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    Aktueller Arbeitsmarktbericht // August 2020

    Auswirkungen der Coronakrise werden allmählich schwächer

    Im August 2020 waren in Baden-Württemberg 294.396 Menschen arbeitslos. Damit ist die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent gestiegen. Der leichte Anstieg ist saisonüblich, da in den vergangenen Wochen viele Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse endeten. Saisonbereinigt ist der Bestand an Arbeitslosen im August 2020 im Vergleich zum Vormonat um 4.000 Personen gesunken.

    „Wir können eine leichte Erholungsdynamik des Arbeitsmarktes beobachten“, so Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. „Jedoch ist das Niveau der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher.“ Aktuell sind über 40 Prozent mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr: Im August 2019 waren 209.616 Menschen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote betrug 3,3 Prozent.

    „Die Monate des Lockdowns haben Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen, aktuell sind jedoch keine neuen coronabedingten Auffälligkeiten sichtbar. Wenn wir den saisonbedingten Zuwachs an Arbeitslosen ausklammern, lässt sich beobachten, dass die Auswirkungen der Corona-Krise an Kraft nachlassen“, merkt Rauch an.

    Auch die Jugendarbeitslosigkeit sei mit fast 46 Prozent über dem Vorjahreswert zwar immer noch sehr hoch, aber im Juli habe der Vorjahresabstand bei 56 Prozent gelegen, im Juni gar bei 75 Prozent: „Allmählich gleicht sich die Arbeitslosigkeit unter den 15- bis 25-Jährigen an die des gesamten Arbeitsmarktes an. Dennoch müssen Betriebe und Unternehmen im Hinblick auf die Fachkräftesicherung weiterhin ihr Augenmerk darauf richten, junge Menschen auszubilden und sie nach der Ausbildung in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu übernehmen.“

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg)

     

    Agentur für Arbeit Heilbronn – Stadt- und Landkreis Heilbronn

    Auch im August mehr Arbeitslose – Quote steigt auf 4,9 Prozent

    „Mit dem weiteren der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August mussten wir rechnen. Im Sommer melden sich erfahrungsgemäß vermehrt junge Menschen arbeitslos. Sie finden nach Abschluss ihrer Ausbildung wegen der Urlaubs- und Ferienzeit nicht sofort wieder einen Arbeitsplatz. Häufig überbrücken sie auch die Zeit bis zum Beginn eines Studiums oder dem Besuch von weiterführenden Schulen. Deshalb ist die Zahl der jüngeren Arbeitslosen stärker angestiegen“, sagt Jürgen Czupalla, der Leiter der Heilbronner Agentur für Arbeit.

    „Neben diesem saisonalen Effekt beeinflusst nach wie vor die Corona-Krise das Geschehen am Arbeitsmarkt. Viele Betriebe sind immer noch auf Kurzarbeit angewiesen. Die Zeit der Kurzarbeit könnten die Unternehmen für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten nutzen. Denn der Strukturwandel in Deutschland hat durch die Corona-Pandemie noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen. Bei der beruflichen Weiterbildung ihrer Beschäftigten können wir die Unternehmen unterstützen“, so Czupalla weiter.

    Arbeitslosigkeit

    Die Arbeitslosigkeit im Heilbronner Unterland hat im August erneut zugenommen. Gegenüber dem Vormonat steigt die Zahl der arbeitslosen Menschen um 543 auf 13 539. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,9 Prozent. Damit steigt sie gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte an und liegt um 1,4 Prozentpunkte über dem Wert vor einem Jahr. In Baden-Württemberg steigt die Quote von 4,4 auf 4,6 Prozent. Für diese Entwicklung sind saisonale Einflüsse verantwortlich: Die Betriebsferien und das Ende schulischer und betrieblicher Ausbildungsgänge lassen in jedem Sommer die Arbeitslosigkeit ansteigen.

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung

    In der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III) sind im abgelaufenen Monat 7 546 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Juli sind das 552 Personen mehr. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von 2 907. Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II) geht gegenüber dem Vormonat dagegen leicht zurück. Die im Heilbronner Agenturbezirk ansässigen Jobcenter registrieren im August 5 993 Arbeitslose. Das sind neun weniger als im Juli aber 1 012 mehr als vor einem Jahr.

    Entwicklung nach Personengruppen

    Im Statistikzeitraum sind 5 905 Frauen arbeitslos gemeldet, 314 mehr als vor vier Wochen. Bei den Männern gibt es eine Zunahme um 229 auf 7 634. Ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist im Sommer üblich. Häufig werden Schule, Ausbildungsverhältnisse, Praktika oder Anerkennungsjahre beendet. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist um 268 auf jetzt 1 698 angestiegen. Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit hat sich von 4,6 auf 5,4 Prozent erhöht. Vor zwölf Monaten lag die Quote noch bei 3,6 Prozent. Bei den Älteren hat Arbeitslosigkeit leicht zugenommen. 4 140 Frauen und Männer in der Gruppe der über 50-Jährigen sind im August arbeitslos gemeldet, 55 mehr als im Vormonat und 1 059 mehr als vor einem Jahr.

    Kurzarbeit

    Die Kurzarbeit befindet sich immer noch auf einem hohen Niveau. Seit April sind bei der Agentur für Arbeit Heilbronn 5 295 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von 100 579 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 43 Anzeigen für 958 Personen.

