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    Weinbau in Württemberg // Jungwinzer in Szene gesetzt

    Auf der Jahresauftakt-Pressekonferenz informiert der Weinbauverband über herausragende Weinqualitäten des Jahrgangs 2021, über gestiegene Kosten und Anforderungen im Weinbau. Weinkönigin Tamara Elbl überreicht den Jungwinzerpreis 2022 an „Tripl3x-Weine“ aus Bretzfeld.

    Rückblickend war der Jahrgang 2021 für die Weingärtner:innen Württembergs aufgrund der feuchten Witterung mit vielen Herausforderungen verbunden. Die ersten Weine sind bereits abgefüllt und stehen in den Regalen. Weinbaupräsident Hermann Hohl stellt die herausragenden Weinqualitäten auf der Jahresauftakt-Pressekonferenz des Weinbauverbands Württemberg in den Vordergrund: „Die Weine bereiten große Freude. Durch die relativ späte Traubenernte konnte ein optimales Lesegut für feinfruchtige Weißweine mit angenehmen Säurestrukturen, Rosé mit hoher Trinkfreude und Rotweine mit Reifepotenzial eingelagert werden.“

    Verbraucher:innen dürfen sich über die konstant hohen Qualitäten der Württemberger Weine freuen. Weinbaupräsident Hohl appellierte zugleich, regionale Weine bevorzugt zu berücksichtigen. Großes Unverständnis äußert Hohl gegenüber der für die landwirtschaftlichen Betriebe ruinösen Preispolitik des Handels: „Unsere Weingärtner:innen betreiben einen biodiversitätsfördernden Weinbau. Der Handel wirbt mit unseren Weinen und deren regionaler Produktion. Nachhaltigkeit wird auf der Stufe der Erzeuger:innen vorausgesetzt, die finanzielle Wertschätzung bleibt hingegen seit Jahren aus.“ Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, hatte unlängst angemessene Preise für Lebensmittel gefordert, um ein sicheres und gutes Einkommen für die Erzeuger:innen zu erzielen. Vor allem die Preisanstiege für beispielsweise Energie und Düngemittel sowie die Erhöhung des Mindestlohns sorgen im „Handwerk Weinbau“ für einen erheblichen Preisdruck: In den terrassierten Steillagen fallen bis zu 1.000 Arbeitsstunden je Hektar und Jahr an. „Die Weingärtner:innen Württembergs stehen für eine nachhaltige Traubenerzeugung. Dies beinhaltet eine soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeiter:innen. Die Vergütungen unserer Fachkräfte liegen bereits deutlich über dem Mindestlohn“, fasst Hohl die Situation in den Betrieben zusammen. Ein Großteil der zumeist ungelernten Saisonarbeitskräfte stammt aus Rumänien (Mindestlohn 2,87 EUR/Stunde) oder Polen (4,61 EUR/Stunde)1. Die entstandene Ungleichbehandlung zwischen Fachkräften und Hilfskräften, auch im Hinblick des Mindestlohns in anderen weinbautreibenden Ländern Europas, ist weder nachvollziehbar noch vertretbar. Hohl fordert die Politik zu einem Umdenken und zur Entwicklung einer für alle Beteiligten fairen Lösung auf.

    In den vergangenen zwei Jahren prägte die Corona-Pandemie das gesellschaftliche Leben und entsprechend auch das Kauf- und Freizeitverhalten der Weinkonsument:innen. Die Branche ist mit einem „blauen Auge“ davongekommen. Viele Betriebe haben neue Ideen entwickelt und umgesetzt. Sofern es die Verordnungen zulassen, werden auch die vielen Weinfestivitäten und touristischen Angebote wieder stattfinden.

    Strukturwandel in der Weinbranche

    Der Strukturwandel in der Weinbranche ist in Württemberg deutlich zu erkennen und spiegelt die Entwicklungen anderer Weinbaugebiete wider. Magdalena Dreisiebner, verantwortlich für die Qualitätsweinprüfung an der LVWO Weinsberg, führt aus, dass die Anzahl der Weinbaubetriebe weiterhin rückläufig ist, gleichzeitig die durchschnittliche Betriebsgröße zunimmt. Die Weingärtner:innen bewirtschaften auf zwei Drittel der rund 11.250 Hektar Württembergs rote Rebsorten, wenngleich bei den Neupflanzungen in den vergangenen Jahren vor allem weiße Traubensorten berücksichtigt wurden. Riesling und Trollinger vereinen rund 40% der Gesamtrebfläche. Die mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten („Piwis“) bestockten Weinberge nahmen in den vergangenen fünf Jahren um rund 60% auf derzeit annähernd 200 Hektar zu. Einen steigenden Anteil an der Qualitätsweinprüfung nehmen Roséweine ein. „Die Leichtigkeit und Fruchtigkeit der Württemberger Rosé liegen bei Weintrinker:innen hoch im Kurs. Auch nimmt der Anteil fruchtiger Rotweine, die Württemberger Alternative zu den Primitivo- Weinen, stetig bei der Qualitätsweinprüfung zu,“ berichtet Dreisiebner. Im Vergleich zu den Vorjahren nimmt die Anzahl der mit Prädikaten versehenen Erzeugnisse ab und beträgt mittlerweile weniger als vier Prozent der Weinmenge. „Die Erzeugerbetriebe stellen die regionale Herkunft der Weine in den Vordergrund“, bestätigt Weinbaupräsident Hohl.

    „Tripl3x-Weine“ erhalten Jungwinzerpreis 2022

    Das Duo Florian Mai und Nico Borth aus Bretzfeld erhält aus den Händen von Weinkönigin Tamara Elbl den Jungwinzerpreis 2022. Die beiden in Württemberg ausgebildeten Jungwinzer gründeten 2020 das Projekt „Tripl3x-Weine“. Unter dem Slogan „3 Rebsorten, 2 Freunde, 1 Wein“ kreieren Mai und Borth trinkfreudige Cuvées aus jeweils drei heimischen und regionstypischen Rebsorten. Die Erzeugnisse sollen vor allem die junge, bisher nur bedingt weinaffine Zielgruppe ansprechen. Weinbaupräsident Hohl ist überzeugt, dass der moderne Auftritt und die hohe Weinqualität zu einer überregionalen Beachtung führen werden: „Die Jungwinzerpreissieger 2022 stehen für die nächste Generation Trauben- und Weinerzeuger in Württemberg: Gut ausgebildet, viel Herzblut für das Handwerk und mit vielen innovativen und gleichzeitig nachhaltigen Ideen ausgestattet.“ Weitere Informationen über die Preisträger finden Sie auf dem modernen Webauftritt www.triplex-weine.de.

     

    Quelle: WEinbauverband Württemberg e.V.
    Bildquelle: WVW / Rebe & Wein

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