Mutmacherinnen

Ute Wichmann

„In meinem Elternhaus bin ich in den 1960er- und 1970er-Jahren mit dem Zuspruch aufgewachsen: „Du kannst auch als Mädchen alles erreichen, wenn du es willst.“ Gleichzeitig engagierte sich unsere ganze Familie immer wieder ehrenamtlich, insbesondere in der Kirchengemeinde. Beides hat mich nachhaltig geprägt.

Als ich 1987/88 zum Studieren nach Barcelona ging, stieß ich allerdings zum ersten Mal auf Herausforderungen, die mir zunächst unüberwindbar erschienen. Alle 14 Tage musste ich für katalanische Unternehmen ein neues Marketingkonzept auf Spanisch entwickeln und präsentieren. Die Sprache, der starke Praxisbezug, die knappe Zeit für die Ausarbeitung und nicht zuletzt die Bürokratie der spanischen Behörden – insbesondere der Industrie- und Handelskammer von Barcelona – stellten mich vor große Herausforderungen. Ich hatte Glück: Studierende aus höheren Semestern unterstützten mich, wo immer sie konnten. Für mich war das ein wichtiges Signal: Manchmal braucht es einfach jemanden, der einem Mut macht und den Weg ein Stück weit mitgeht.

Anfang der 2000er-Jahre befand ich mich selbst in einer beruflichen und persönlichen Krise. Damals erfuhr ich von der Kontaktstelle Frau und Beruf Ludwigsburg und meldete mich dort zur Beratung an. Wieder erlebte ich, wie wertvoll kompetente und zugleich kostenlose Unterstützung sein kann.

Während meiner 20-jährigen Berufstätigkeit bei Lidl International im Einkauf und in der Verwaltung habe ich mich deshalb immer wieder um junge Kolleginnen gekümmert, die fachlich hervorragend aufgestellt waren, sich aber in der von Männern geprägten Arbeitswelt noch nicht optimal behaupten konnten. Oft waren es nur kleine Hinweise, ein bisschen Ermutigung oder ein anderer Blick auf die eigene Stärke, die dazu beitrugen, dass der nächste Karriereschritt gelang.

Eines Tages sprach mich eine Kollegin, die ich inoffiziell als Mentee begleitet hatte, an und erzählte mir von der Kontaktstelle Frau und Beruf in Heilbronn und dem Mentorinnen-Programm für Migrantinnen. Sie berichtete mir, dass noch eine Mentorin gesucht werde.

So bin ich vor inzwischen zehn Jahren Teil dieses wunderbaren Programms geworden – und bis heute mit großer Leidenschaft dabei. Ich brenne für dieses Ehrenamt und vor allem für die mutigen Frauen mit internationalem Hintergrund. Es begeistert mich zu sehen, wie sie mit unserer Unterstützung wachsen, an ihrer beruflichen Entwicklung arbeiten und immer selbstbewusster ihren eigenen Weg gehen. Wenn sich dadurch Türen öffnen, ist das einfach großartig!

Und ganz besonders freue ich mich immer wieder über den interkulturellen Austausch, den dieses Ehrenamt mit sich bringt.

Mentoring – für mich ein unglaublich bereicherndes Ehrenamt!

 

Ute Wichmann "Ich habe großen Respekt vor all den Frauen, die ich begleiten durfte."
Ich habe großen Respekt vor all den Frauen, die ich begleiten durfte.

MUTMACHERINNEN.

BEGLEITUNG,
DIE TÜREN ÖFFNET.

Zwölf Frauen. Zwölf Geschichten. Ein Ziel: Frauen mit Migrationsgeschichte auf ihrem Weg in die Arbeitswelt stärken. Der Kalender der Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken zeigt die Gesichter und Persönlichkeiten hinter diesem ehrenamtlichen  Engagement.

Sie teilen ihre beruflichen Erfahrungen, geben Orientierung und machen Mut. Im persönlichen 1:1-Kontakt unterstützt die Mentorin dabei, Kompetenzen und berufliche Ziele sichtbar zu machen sowie Bewerbungen und Vorstellungsgespräche vorzubereiten.  So lassen sich gemeinsam passende Wege in Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung entwickeln.

ENGAGEMENT, DAS WIRKT.

