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    Heimische Unternehmen unterstützen „Lernfabrik 4.0“

    Landrat Reinhard Frank und der Leiter der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim, Peter Wöhrle, haben kürzlich einen Förderantrag unterzeichnet, der sich an das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg richtet. Ziel ist der Aufbau einer standortübergreifenden Lernfabrik 4.0. Diese soll an den Gewerblichen Schulen in Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim und dem Beruflichen Schulzentrum Wertheim genutzt werden. Das Projekt wird auch durch heimische Unternehmen in vorbildlicher Weise unterstützt. Damit ist eine wichtige Förderbedingung des Landes erfüllt.

    Die Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen sollen auf geänderte Produktionsmethoden vorbereitet werden, die sich unter dem Oberbegriff „Wirtschaft 4.0“ zusammenfassen lassen. Dabei geht es um die Herstellung individualisierter Produkte in Serie. Ein Beispiel ist die Herstellung eines Schranks, bei dem der Kunde individuell die Farbe der Griffe oder eine bestimmte Anordnung von Schubladen und Fächern wählen kann. Obwohl unzählige Kombinationsmöglichkeiten angeboten werden, wird in Serie produziert. Die vom Kunden gewünschte Konfiguration wird automatisch zusammengestellt.

    In einem ersten Schritt wurde im Beruflichen Schulzentrum Wertheim vor einiger Zeit ein verkettetes Maschinen- und Anlagensystem („SmartLab“) im Labormaßstab angeschafft. Daran werden Standardaufgaben einer industriellen Fertigung simuliert und wird die Steuerung und Programmierung der zu vernetzenden Geräte erlernt. Nun sollen solche SmartLabs auch an den Gewerblichen Schulen in Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim errichtet werden. Der zweite Schritt ist dann die Anschaffung zusätzlicher Module, damit die einzelnen Produktionsabschnitte in Kleingruppen erlernt werden können.

    „Aber es geht nicht einfach um drei isolierte Projekte. Vielmehr möchten wir die Beruflichen Schulen in Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim miteinander vernetzen, und zwar sowohl bei der simulierten Produktion als auch bei der Steuerung der Anlagen. Die Schulen stellen also künftig ein gemeinsames und standortübergreifendes Übungsprodukt her“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

    Je nach Ausrichtung der Schule und den jeweiligen Kontakten zur Wirtschaft werden unterschiedliche Schwerpunkte gewählt: An der Gewerblichen Schule Tauberbischofsheim mit Schulleiter Herrmann Ruppert steht die Fertigungstechnik, an der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim mit Schulleiter Peter Wöhrle die Elektrotechnik und am Beruflichen Schulzentrum Wertheim mit Schulleiter Manfred Breuer die Glasindustrie besonders im Fokus.

    Alle drei miteinander verketteten Systeme speichern ihre Daten in einer gemeinsamen Cloud, die von der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim betreut wird. Dort liegt auch die Federführung für das Gesamtprojekt. Die angehenden Industriekaufleute an der Kaufmännischen Schule Bad Mergentheim unter der Leitung von Schulleiter Wilhelm Ehrenfried übernehmen die logistische und kaufmännische Betreuung der simulierten Produktionsprozesse. Auch die kaufmännischen Schulen in Wertheim, Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim sollen künftig in den Prozess mit eingebunden werden.

    Insgesamt wird, zusätzlich zur vorhandenen Anlage in Wertheim, eine Investition in Höhe von rund 750.000 Euro erforderlich. „Dies ist eine besondere Herausforderung für den Schulträger Main-Tauber-Kreis“, erklärt der Dezernent für Kreisentwicklung und Bildung im Landratsamt, Jochen Müssig. „Sie kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Die Landkreisverwaltung verteilt die Summe auf zwei Haushaltsjahre, die Schulen bringen Teile ihrer ohnehin vorhandenen Etats ein. Über den kommunalen Anteil entscheidet letztlich der Kreistag im Rahmen der laufenden Beratungen und der Verabschiedung des Haushalts am 12. Dezember 2018. Eine wichtige Rolle spielt auch die beantragte Förderung durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg mit einem Anteil von 40 Prozent.

    Das Ministerium gewährt finanzielle Mittel jedoch nur dann, wenn die heimische Wirtschaft zehn Prozent der Investitionskosten trägt. Deshalb hat die Landkreisverwaltung als Schulträger zahlreiche Unternehmen gebeten, das Projekt finanziell zu unterstützen. Ihre Auszubildenden werden in den Beruflichen Schulen in der Lernfabrik 4.0 unterrichtet. In den Rückmeldungen der Unternehmen hieß es beispielsweise, dass die unbedingte Notwendigkeit gesehen wird, den Auszubildenden jede Unterstützung für den aufgrund der Digitalisierung immer schnelleren Wandel in der Arbeitswelt anzubieten. Innerhalb kurzer Zeit kamen die notwendigen Finanzierungszusagen zusammen. Damit ist die Förderbedingung des Wirtschaftsministeriums erfüllt.

    Folgende Unternehmen haben eine Förderung zugesagt:

    Würth Industrie Service GmbH & Co. KG, VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken GmbH & Co. KG, Wirthwein AG, Bdtronic GmbH, Lauda Dr. R. Wobser GmbH & Co. KG, ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG, Richard Kablitz GmbH, Wittenstein SE, Brand GmbH & Co. KG, Kurtz Holding GmbH & Co. Beteiligungs KG, Vacuubrand GmbH & Co. KG, Pink GmbH Vakuumtechnik, Eugen Woerner GmbH & Co. KG, SRH Fernhochschule, Sparkasse Tauberfranken, Glas Herzog GmbH, Wilhelm König Maschinenbau GmbH,  Wassertechnik Wertheim GmbH & Co. KG, Michael Wenig AG, Stadtwerke Wertheim GmbH, PINK GmbH Thermosysteme, Anna Göbel und Otto Kurtz Stiftung / Kurtz Ersa Hammermuseum, Mafi Transport-Systeme GmbH.

     

    Text- und Bildquelle: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Markus Moll

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