benötigt man einen Arbeitgeber, der dies nicht nur ermöglicht, sondern auch aktiv vertrauensvoll unterstützt. Zudem es ist sehr wichtig, sich ganz bewusst Zeit für die Kinder zu nehmen, da wird dann auch nicht geputzt oder einfach vor dem Fernseher oder PC „abgehängt“, sondern gemeinsam gespielt, gekuschelt, Hausaufgaben durchgesprochen oder zusammen gekocht und gegessen. Das sind extrem wertvolle Zeiten, die unsere Kinder sehr schätzen.“ Im Zeitalter der Digital Natives wünscht sie sich eine größere Flexibilisierung der Lehre durch Online-Vorlesungen, so dass Vorlesungsinhalte arbeitszeitun-abhängig gehalten und auch zeitlich flexibel von den Studierenden gehört werden könnten. Auf die Frage, wie ihr die Organisation ihres Alltags gelingt, antwortet Lotz: „Eltern-Aufgaben sind mit Liebe und Sorgfalt ausgeführte ehrenamtliche Tätigkeiten, die aber trotzdem genauso geplant und organisiert werden müssen, wie in einem Unternehmen.“ Und natürlich müsse immer ein Notfallplan verfügbar sein, falls ein Kind krank wird oder die Schule ausfällt: „Dafür braucht man ein Unterstützungs-Netzwerk, sei es eine Tagesmutter, eine Freundin oder Großeltern.“

    Ausbau der familiengerechten Angebote an der DHBW Heilbronn

    Prof. Dr. Ludwig Hierl ist nicht nur Professor für Rechnungswesen, sondern an der DHBW Heilbronn auch verantwortlich für das Thema familiengerechte Hochschule. „Als zertifizierte familiengerechte Hochschule arbeiten wir aktiv an dem Ziel, Studien- und Arbeitsbedingungen familiengerecht zu gestalten“, so Hierl. „Wir konnten hier bereits verschiedene Maßnahmen realisieren, um sowohl den Studierenden als auch den Mitarbeitern ein familienfreundliches Studien- und Arbeitsumfeld zu bieten“. Dazu gehört das Eltern-Kind-Zimmer, in dem Mitarbeiter/-innen einen Arbeits-platz mit einer Spielecke für Kinder finden. Darüber hinaus dient der Raum auch Schwangeren, Stillenden oder Behinderten als temporärer Rückzugsort. In der Kita Nordstadt sind Betreuungsplätze für Kinder von Studierenden oder Mitarbeiter/-in-nen der DHBW Heilbronn reserviert. In der Mensa erhalten Kinder von Studierenden nach vorheriger Registrierung ein kostenloses Mittagessen. Wer mit Kind studiert, wird an der DHBW Heilbronn durch das Prüfungsamt und die Studiengangsleiter beraten, möglich sind familienbedingte Auszeiten und auch die Ausdehnung der Studienzeit. „Unsere Studiengangsleiterkennen dank der kleinen Kursgruppen die Studierenden persönlich, so dass in Notsituationen individuelle Absprachen getroffen werden können“, freut sich Hierl.

    Für die Zukunft sind weitere Projekte geplant: „Wir sind gerade dabei zu klären, ob wir eine campusübergreifende Kita auf dem Bildungscampus einrichten können“, erklärt Hierl. Zudem soll die Zusammenarbeit mit der Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM) verstärkt werden, um ein größeres Ferienbetreuungsangebot für Mitarbeiter- und Studierendenkinder anbieten zu können. Für Mitarbei-ter mit zu pflegenden Angehörigen entsteht ein Pflege-Guide. „Wir sind auf einem guten Weg, eine familienfreundliche Hochschulkultur nachhaltig zu unterstützen und bei uns zu verankern“, so Hierl.

     

    Text- und Bildquelle: DHBW Heilbronn vom 11. Juni 2018

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