Viele Mentees bringen wertvolle Qualifikationen, Berufserfahrung, Mehrsprachigkeit und neue Perspektiven mit. Das Mentorinnen-Programm schlägt die Brücke in den lokalen und regionalen Arbeitsmarkt. Das schafft berufliche Chancengleichheit und gibt  der Fachkräftesicherung in Heilbronn-Franken spürbaren Rückenwind.

VORBILDER, DIE INSPIRIEREN.

Unsere Mutmacherinnen schenken Zeit, Erfahrung und ehrliches Feedback. Mit diesem Kalender sagen wir stellvertretend für alle Mentorinnen Danke an zwölf großartige Frauen, die den beruflichen Weg anderer nachhaltig verändern und mutig  vorangehen.

WERDEN AUCH SIE
MUTMACHERIN.

Ihre Erfahrung kann Lebenswege verändern. Teilen Sie Ihre Berufserfahrung, Ihre Kontakte und Ihre Perspektiven. Werden Sie Mentorin und unterstützen Sie eine Frau dabei, beruflich in Heilbronn-Franken durchzustarten. Wir freuen uns auf Sie.

Kontaktstelle
Frau und Beruf Heilbronn-Franken

ÜBER DAS MENTORINNEN-PROGRAMM
FÜR MIGRANTINNEN

Das vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus geförderte Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf leistet seit 1994 einen wichtigen Beitrag zur Erschließung des Fachkräftepotenzials von Frauen und zur Förderung der Gleichstellung von Frauen im Beruf.

Das Mentorinnen-Programm für Migrantinnen ist ein absolutes Erfolgsmodell und ein Leuchtturmprojekt für die Wirtschaft im Land.

Das Mentorinnen-Programm ist ein zusätzliches Angebot der Kontaktstellen mit dem Ziel, Frauen mit Migrationshintergrund (Mentees) besser in den Arbeitsmarkt des Landes Baden-Württemberg zu integrieren. Dabei werden die beruflichen Interessen und  Qualifikationen der Mentees ebenso berücksichtigt, wie der Wunsch von Wirtschaftsunternehmen, neue Fachkräfte zu gewinnen.

Weiterführende Links.

Die Fotografin

Semiha Eroglu – Menschen und Geschichten sichtbar machen

Die Porträts der „Mutmacherinnen“ stammen von Semiha Eroglu. Sie ist Fotografin und Filmemacherin und studierte Film und Video an der Merz Akademie Stuttgart. Ihre Arbeit verbindet Fotografie, Film, Storytelling und visuelle Kommunikation.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen Menschen, Biografien und Fragen von Identität und Sichtbarkeit. Semiha entwickelt eigene dokumentarische Formate und erzählt Geschichten mit einer persönlichen, nahbaren Bildsprache.

Eine besondere Arbeit ist ihre dokumentarische Fotoserie „Dear Mama“ – eine persönliche Hommage an ihre Mutter und zugleich an alleinerziehende Frauen. Die Serie beschäftigt sich mit Stärke, Fürsorge und den oft unsichtbaren Leistungen von Frauen.  Ein Bild daraus wurde in der Staatsgalerie Stuttgart ausgestellt. Diese Haltung verbindet ihre Arbeit mit dem Projekt „Mutmacherinnen“: Auch hier stehen Frauen, ihre Persönlichkeit, ihre Erfahrungen und ihre Wirkung im Mittelpunkt.Mit ihren Porträts macht  Semiha Eroglu nicht nur Menschen sichtbar, sondern auch das, wofür sie stehen. MUTMACHERINNEN Zwölf Frauen. Zwölf Geschichten. Ein Ziel: Frauen mit Migrationsgeschichte auf ihrem Weg in die Arbeitswelt stärken. Der Kalender der Kontaktstelle  Frau und Beruf Heilbronn-Franken zeigt die Gesichter und Persönlichkeiten hinter diesem ehrenamtlichen Engagement. Sie teilen ihre beruflichen Erfahrungen, geben Orientierung und machen Mut. Im persönlichen 1:1-Kontakt unterstützt die Mentorin  dabei, Kompetenzen und berufliche Ziele sichtbar zu machen sowie Bewerbungen und Vorstellungsgespräche vorzubereiten. So lassen sich gemeinsam passende Wege in Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung entwickeln.