• Menü schließen
  •  

    Beste Konzepte für den Wissenstransfer ausgezeichnet // Hieber AG und Bass GmbH auf den ersten Plätzen beim Zukunftspreis

    Die Kreis-Wirtschaftsförderung hat den Zukunftspreis Main-Tauber-Kreis 2018 vergeben. Erstmals wurden bei der Preisvergabe zwei Kategorien gebildet, für kleinere Unternehmen bis 50 Mitarbeiter und für größere Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern. Mit dem jeweils ersten Preis in den beiden Kategorien wurden das Sanitär- und Heizungsunternehmen Hieber aus Weikersheim sowie der Gewindehersteller Bass aus Niederstetten ausgezeichnet. Diesmal wurden die besten Lösungen zum Thema „Wissenstransfer“ gesucht und jeweils mit einem Geldpreis, einer Glasskulptur und einer Urkunde prämiert.

    Bei der festlichen Preisverleihung im neuen Sitzungssaal des Landratsamtes erklärte Landrat Reinhard Frank, dass Wissen heute der „Rohstoff für die Zukunft“ sei. Im rohstoffarmen Deutschland seien die Nutzung von Wissen und Kreativität besonders wichtig. Dies gelte besonders vor dem Hintergrund der rückläufigen demografischen Entwicklung und des rasanten Wandels in der Informationstechnologie. Unternehmen, Handwerker, Dienstleister und Behörden müssten ihr vorhandenes, firmeninternes Wissen bündeln und an Nachwuchskräfte weitergeben. Ebenso müssten neue Erkenntnisse aus Forschung, Studium und Verwaltung an alle betrieblichen Bereiche vermittelt werden. Ein gelungener Wissenstransfer erfordere ein gutes Personalmanagement und den Einsatz digitaler Transfer-Tools. Wichtig sei eine ausgewogene Kombination geeigneter Maßnahmen.

    Den Festvortrag hielt der Geschäftsführende Gesellschafter der Rauch Möbelwerke GmbH aus Freudenberg, Michael Stiehl, zum Thema „Veränderungen im Markt und Wettbewerb – Wissenstransfer als wichtiger Baustein“. Er beobachtet in der Wirtschaft und im Arbeitsleben immer schnellere Entwicklungen, immer weiter steigende Anforderungen, stets komplexer werdende Aufgaben sowie ständig höhere Erwartungen der Kunden. Der Wettbewerb nehme zu, die Märkte würden immer globaler. Deshalb sei eine klare Unternehmensstrategie notwendig. Es gelte, Effizienz und Produktivität zu steigern sowie alle Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Ebenso notwendig sei eine klare Markt- und Kundenorientierung. Hinzu kämen die Notwendigkeit zur ständigen Qualifizierung und Weiterentwicklung und der Aufbau einer klaren Unternehmenskultur.

    Als besonders wichtig bezeichnete Stiehl eine „lückenlose Weitergabe“ von Wissen im Unternehmen, beispielsweise an neue Mitarbeiter. Hierzu seien zum Beispiel digitale Wissensmanagement-Instrumente wie Wikis geeignet. Besonders herausfordernd sei es, nicht nur das explizite Wissen wie Zahlen und Fakten, sondern auch implizites Wissen wie Intuition und Faustregeln weiterzugeben. „In diesem Sinne sind alle Preisträger des Wettbewerbs neue, beachtenswerte und kreative Wege gegangen“, resümierte Stiehl.

    Unter dem Motto „Von den Besten lernen“, fasste Jurymitglied Prof. Dr. Seon-Su Kim die Ergebnisse des Wettbewerbs zusammen. Der Prorektor und Leiter des Campus Bad Mergentheim der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach erklärte, dass es beim Wissenstransfer nicht nur um das Prinzip von „Sender und Empfänger“ gehen dürfe. Der Wettbewerb habe gezeigt, dass die Digitalisierung bei den Preisträgern bereits zum Alltag gehört. Vielfach werden zum Beispiel betriebsinterne elektronische Nachschlagewerke, so genannte Wikis, oder auch Lernvideos und digitale Dokumentationen verwendet. Zweitens werde Wissen in den prämierten Unternehmen oftmals persönlich weitergegeben, sowohl bei formellen Anlässen wie Meetings und Schulungen als auch in informeller Runde. Drittens werden von den Sieger-Unternehmen gerne auch bewusst externe Wissensquellen genutzt, beispielsweise Kammern und Branchenverbände. Viertens zeichne sich erfolgreicher Wissenstransfer bei den Gewinnern des Zukunftspreises durch eine strukturierte Vorgehensweise aus, beispielsweise durch eigene Weiterbildungsakademien, und werde „von ganz oben“ unterstützt. „Sender und Empfänger müssen ihr Wissen teilen, sich dabei auf Augenhöhe begegnen und Neues kennen lernen wollen“, war Kims Schlussfolgerung.

    In der Kategorie für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter ging der dritte Preis an den Maler- und Verputzerbetrieb Baumann GmbH aus Tauberbischofsheim und wurde durch den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, Achim Hofmann, übergeben. Platz zwei erreichte die Werbeagentur FOR.UM Media GmbH aus Grünsfeld. Die Laudatio hielt der Geschäftsführende Schulleiter der Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis, Wilhelm Ehrenfried. Der erste Preis wurde der Hieber Installation und Handel AG aus Weikersheim zugesprochen, einem Handwerksunternehmen aus dem Bereich Sanitärinstallation und Heizung. Er wurde durch den stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands der Sparkasse Tauberfranken, Wolfgang Reiner, übergeben.

    Bei den Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern wurde mit dem dritten Preis die Kurtz Holding GmbH & Co. Beteiligungs KG aus Wertheim ausgezeichnet. Dieser wurde durch Dietmar Niedziella von der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken übergeben. Auf Platz zwei kam die Stadtwerk Tauberfranken GmbH aus Bad Mergentheim. Laudator war der Bürgermeister der Gemeinde Ahorn, Elmar Haas. Mit dem ersten Preis wurde die Bass GmbH & Co. KG aus Niederstetten ausgezeichnet. Den Preis überreichte Wolfgang Reiner.

    Bei der Landkreisverwaltung waren insgesamt neun Bewerbungen eingegangen. Nach einer Sichtung durch die Landkreisverwaltung hat eine elfköpfige Jury über die Preisvergabe entschieden. Die Preisverleihung wurde durch ein vierköpfiges Jazz-Ensemble unter der Leitung von Gustav Endres musikalisch umrahmt. Für das große Staunen sorgte der Auftritt des Zauberer Gerd Reitmeier mit seiner „wahren und ehrlichen Magie“. Landrat Frank und Sparkassenvorstand Reiner waren seine „freiwilligen Assistenten“ aus dem Publikum.

    Der Zukunftspreis wird in zweijährigem Rhythmus zu einem jeweils wechselnden Thema vergeben. 2012 lautete das Motto „Familienfreundlichkeit“. 2014 ging es um „Willkommenskultur“, 2016 um „Ausbildung – Karriere“ daheim und nun um „Wissenstransfer“. Bemerkenswert ist, dass die Bass GmbH & Co. KG bei allen Wettbewerben zu den Preisträgern zählte. Der Zukunftspreis wird durch die Sparkasse Tauberfranken finanziell unterstützt.

     

    Text- und Bildquelle: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Markus Moll vom 16.11.2018

    Bildergalerie
     
     
     
    Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH | Weipertstraße 8-10 | 74076 Heilbronn | Telefon 0049 - 7131-7669-860
     

    NEWSLETTER

    Immer auf dem neuesten Stand – mit dem Newsletter der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH