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    Aktueller Arbeitsmarktbericht // Dezember 2020

    Arbeitsmarkt bleibt auch während des Lockdowns stabil

    Im Dezember 2020 waren in Baden-Württemberg 264.521 Menschen arbeitslos gemeldet, 2.367 Personen weniger als im November 2020. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 4,2 Prozent. Bei den unter 25-Jährigen ist der Bestand seit September 2020 deutlich rückläufig, die Jugendarbeitslosigkeit ging um weitere 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat zurück. Im Dezember 2019 hatte die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent gelegen, die Jugendarbeitslosigkeit bei 2,4 Prozent.

    Der Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen fällt in den letzten Monaten höher aus als im Vorjahr, jedoch liegen die Arbeitslosenzahlen auf einem deutlichen höheren Niveau als vor einem Jahr: Im Vergleich zum Vorjahr waren im Dezember 2020 63.666 mehr Menschen (plus 31,7 Prozent) arbeitslos gemeldet.

    Die Dynamik am Arbeitsmarkt hat deutlich nachgelassen: Sowohl die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus einer Erwerbstätigkeit heraus als auch die Abgänge in eine Erwerbstätigkeit bewegen sich unter dem Niveau der Vorjahre. Davon betroffen sind insbesondere Langzeitarbeitslose.

    Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erläutert: „Das Instrument der Kurzarbeit sicherte im Jahr 2020 viele Arbeitsplätze. Ohne Kurzarbeit wäre die Zahl der Arbeitslosen stark angestiegen. Dadurch sind wir in diesem Jahr vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Allerdings gab es schon vor der Krise einen zunehmenden konjunkturellen und strukturellen Dämpfer am Arbeitsmarkt.“ Rauch folgert: „Es ist dringend erforderlich, dass Beschäftigte ihre Qualifikationen den Erfordernissen des Marktes durch Weiterbildung anpassen. Hierfür bieten sich unter anderem Zeiten des Arbeitsausfalls während der Kurzarbeit an. Auch bei der Weiterbildung unterstützen wir Arbeitgeber und Beschäftigte in vielfältiger Weise.“

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg)

     

    Agentur für Arbeit Heilbronn – Stadt- und Landkreis Heilbronn

    Arbeitslosigkeit zum Jahresende nahezu unverändert - Quote bei 4,3 Prozent

    Arbeitslosigkeit kaum. Typisch in dieser Jahreszeit ist, dass es insgesamt verhaltener zugeht. Im abgelaufenen Jahr hat aber die Corona-Pandemie deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt im Heilbronner Raum hinterlassen und uns vor enorme Herausforderungen gestellt. Gegenüber dem Vorjahr haben wir etwa 30 Prozent mehr Arbeitslose. Mit dem Instrument der Kurzarbeit ist es aber gelungen, massive Auswirkungen für viele Betriebe und ihre Beschäftigten abzufedern. Dennoch stehen unserem Arbeitsmarkt noch schwierige Monate bevor“, sagt Jürgen Czupalla, Leiter der Heilbronner Arbeitsagentur.

    Arbeitslosigkeit

    Die Arbeitslosigkeit ist zum Ende des Jahres praktisch gleichgeblieben. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Heilbronn sinkt die Zahl der Menschen ohne Job um 30 auf 11 989. Die Arbeitslosenquote bleibt gegenüber dem Vormonat unverändert bei 4,3 Prozent. In Baden-Württemberg liegt die Quote unverändert bei 4,2 Prozent.

    Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung

    In der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III sind zum Statistiktermin 6 640 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 67 Arbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies aber einem Anstieg von 1 964 Personen oder 42,0 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II) ist im Vergleich zum November leicht gestiegen. Die Jobcenter für den Stadt- und Landkreis Heilbronn verzeichnen 5 349 Arbeitslose. Das sind 37 mehr als im Vormonat und 688 mehr als noch vor einem Jahr (plus 14,8 Prozent).

    Entwicklung nach Personengruppen

    Zum Jahresende sind 5 228 Frauen arbeitslos gemeldet, 31 weniger als im November. Bei den Männern ist die Zahl der Arbeitslosen mit 6 761 praktisch gleichgeblieben. Bei den Jüngeren ist die Arbeitslosigkeit dagegen leicht gesunken. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren nimmt gegenüber dem Vormonat um 17 auf 1 058 Personen ab. Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit bleibt bei 3,4 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie noch bei 2,9 Prozent. Damals waren 923 junge Menschen arbeitslos gemeldet. Bei den Älteren hat sich die Arbeitslosigkeit kaum verändert. 3 993 Frauen und Männer in der Alterskategorie 50 plus sind im Dezember arbeitslos gemeldet, sieben weniger als im Vormonat. Vor Jahresfrist waren 3 168 Ältere von Arbeitslosigkeit betroffen.

    Kurzarbeit

    Seit April sind bei der Agentur für Arbeit Heilbronn 6 103 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von rund 107 000 eingegangen. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 160 Anzeigen für 5 644 Personen. Im Juni – aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor - lag die Kurzarbeiter-Quote im Heilbronner Agenturbezirk bei 16,9 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

    Arbeitskräftenachfrage

    465 Arbeitsplätze sind den Vermittlungsfachkräften in den letzten vier Wochen des Jahres 2020 von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet worden. Das sind 111 weniger als im November. Der Stellenbestand ist gegenüber dem Vormonat auf 2 304 (minus 59) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 747 oder 24,5 Prozent weniger.

