Beim ZukunftsForum KI am 24. Juli 2026 in Künzelsau kamen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Interessierte aus der Region Heilbronn-Franken zusammen, um über den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Mittelstand zu diskutieren. Aus den Impulsvorträgen und der Paneldiskussion lassen sich drei Learnings ableiten:
1. KI ist ein Werkzeug, kein Ziel
„KI ist kein Hammer, den man anwendet, und dann gibt es ein Ergebnis“, brachte es Thorben Heinrichs, Geschäftsführer der hfcon GmbH & Co. KG, in seinem Vortrag auf den Punkt. Viele Unternehmen spüren den Handlungsdruck, doch der Wunsch „auch etwas mit KI zu machen“ ist noch keine Strategie.
Für Geschäftsführer bedeutet das: Vor der Auswahl von Tools steht die Frage nach Vision und Zielbild – und die unbequeme Übung, das eigene Wertschöpfungsmodell zu hinterfragen. Wenn Kunden sich Tools zunehmend selbst zusammenstellen, Beratungsleistungen zunehmend durch KI-Anwendungen abgedeckt werden oder einzelne Dienstleistungen an automatisierte Systeme wandern, stellt sich eine zentrale Frage: Welche der eigenen Leistungen werden in ein, zwei oder drei Jahren noch in der bisherigen Form nachgefragt?
2. Die richtige Frage stellen
In seiner Keynote drehte Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. habil. Javier Villalba-Diez von der Hochschule Heilbronn die klassische Herangehensweise um: Nicht „Wo können wir KI einsetzen?“ sei die entscheidende Frage, sondern „Wo verlieren wir Zeit, Marge und Wissen?“ Sein Befund: Im Mittelstand geht Wertschöpfung häufig an den Übergaben zwischen Abteilungen verloren – und ein KI-Anwendungsfall ohne Rückkopplung in den Gesamtprozess bleibe „nur ein schnelleres Silo“.
Für die Praxis heißt das: KI sollte gezielt an Entscheidungspunkten im Wertstrom ansetzen – von der Anfrage über Planung und Einkauf bis zum Service – statt isoliert in einzelnen Abteilungen eingeführt zu werden.
3. Ohne solide Daten keine Wertschöpfung
„Wir müssen KI schnell in die Umsetzung bringen und erlebbar machen“, sagte Matthias Uebele von Breuninger Raumkonzepte mit Blick auf die eigene Praxis. Das gelingt jedoch nur, wenn zugleich die Datengrundlage stimmt: Daten müssen in die relevanten Prozessschritte eingebunden werden, statt lediglich in Dashboards gesammelt zu werden.
Ein Thema, das sich auch durch die Paneldiskussion zog: Es fehlt in vielen Unternehmen weniger an Technologie als an datenorientiertem Denken und einem strategischen Ansatz, bevor überhaupt über konkrete KI-Anwendungen gesprochen wird. Wer den Erfolg von KI-Projekten messen will, sollte deshalb nicht auf die Anzahl eingeführter Lizenzen schauen, sondern auf Kennzahlen wie Durchlaufzeit, Qualität, Termintreue, Marge – und darauf, wie schnell die eigene Organisation aus den gemachten Erfahrungen lernt.
Fazit
Die drei Learnings zeigen: Der Weg zu einer sinnvollen KI-Nutzung im Mittelstand führt nicht über die Frage nach dem passenden Tool, sondern über eine klare Strategie, den Blick auf den gesamten Wertstrom und eine belastbare Datenbasis. Genau hier setzt auch das Netzwerk TRANSFORMOTIVE an: Es begleitet kleine und mittlere Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken bei diesen Fragen – über das ZukunftsForum KI hinaus.