    Arbeitskräftenachfrage

    Den Vermittlungsfachkräften der Agentur für Arbeit Heilbronn sind in den letzten vier Wochen 437 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet worden. Das sind 45 weniger als vor einem Monat und 918 weniger als vor einem Jahr. Der Stellenbestand ist gegenüber dem Juli auf 2 395 (minus 65) zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Abnahme von 2 784 von 53,8 Prozent

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Heilbronn)

     

    Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall – Tauberbischofsheim

    Sommerflaute lässt Arbeitslosenzahlen zusätzlich steigen

    Im August ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 13.369 gestiegen. Das sind 758 Arbeitslose (Plus 6,0 Prozent) mehr als im Vormonat, 3.575 mehr als im August 2019 (Plus 36,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozent auf 3,9 Prozent gestiegen. In Baden-Württemberg liegt die Arbeitslosenquote bei 4,6 Prozent.

    „Der generelle Anstieg der Arbeitslosenzahlen von Juli auf August hat saisonale Gründe. Schulabgänger und frisch ausgelernte junge Menschen melden sich vorübergehend arbeitslos und Unternehmen halten sich während der Ferienzeit mit Neueinstellungen zurück. Diese Entwicklung findet auch in Corona-Zeiten statt und schlägt sich „on top“ auf die bereits höheren Arbeitslosenzahlen seit Beginn der Krise Anfang März nieder“, so Stefan Schubert, kommissarischer Leiter der Arbeitsagentur Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.

    Die zusätzliche Sommerflaute zeigt sich auch bei den Stellenangeboten. Im August wurden 806 neue Arbeitsstellen gemeldet, 398 weniger als im Vormonat (Minus 33,1 Prozent), 1.105 (Minus 57,8 Prozent) weniger als im August 2019. Insgesamt waren 4.763 offene Stellen gemeldet, sechs mehr (Plus 0,1 Prozent) als im Vormonat, 3.099 (Minus 39,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Das Niveau der Finanzkrise 2008/2009 ist bisher aber nicht erreicht. Im August 2009 lag die Arbeitslosenquote bei 5,1 Prozent, jetzt liegt sie bei 3,9 Prozent.

    Kurzarbeit

    Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt erkennen, wobei in den letzten beiden Monaten deutlich weniger Anzeigen hinzugekommen sind. Seit März sind bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 5.747 Anzeigen auf Kurzarbeit für 107.126 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 34 Anzeigen für 1.468 Personen.

    Im Landkreis Schwäbisch Hall sind seit März 1.788 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 31.878 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es zehn Anzeigen für 217 Personen.

    Im Hohenlohekreis sind seit März 1.040 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 26.552 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es neun Anzeigen für 429 Personen.

    Im Main-Tauber-Kreis sind seit März 1.490 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 28.515 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es drei oder weniger Anzeigen (aus Datenschutzgründen kann keine genaue Zahl ausgewiesen werden) für 198 Personen.

    Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall

    Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 3,7 Prozent (Vormonat 3,6 Prozent). Im August waren 4.347 Menschen arbeitslos gemeldet, 220 oder 5,3 Prozent mehr als im Juli und 1.043 (Plus 31,6 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 1.074 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 850 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 303 Stellen gemeldet (August 2019: 709), 235 oder 43,7 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 1.818; 30,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis

    Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,7 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent). Im August waren 2.524 Menschen arbeitslos gemeldet, 191 oder 8,2 Prozent mehr als im Juli und 793 (45,8 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 576 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 383 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 105 Stellen gemeldet (August 2019: 329), 166 oder 61,3 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 936; 30,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis

    Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 4,0 Prozent (Vormonat 3,8 Prozent). Im August waren 3.064 Menschen arbeitslos gemeldet, 123 oder 4,2 Prozent mehr als im Vormonat und 964 (45,9 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 781 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 651 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 243 Stellen gemeldet (August 2019: 601), 26 oder 9,7 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1.389; 48,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Die Eckwerte nach Rechtskreisen

    Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4.814 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 8.555. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 36,0 Prozent.

    Von den 4.347 Arbeitslosen im Landkreis Schwäbisch Hall wurden 1.746 Arbeitslose vom Jobcenter Schwäbisch Hall betreut (Juli 2020: 1.741). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Haller Landkreis betreuten 2.601 Arbeitslose (Juli 2020: 2.386).

    Von den 2.524 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 791 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (Juli 2020: 767). Die Arbeitsagentur im Hohenlohekreis betreute 1.733 Arbeitslose (Juli 2020: 1.566).

    Von den 3.064 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 1.045 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (Juli 2020: 1.041). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 2.019 Arbeitslose registriert (Juli 2020: 1.900).

    Ausbildungsmarkt

    Der Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt läuft. Kurzentschlossene und Schüler*innen, die keinen Platz in einer weiterführenden Schule bekommen haben, brauchen jetzt schnell einen Plan B. „Es gibt noch freie Ausbildungsplätze. Und es gibt zudem gute Überbrückungsmöglichkeiten, falls es in diesem Jahr nicht mit der Ausbildung klappen sollte. Wichtig ist es jetzt, sich schnell mit unseren Berufsberatern in Verbindung zu setzen“, so Stefan Schubert. Corona macht es Betrieben nicht einfacher, weiterhin junge Menschen als Fachkräfte von morgen auszubilden. „Kleine und mittlere Betriebe, die trotz der Corona-Krise ausbilden, können finanziell über das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unterstützt werden“, führt Schubert an.

    Bei allen Fragen und Anliegen rund um das Thema Ausbildung, Studium, Freiwilligendienste und weiteren Überbrückungsmöglichkeiten hilft die Berufsberatung der Arbeitsagentur gerne weiter. Kontaktdaten der Berufsberatung: E-Mail: SchwaebischHall.U25@arbeitsagentur.de Telefon: 0791 9758-444

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim)

     

    Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit

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