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Heilbronn)

     

    Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall – Tauberbischofsheim

    Arbeitsmarkt bleibt im Dezember weiter stabil, aber auch angespannt

    Im Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 11.870 gesunken. Das sind 76 Arbeitslose (Minus 0,6 Prozent) weniger als im Vormonat, 2.572 mehr als im Dezember 2019 (Plus 27,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vormonat auch bei 3,5 Prozent gesunken. In Baden-Württemberg liegt die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent.

    „Der Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil, aber auch angespannt“, kommentiert Elisabeth Giesen, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, die aktuellen Statistikzahlen. „Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für die Betriebe, vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise sowie der Einsatz des Impfstoffes stützen den Willen zum „Durchhalten“ und verstärken noch einmal die Bereitschaft der Unternehmen, ihre Beschäftigten zu halten“, führt die Agentur-leiterin an. Ein massives Ansteigen der Arbeitslosenzahlen konnte verhindert werden. Im Agenturbezirk sind die Arbeitslosenzahlen sogar zum vierten Mal in Folge leicht gesunken.

    Hing die weitere Entwicklung in der Finanzkrise davon ab, wie schnell es gelang, das Finanzsystem zu stabilisieren, so hängt jetzt alles davon ab, wie schnell es gelingt, die Pandemie erfolgreich einzudämmen“, so Elisabeth Giesen. Eine weitere Herausforderung liege darin, die durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft gut umzusetzen.

    Für Giesen nimmt die Arbeitsagentur hierbei die Rolle des Weichenstellers und Unterstützers ein. „Berufliche Qualifizierung bleibt unsere Königsdisziplin. Wir appellieren, die Zeit der Kurzarbeit als Chance für berufliche Weiterbildung zu nutzen. Und setzen alles daran, unsere Kundinnen und Kunden für berufliche Qualifizierung zu gewinnen und begleiten sie während der Maßnahme bis zur Integration“, betont sie. Dabei sei es wichtig, nicht am „Markt“ vorbei zu qualifizieren. Handlungsleitend sind für sie die Bedarfe der Wirtschaft.

    In der derzeit wirtschaftlich angespannten Lage wechseln weniger Menschen ihren Arbeitsplatz. Diese niedrigere Fluktuation trägt neben dem geringeren Bedarf an zusätzlichem Personal dazu bei, dass weniger Stellen auf dem Arbeitsmarkt zu besetzen sind. So wurden im Dezember wurden 872 neue Arbeitsstellen gemeldet, 68 weniger als im Vormonat (Minus 7,2 Prozent), 350 (Minus 28,6 Prozent) weniger als im Dezember 2019. Insgesamt waren 4.768 offene Stellen gemeldet, 101 weniger (Minus 2,1 Prozent) als im Vormonat, 493 (Minus 9,4 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

    Das Niveau der Finanzkrise 2008/2009 ist bisher aber nicht erreicht. Im Dezember 2009 lag die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent, jetzt liegt sie bei 3,5 Prozent.

    Kurzarbeit

    Die Anzeigen für Kurzarbeit stiegen im Dezember im Vergleich zum Vormonat wegen der neuen Einschränkungen und Geschäftsschließungen deutlich. Die Zahl der Menschen, die tatsächlich in Kurzarbeit ist, liegt erfahrungsgemäß niedriger. Die Unternehmen melden die Kurzarbeit oft vorsorglich an.

    Seit März sind bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 6.612 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 115.141 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 119 Anzeigen für 3.644 Personen.

    Im Landkreis Schwäbisch Hall sind seit März 2.068 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 34.803 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 45 Anzeigen für 882 Personen.

    Im Hohenlohekreis sind seit März 1.189 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 28.587 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 30 Anzeigen für 1.137 Personen.

    Im Main-Tauber-Kreis sind seit März 1.714 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von insgesamt 30.190 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 17 Anzeigen für 653 Personen.

    Der Arbeitsmarkt im Landkreis Schwäbisch Hall

    Im Landkreis Schwäbisch Hall liegt die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent). Im Dezember waren 3.949 Menschen arbeitslos gemeldet, 26 oder 0,7 Prozent weniger als im November und 868 (Plus 28,2 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 811 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 836 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

    Arbeitgeber haben 299 Stellen gemeldet (Dezember 2019: 533), 93 oder 23,7 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 1.847; 7,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Hohenlohekreis

    Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,3 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent). Im Dezember waren 2.266 Menschen arbeitslos gemeldet, 51 oder 2,2 Prozent weniger als im November und 688 (43,6 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 388 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 430 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 115 Stellen gemeldet (Dezember 2019: 173), drei oder 2,5 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 843; 1,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Der Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis

    Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent (Vormonat 3,4 Prozent). Im Dezember waren 2.625 Menschen arbeitslos gemeldet, 28 oder 1,1 Prozent mehr als im Vormonat und 558 (27,0 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 588 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 565 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 351 Stellen gemeldet (Dezember 2019: 336), 56 oder 19,0 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1.501; 7,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

    Die Eckwerte nach Rechtskreisen

    Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4.418 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 7.452. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 37,2 Prozent.

    Von den 3.949 Arbeitslosen im Landkreis Schwäbisch Hall wurden 1.644 Arbeitslose vom Jobcenter Schwäbisch Hall betreut (November 2020: 1.700). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Haller Landkreis betreuten 2.305 Arbeitslose (November 2020: 2.325).

    Von den 2.266 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 684 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (November 2020: 698). Die Arbeitsagentur im Hohenlohekreis betreute 1.582 Arbeitslose (November 2020: 1.619).

    Von den 2.625 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 927 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (November 2020: 904). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1.698 Arbeitslose (November 2020: 1.693).

    (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim)

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